Bösartige Tumore der Bauchspeicheldrüse, Pankreascarcinom

Ursache:
Die Ursachen sind weiterhin unbekannt. Sozioökologische Faktoren (Einkommen, Bildung) sowie geografische Faktoren (Stadtbewohner / Landbewohner) haben keinen nachgewiesenen Einfluß auf die Häufigkeit. Zigarettenrauchen konnte als Risikofaktor bestätigt werden, ein erhöhter Alkohol – und Kaffeekonsum konnte nicht als Risikofaktor bestätigt werden.

Häufigkeit:
Die Häufigkeit variiert stark in den westlichen Industrienationen, zwischen 1930 und 1980 hat sich eine Verdoppelung der Krankheitszahlen gezeigt, in den USA ist das Pankreascarcinom derzeit die vierthäufigste Krebstodesursache, etwa 10 – 12 von 100000 bei der männlichen und 7,5 – 9 von 100000 bei der weiblichen Bevölkerung sind betroffen (Verhältnis 1,5 zu 1). Der Altersgipfel liegt bei 50- 60 Jahren bei Männern und bei Frauen.

Symptome:
Das Pankreascarcinom wird häufig erst relativ spät erkannt, da erst spät Symptome auftreten, die auch häufig nicht spezifisch für diese Erkrankung sind. Die Patienten leiden unter einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes, unbeabsichtigtem Gewichtsverlust, körperlicher Schwäche oder Oberbauch – bzw. Rückenschmerzen. Eine auftretende Gelbfärbung der Augen und der Haut (Ikterus) führt häufig erstmalig zu einem Arztbesuch.

Diagnostik:
Obligat: Ultraschalluntersuchung der Bauchhöhle, Computertomografie der Bauchhöhle, Gastroduodenoskopie (Magenspiegelung), ERCP (endoskopisch radiologische Darstellung der Gallengänge und des Pankreasganges mit Kontrastmittel) Röntgenuntersuchung des Brustkorbs, Endosonografie (Ultraschalluntersuchung über eine per Gastroskopie eingeführte Sonde), Gewebeentnahme zur histologischen Sicherung.

Therapie:
Die komplette Entfernung des Pankeascarcinomes ist die einzige Therapie mit Aussicht auf Heilung bzw. ein längeres krankheitsfreies Intervall, aber nur bei 5 – 15 % der Patienten möglich. Der Umfang des Eingriffs ist dabei von der Art des Tumors, seiner Ausdehnung und der Lokalisation abhängig. Die klassische Operationsmethode ist die partielle Duodenopankreatektomie nach Kausch und Whipple, wobei neben dem Pankreaskopf aufgrund der engen Lagebeziehungen auch der Gallenweg, die Gallenblase, der Zwölffingerdarm und der Magenausgang entfernt werden. Das Operationsverfahren nach Traverso und Longmeyer kann alternativ durchgeführt werden, hierbei kann der Magenausgang (Pylorus) erhalten bleiben. Im Anschluß an die Resektion der o.g. Organe werden die entsprechenden Neuverbindungen zur Rekonstruktion wieder geschaffen. Bei bösartigen Tumoren im Bereich des Pankreaskörpers und des Pankerasschwanzes wird eine sogenannte Pankreaslinksresektion durchgeführt, oft muß hierbei die Milz mit entfernt werden, der Pankreaskopf wird belassen.

Im Anschluß an die Operation wird individuell entschieden, je nach Tumorstadium, körperlicher Verfassung und Alter des Patienten, ob eine Chemotherapie und / oder eine Strahlentherapie von zusätzlichem Nutzen sein kann. In unserem Haus findet hierzu regelmäßig eine interdisziplinäre Tumorkonferenz statt, in der jeder einzelne Patient von Spezialisten der verschiedenen Fachgebiete (Onkologen/ Internisten, Strahlentherapeuten/Radiologen, Chirurgen) besprochen und die individuell am besten geeignete Therapieform festgelegt wird.
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