Behandlungsschwerpunkte

Verschlußkrankheit der Becken- und Beinschlagadern (pAVK)

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) führt eine Verkalkung zur Verengung oder sogar zum Verschluß der Schlagadern. Die Muskulatur kann deshalb nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden und schmerzt unter Belastung (Schaufensterkrankheit), später auch in Ruhe, Im schlimmsten Fall sterben die betroffenen Gliedmaßen ab.

Risikofaktoren für Gefäßverkalkungen sind erhöhte Fettwerte, Bluthochdruck, Zucker (Diabetes mellitus), Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung und familiäre Belastung.

  • Diagnosestellung

    Die Diagnose wird durch eine körperliche Untersuchung mit Ertasten der Pulse, Messung des Blutdruckes an Armen und Beinen gestellt. Ultraschalluntersuchungen und die Darstellung der Gefäße mit Kontrastmittel (MRT oder Angiographie) sind ebenfalls möglich.


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  • Nachbehandlung:

    Operationen an der Bauchschlagader:
    Sie werden zunächst für 24 Stunden auf der Intensivstation betreut, wo eine Kreislaufüberwachung und Wundkontrolle durchgeführt wird. Dazu wird eine künstliche Ernährung über die Venen und eine Ableitung des Magensaftes über eine Magensonde sichergestellt, um Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden.
    Wichtig ist das Abhusten, um eine Lungenentzündung zu vermeiden. Dabei kann die Operationswunde durch Handauflegen gestützt werden.
    Am Folgetag werden Sie in der Regel wieder auf Ihr Zimmer zurück können. Sie müssen mit Hilfe aufstehen, die Wunddrainagen werden entfernt und eventuell auch der Magenschlauch. Sobald das Verdauungssystem wieder arbeitet, dürfen Sie erst vorsichtig trinken und dann in den nächsten Tagen mehr und mehr wieder essen.
    Sofern die Wunden gut heilen und Sie sich wieder wohl fühlen, dürfen sie etwa 8-10 Tage nach der Operation wieder nach Hause.

    Operationen an den Beinen:
    In der Regel werden Sie nach der Operation für einige Stunden im Aufwachraum betreut, wo Blutdruck und Herz überwacht werden und der Verband regelmäßig überprüft wird. Sollten Sie schwere Vorerkrankungen haben, kann auch für 24 Stunden eine Überwachung auf der Intensivstation erforderlich werden. Anderenfalls werden Sie nach einigen Stunden in Ihr Zimmer zurück kommen.
    Bereits am Abend nach der Operation dürfen Sie mit Hilfe des Pflegepersonals aufstehen und spätestens am nächsten Morgen wieder normal Essen und Trinken und sich normal auf der Station bewegen. Die Wunddrainage wird in der Regel ebenfalls am Tag nach der Operation entfernt.

    Sofern die Wunden gut heilen und Sie sich wieder wohl fühlen, dürfen Sie ca. 8 Tage nach der Operation wieder nach Hause. Sollten noch andere Wunden am Bein vorhanden sind deren Abheilung zunächst erfolgen muß, verlängert sich Ihr Aufenthalt entsprechend.

    Im weiteren sollten Sie ein Medikament einnehmen, welches die Blutplättchen an der Verklumpung hindert ( z.B. ASS, Iscover, Plavix). In einzelnen Fällen kann auch eine Behandlung mit Marcumar erforderlich werden. Hierzu kann Ihnen vom Pflegepersonal ein weiteres Informationsblatt ausgehändigt werden.

    In den ersten Wochen nach der Operation sollten Sie noch starke Anstrengungen vermeiden, sich jedoch viel bewegen.
    1x im Jahr muß das Gefäßsystem dann zunächst mittels Ultraschalluntersuchung nachkontrolliert werden.

    Sollte es zu Veränderungen und Schmerzen an der Wunde oder im Bein, Fieber oder Gefühlsstörungen in Armen oder Beinen kommen, müssen Sie sofort Ihren Hausarzt informieren oder unsere Ambulanz aufsuchen.


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  • Opertation

    Prinzipiell gibt es die Möglichkeit, eine verengte Stelle in einer Schlagader durch eine "Ausschälung" der Verkalkung zu säubern (TEA) oder den betroffenen Bereich mit einem künstlichen Gefäß zu überbrücken (Bypassoperation). Dieses kann aus der eigenen oberflächlichen Beinvene gewonnen werden oder es wird ein Kunststoffgefäß verwendet. Welches Verfahren für Sie geeignet ist, kann nur Ihr behandelnder Arzt entscheiden.
    Zunächst müssen jedoch begleitende Risiken von Seiten des Herz-Kreislaufsystems, der Lungen und Nieren abgeklärt werden.

    Bei der Operation kann es wie bei jeder anderen Operation auch zu einer Verletzung der umgebenden Organe, Gefäße und Nerven kommen. Bei Männern können bei Operationen an der Bauch- oder Beckenschlagader nach der Operation Erektionsstörungen auftreten.
    Sollte sich einmal ein größerer Bluterguß entwickeln, müsste dieser eventuell in einer weiteren Operation entfernt werden.
    Selten tritt eine Entzündung im Wundbereich auf. Ist die Kunststoff-Prothese auch betroffen wird diese wieder entfernt.
    Ferner kann sich in der Schlagader ein Blutgerinnsel lösen, das einen Gefäßverschluß im Bein oder bei Operationen an der Bauchschlagader in den Nieren auslösen könnte.
    Ein Gerinnsel in den Beinvenen, eine sogenannte Beinvenenthrombose ist aufgrund der zusätzlich durchgeführten Blutverdünnung eher selten, könnte aber zu einer Lungenembolie mit Verlegung der Blutbahnen in der Lunge führen.
    Leider kann es auch zu einem erneuten Verschluß der gesäuberten Schlagader oder des Bypasses kommen.
    Ein Fortschreiten der eigentlichen Erkrankung, der Gefäßverkalkung, lässt sich nur durch Aufheben der Risikofaktoren erreichen.


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  • PTA (Ballonkatheter)

    Bei bestimmten Verschlusslokalisationen kann eine percutane transluminale Angioplastie (PTA) in Erwägung gezogen werden. Dabei werden Verengungen oder kurzstreckige Verschlüsse mechanisch aufgedehnt. Dazu wird ein spezieller Katheter durch die Haut in der Leistengegend in die Schlagader eingeführt und dann unter Röntgenkontrolle an die verengte Stelle geführt. Mit Hilfe des Ballons werden die Verschlüsse aufgedehnt, eventuell wird zur Stabilisierung ein Drahtröhrchen (Stent) eingesetzt.
    Nach der Behandlung müssen Sie mit einem Druckverband 24 Stunden flach auf dem Rücken liegen, um Sicher zu stellen, daß sich die in der Leistengegend "punktierte" Stelle wieder richtig verschließt.

    Allerdings kann sich ein einmal aufgedehntes Gefäß auch wieder verschließen. Die PTA kann wiederholt werden und erfordert nur einen kurzen stationären Aufenthalt.


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  • Therapie

    Anhand der Kontrastmittelbilder kann der Arzt entscheiden, ob
    • eine Behandlung ohne Operation mit einer Einstellung der Risikofaktoren, Gehtraining und einer medikamentösen Therapie (z.B. ASS) erfolgt
    • eine Katheterbehandlung mit Aufdehnung einer Schlagader (ggfls. unter Einsetzen eines Drahtröhrchens = Stent) erfolgt oder
    • eine Operation mit Ausschälung der Schlagader oder Überbrückung des Verschlusses mit Hilfe eines Bypasses erforderlich ist.


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