Behandlungsschwerpunkte

Krampfader-OP

Krampfadern (Varizen) entstehen, wenn die Blutgefäße, die das Blut zum Herzen zurücktransportieren (Venen), sich erweitern. Besonders häufig sind davon die oberflächlichen Venen der Beine betroffen.
Damit die Venen das Blut auch im Stehen zum Herzen transportieren können, verfügen sie über Venenklappen. Das sind Ventile, die den Blutstrom nur in Richtung Herz zulassen. Den Haupttransport des Blutes übernehmen die tiefen Venen.
Bei der Entstehung von Krampfadern erweitern sich die oberflächlichen Venen, so dass die Venenklappen nicht mehr schließen, und Blut in das Bein zurücklaufen kann. Dies kann zu Schmerzen, Spannungsgefühl, Hautveränderungen, Venenentzündungen und Geschwüren führen. Die Erkrankung kann auch auf das tiefe Venensystem übergreifen.

  • Diagnosestellung

    Die Diagnose wird durch eine körperliche Untersuchung, Ultraschalluntersuchung (bidirektionale Doppler- und farbkodierte Duplexuntersuchung) und selten auch eine Kontrastmitteldarstellung (Phlebographie) gestellt.


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  • Verödungstherapie

    Die Therapie wird von einem Phlebologen (Dermatologe oder Gefäßchirurg) durchgeführt. Bei der kosmetischen Verödungstherapie werden in die Besenreiser mit einer Mikronadel je nach Entscheidung des behandelnden Arztes 0,5-2% Verödungsmittel (Polydokanol) oder aufgeschäumtes Verödungsmittel injiziert, welches zu einer sterilen Entzündung der Venenwand führt. In weiterer Folge wird sich die Venenwand verschliessen, so dass die Besenreiser nicht mehr flüssigkeitsdurchspült und damit nicht mehr sichtbar sind.

    Auch die Verödung größerer Varizen ist möglich (z.B. zur Behandlung eines bestehenden „offenen Beines“). Die Krampfader wird dann mit einer größeren Nadel angestochen, das Bein nachfolgend hochgelagert und über die Nadel ein Verödungsmittel eingespritzt. Das Mittel bewirkt ebenfalls eine Entzündung der Gefäßinnenwand und "verklebt" dadurch die Krampfader. Anschließend erfolgt eine Kompressionsbehandlung.


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  • Operation

    Der Arzt entscheidet anhand der Untersuchungsbefunde, ob die Vene noch „repariert“ werden kann oder entfernt werden muß.

    Bei der „Reparatur“ (Extraluminale Valvuloplastie) erfolgt ein ca. 1 bis 2 Zentimeter langer Schnitt in der Leiste. Dort trifft sich die geschädigte, oberflächliche Vene mit der tiefen Vene. Durch eine zu starke Erweiterung der oberflächlichen Vene schließen die ersten Venenklappen nicht mehr. Die Vene wird nun freigelegt und erhält eine Ummantelung aus Kunststoff (Dacron), die eine zu starke Aufdehnung der Vene verhindert und die Klappen dadurch wieder schlussfähig macht. Eventuell müssen am Unterschenkel über kleine Zusatzschnitte noch einzelne Krampfadern (Miniphlebektomien in Häkeltechnik) entfernt werden.

    Muß die erkrankte Vene entfernt werden, erfolgt ein Schnitt im Bereich der Leiste oder der Kniekehle, abhängig davon, ob die große oder die kleine Rosenvene betroffen ist. Die defekte oberflächliche Vene wird von der gesunden tiefen Vene getrennt, eine Sonde in die Vene eingeführt und bis unterhalb des Knies (große oberflächliche Vene) oder bis auf Wadenmitte (kleine oberflächliche Vene) vorgeschoben und dort durch die Haut ausgeleitet und dann die defekte Vene mit der Sonde entfernt.

    Unter Umständen müssen auch hier einzelne Krampfadern am Unterschenkel über Zusatzschnitte (Miniphlebektomien in Häkeltechnik) entfernt werden.

    Bei der Operation kann es wie bei jeder anderen Operation auch zu einer Verletzung der umgebenden Gefäße und Nerven kommen. Sollte sich einmal ein größerer Bluterguß entwickeln, müsste dieser in einer weiteren Operation entfernt werden. Selten kann eine Entzündung im Wundbereich auftreten, so dass die Wunde wieder geöffnet werden muss.


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  • Nachbehandlung & Verhaltens-Tipps

    Sie sollten am folgenden Tag Ihren weiterbehandelnden Phlebologen aufsuchen, der die Wunden kontrolliert. Nach acht Tagen können die Fäden gezogen werden.

    Verhaltenstipps nach der Krampfader-Operation

    Unsere modernen Operationsmethoden ermöglichen eine schnelle und umfassende Genesung. Um dieses Ziel optimal und in möglichst kurzer Zeit erreichen zu können, beachten Sie bitte nach der Operation folgende Hinweise:
    • Tragen Sie Ihre Kompressionsstrümpfe 6 Wochen nach der Operation tagsüber (es empfiehlt sich, diese morgens noch im Liegen anzuziehen, da die Beine durch die Hochlagerung des nachts größtmöglich entstaut sind)
    • Duschen dürfen Sie ab dem 3. Tag nach der Operation
    • Fäden in Leiste / Kniekehle werden nach ca. 10 Tagen gezogen
    • die Abheilung der Blutergüsse kann ca. 8-10 Wochen dauern
    • leichte - normale Alltagsbelastungen sind ab dem Zeitpunkt der Entlassung erlaubt, langes Stehen oder Sitzen sollte vermieden werden
    • 14 Tage nach der Operation dürfen Sie gerne wieder Sport machen
    • eine erneute Vorstellung in unserer Ambulanz ist unter normalen Bedingungen nicht erforderlich

    Um Ihre Beine langfristig in Form zu halten und von Anstrengungen zu entlasten, empfehlen wir leichte Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic-Walking, hierbei sollte auf geeignetes Schuhwerk und eine „weiche“ Bodenbeschaffenheit der Trainingsstrecke geachtet werden. Saunieren und Dampfbäder sollten reduziert werden. Kneipsche kalte Güsse, insbesondere Wechselduschen an den Beinen erzeugen einen positiven, tonisierenden Effekt auf die Venen, der auch noch über Stunden anhält.


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