Behandlungsschwerpunkte

Wirbelsäule und Osteoporose

Verschleißerkrankungen an der Wirbelsäule und Osteoporose (Knochenmineralverlust) sind durch immer höher werdende Lebenserwartung mittlerweile zu Volkskrankheiten geworden.
Veränderungen an der Wirbelsäule betreffen vorwiegend den Bereich der unteren Brustwirbelsäule und der Lendenwirbelsäule, können aber auch die gesamte restliche Wirbelsäule mit einbeziehen.
Im schlimmsten Fall kann es zum sogenannten Wirbelbruch kommen. Durch Druck auf Nerven kann es zu sehr starken Schmerzen und sogar Lähmungen kommen.

  • Ursachen

    Die Ursachen für Verschleißveränderungen an der Wirbelsäule sind vielfältig. Hierzu zählt neben unserer aufrechten Körperhaltung auch die im Lauf der Zeit sich immer mehr verlängernde Lebenserwartung und unsere zunehmende Bewegungsarmut durch sitzende Tätigkeiten.
    Die Folge sind zunehmend schlechte Belastungsverhältnisse der kleinen Wirbelgelenke und ein Verschleiß und Vergrößerung dieser Knochen- und Gelenkstrukturen. Diese können ebenso wie Bandscheibenvorwölbungen oder Bandscheibenvorfälle auf die an der Wirbelsäule austretenden Nerven drücken und starke teilweise ausstrahlende Schmerzen und sogar Gefühlsstörungen oder Lähmungen in Armen und Beinen verursachen.
    Die Ursache des Knochenmineralverlustes, der Osteoporose, ist einerseits in unserer Ernährung zu suchen, hat aber auch häufig die Ursache in hormonellen Veränderungen im höheren Lebensalter. Selten sind andere Erkrankungen als Ursache der Osteoporose auszumachen.


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  • Beschwerdebild

    Rückenschmerzen hat fast jeder schon einmal gehabt. Das diese Beschwerden so häufig sind, heisst aber nicht, dass man dies einfach so hinnehmen sollte.
    Kurzzeitige (einige Tage anhaltende) örtlich auf die Rückenregion beschränkte Schmerzen können zunächst vom niedergelassenen Arzt symptomatisch (d.h. mit Schmerzmedikamenten) behandelt werden.
    Länger andauernde und ausstrahlende Schmerzen in die Beine oder Arme sollten unbedingt untersucht werden.
    Es können neben Schmerzen auch Gefühlsstörungen (z.B. Kribbeln, Missempfindungen oder Taubheitsgefühle) ja sogar teilweise oder komplette Lähmungen auftreten.
    Sofort sollten derartige Schmerzen nach einem Unfallereignis, wie z.B. einem Sturz, untersucht werden.


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  • Diagnose

    Für die Diagnosestellung gibt es vielfältige Methoden. Am Anfang steht das Patientengespräch, um die genaue Ursache und den Zusammenhang mit einem etwaigen Unfall zu erfahren.
    Im Anschluss erfolgt eine eingehende körperliche Untersuchung, um den Ort der Beschwerden genauer einzugrenzen und unnötige (z.T. strahlenbelastende Untersuchungen) zu vermeiden.
    Wenn durch ärztliche Befragung (Anamnese) und klinische Befunderhebung das Beschwerdebild eingegrenzt ist, kann eine weitergehende Diagnostik durch verschiedene bildgebende Verfahren erfolgen.
    Hier stehen neben dem einfachen Röntgenbild, welches die einfachste und schnellste Erstuntersuchung zur weiteren Eingrenzung darstellt, auch die großen Untersuchungsmethoden mit Computertomografie (schnelles 16-Zeilen-CT), MRT (Kernspin- oder Magnet-Resonanz-Tomografie) und auch Knochenstoffwechseluntersuchungen (Knochenszintigrafie) zur Verfügung.


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  • Behandlung

    Wenn durch Anamnese, klinischen Befund und bildgebende Diagnostik eindeutig die Ursache der Beschwerden gefunden ist, kann entsprechend behandelt werden.
    Je nach Ursache stehen hier konservative Maßnahmen (d.h. ohne Operation), minimal-invasive (z.B. Spritzentherapie) oder operative Maßnahmen zur Verfügung.
    Die konservative Therapie umfasst in erster Linie Physiotherapie (Krankengymnastik) und physikalische Therapie (Fango, Elektroanwendungen etc.) aber auch ärztliche Manuelle Medizin (Chirotherapie) sowie eine ausreichende speziell auf den individuellen Patienten abgestimmte Schmerztherapie.
    Als minimal-invasive Maßnahmen bieten sich Injektionsbehandlungen (Spritzen) an der Wirbelsäule und den angrenzenden Gelenken an. In besonderen Fällen können neben der medikamentösen Schmerztherapie auch spezielle Schmerzkatheterverfahren durch unsere Anästhesie eingeleitet werden.
    Manchmal sind jedoch diese Maßnahmen nicht ausreichend oder nicht dauerhaft Erfolgreich. In diesen Fällen steht eine Operation an. Da wir die Ängste der Patienten vor einer Operation kennen und respektieren, wird ein möglicher operativer Eingriff ausführlich mit Ihnen und – falls gewünscht – auch mit Ihren Angehörigen besprochen. Es wird dabei die Situation jedes Patienten berücksichtigt und der schonendste, erfolgversprechende operative Eingriff erwogen.
    Einen Großteil der Operationen an der Wirbelsäule wie z.B. Versteifungen und innere Stabilisierungen mit Knochenzement (Kyphoplastie oder Vetrebroplastie) können im Krankenhaus Bethanien durchgeführt werden. Spezielle Bandscheibenoperationen werden durch Kooperationspartner der umliegenden Neurochirurgien durchgeführt.
    Bei Knochenbrüchen der Wirbelkörper erfolgt die umgehende operative Stabilisierung, um Folgeschäden zu vermeiden.
    In Abhängigkeit vom Ausmaß des Wirbelbruches und des Zustands des Patienten wird ein gebrochener Wirbelkörper mit einem inneren „Überbrückungsgestänge“ einem so genannten Fixateur versorgt. Dieser liegt unter der Haut und richtet den Wirbelkörper auf, sodass dieser in den folgenden ca. 3 Monaten ausheilen kann. Diese Methode wird zunehmend auch minimalinvasiv, das heisst mit mehreren kleinen Schnitten statt eines großen Schnittes durchgeführt.
    Bei ausgedehnten Verletzungen oder z.B. bösartigen Veränderungen (Metastasen) der Wirbelkörper ist eine Zweitoperation mit Entfernung des Wirbelkörpers und Stabilisierung mit Implantaten erforderlich. Auch diese Operationen werden im Krankenhaus Bethanien auch in Zusammenarbeit mit unseren Thoraxchirurgen durchgeführt.
    Bei wenigerschweren Wirbelbrüchen und/oder schlechtem Allgemeinzustand eines Patienten wird der gebrochene Wirbelkörper von innen aufgerichtet und mit einem schnell aushärtenden Knochenzement stabilisiert. Dieser Eingriff erfolgt zwar in einer kurzen Narkose, ist jedoch kaum mehr als eine „Spritze in den Wirbelkörper“.


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  • Nachbehandlung

    Bei der nicht-operativen oder minimalinvasiven Therapie erfolgt schon während des Krankenhausaufenthalts eine zunehmend intensive Krankengymnastik und eine physikalische Therapie. Die Therapie wird bei entsprechender Beschwerdebesserung im Anschluss auch ambulant weitergeführt.
    Bei einer Operation richtet sich die Nachbehandlung immer nach der jeweiligen Operation und dem individuellen Befund des Patienten.
    Nach kleineren operativen Eingriffen, wie der inneren Stabilisierung mit Knochenzement können Sie in der Regel am Tag nach der Operation sofort und ohne Hilfsmittel (Korsett oder ähnliches) aufstehen und sich bewegen. Begleitend werden jedoch immer krankengymnastische Übungen zur Mobilisation und Muskelkräftigung sowie eine an die Beschwerden angepasste Schmerztherapie durchgeführt.
    In der Regel können Sie nach ein paar Tagen stationärem Aufenthalt das Krankenhaus ohne weitere Einschränkungen wieder verlassen.
    Bei den etwas größeren oder auch sehr großen operativen Eingriffen richtet sich die Nachbehandlung nach dem jeweiligen individuellen Befund.
    Normalerweise ist im unmittelbaren Anschluss an die Operation eine kurzzeitige Bettruhe anzuraten, um die Nachblutungsgefahr mit entsprechenden Folgen zu vermeiden.
    Diese Bettruhe endet am 2.-3. Tag nach der Operation nach Entfernung der Drainagen (Wundschläuche). Im Anschluss wird mit einer Schmerztherapie eine frühfunktionelle Mobilisation und Kräftigungstherapie eingeleitet.
    Je nach individuellem Bedarf können die Schmerzmedikamente zunehmend reduziert werden und Sie als Patient bei entsprechendem Wohlbefinden entlassen werden.
    Spezielle Hilfsmittel, wie z.B. ein Korsett, sind nur in Ausnahmefällen notwendig, werden aber, sofern notwendig, noch im Krankenhaus verordnet und angepasst. In diesen Fällen erfolgt die Entlassung erst, wenn Sie das Anlegen des Korsetts gut beherrschend und Sie mit dem Korsett ausreichend mobil sind.
    Bei allen durch Osteoporose bedingten Brüchen (durch Knochenmineralverlust) wird eine entsprechende medikamentöse Therapie eingeleitet und sollte auch nach dem Krankenhausaufenthalt dauerhaft eingenommen werden.


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