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Dekubitus / Druckgeschwür


Liebe Patientinnen, liebe Patienten,
unter einem Druckgeschwür, in medizinischen Fachkreisen Dekubitus genannt, leiden insbesondere pflegebedürftige Menschen, aber auch Hochaltrige, und Menschen die in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind und sehr viel Zeit sitzend oder liegend verbringen. Einmal entstanden, ist der Dekubitus eine große Belastung für den Betroffenen, aber auch für sein soziales Umfeld.

Meist führt das Druckgeschwür zu starken Schmerzen und einer daraus resultierenden Zunahme der schon vorhandenen Bewegungseinschränkung.
Diese Internetseite soll Ihnen helfen die Gefahr eines Wundliegens zu erkennen, und gibt Ihnen Hilfestellung zur Vermeidung. Sie zeigt Ihnen auch, ab wann es sinnvoll sein kann einen Arzt, eine qualifizierte Pflegefachkraft, oder weitere Experten zur Beratung mit einzubeziehen.

Hier finden Sie alle Informationen über Entstehung, Diagnose, Therapie und Vorbeugung



  • Was ist Dekubitus?

    Der Fachbegriff Dekubitus steht für das Druckgeschwür oder das sogenannte „Wundliegen“. Hiermit ist eine Schädigung der Haut, und/oder des darunter liegenden Gewebes bis zu den tiefer liegenden Knochen, gemeint. Auslöser sind Druck und/oder Scherkräfte. Schädigungen durch Druck können zum Beispiel durch Matratzen, faltige Betttücher, zu enge Schuhe etc. verursacht werden.

    Werden bestimmte, insbesondere hervorstehende Körperareale mit großem Gewicht über einen längeren Zeitraum belastet, kommt es zu einer verminderten Durchblutung des betroffenen Gewebes. Der Körperbereich wird nur noch unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, und es kommt zu einer Schädigung des Hautareals.

    Scherkräfte entstehen beispielsweise, wenn der Betroffene in sitzender Position durch die Schwerkraft nach unten rutscht, während die Haut in der ursprünglichen Position verbleibt. Es kommt zu Verschiebungen der einzelnen Hautschichten gegeneinander, und daraus resultierend zu Dehnungen und Rissen in den Gewebsstrukturen.


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  • Welche Personengruppen sind besonders gefährdet?

    Insbesondere bei Menschen, die sich durch Alter, Krankheit, oder körperliche Einschränkungen nicht ausreichend bewegen, und sich zusätzlich nur unzureichend ernähren, besteht die Gefahr der Entstehung eines Druckgeschwürs.

    Menschen mit herabgesetztes Schmerzempfinden, Lähmungen, Neuropathien, Harn-und Stuhlinkontinenz sind ebenfalls gefährdet.

    Risikofaktoren


    Innere Faktoren (Intrinsisch)
    • Reduzierte Beweglichkeit
    • Austrocknung (Exsikose)
    • Überwässerung (Ödeme)
    • Harn-Stuhlverlust (Inkontinenz)
    • Mangel/Fehlernährung
    • Untergewicht/Fettleibigkeit
    • Gefühlsstörungen (Sensibilitätsstörungen)
    • Infektionen
    • Schwere akute oder chronische Erkrankungen
    • Psychische Erkrankungen (Demrnz)
    • Hochaltrigkeit

    Äußere Faktoten (Extrinsisch)
    • Druck/Scherkraft/Reibung
    • Medikamente
    • Feuchtigkeit
    • Mangelnde/falsche Körperhygienen
    • Liege-/Sitzpositionen
    • Falsche/unpassende Hilfsmittel
    • Falsche Kleidung/Schuhe


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  • Welche Körperstellen sind gefährdet?

    Grundsätzlich kann ein Dekubitus überall am Körper entstehen. Hervorstehende Areale sind jedoch besonders gefährdet Überall dort, wo zwischen Haut und Knochen wenig Fett- oder Muskelgewebe liegt, besteht ein erhöhtes Dekubitusrisiko!


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  • Wie kann ich Vorbeugen?

    Erhaltung und Förderung der Selbständigkeit und Bewegung

    Die Fähigkeit eines Menschen, sich in seiner gewohnten Umgebung selbständig bewegen und versorgen zu können, trägt wesentlich zu seinem Wohlbefinden und seiner Gesundheit bei. Je mehr diese Fähigkeit eingeschränkt wird, desto mehr ist der Betroffene auf die Hilfe anderer angewiesen. Das wiederum beeinträchtigt die körperliche und geistige Gesundheit. Führen sie gewohnte Tätigkeiten möglichst ohne Hilfe, und alleine aus, auch wenn es schwer fällt und mehr Zeit in Anspruch nimmt. Die selbständige Durchführung fördert ihr Selbstwertgefühl und gibt ihnen die Bestätigung, etwas aus eigener Kraft erledigt zu haben.
    Sind sie in ihrer Bewegung eingeschränkt wird Unterstützung durch Angehörige, oder professionell Pflegende notwendig. Achten sie darauf, dass nach Möglichkeit gewohnte Bewegungsabläufe beibehalten werden, und alle Körperteile und Gelenke regelmäßig bewegt werden. Gelenkfehlstellungen, so genannte Kontrakturen werden hierdurch vermieden. Diese können, einmal entstanden, zu Druckgeschwüren führen. Bei Fragen hierzu holen sie sich Rat beim Physio- oder Ergotherapeuten.

    Vermeiden sie in ihrer häuslichen Umgebung, aber besonders in fremder Umgebung mögliche Stürze. Stürze führen oft zu massiven Verletzungen mit nachfolgender Immobilität. Die Gefahr von nun auftretenden Druckgeschwüren steigt rapide an.

    Selbstkontolle ihrer Haut / Druckentlastung

    Überprüfen sie ihre Haut regelmäßig selber auf Druckstellen, oder Rötungen. Um Druck zu vermindern, werden verschiedene Hilfsmittel, z.B. spezielle Matratzen, Sitzkissen, oder Lagerungshilfen angeboten. Diese müssen jedoch unbedingt ihren Bedürfnissen angepasst werden. Sind sie selber nicht in der Lage, ihre Position im Bett, oder Stuhl zu verändern, achten sie auf einen regelmäßigen Lagerung ihres Körpers durch ihre Angehörige, oder professionell Pflegende. Felle, Luftringe, Wasserkissen oder Ähnliches sind hier ungeeignete Hilfsmittel. Diese Produkte bewirken keine Druckentlastung, sondern erhöhen punktuell den Auflagedruck und erreichen dann das genaue Gegenteil. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sie unter Sensibilitätsstörungen leiden, und den Druckschmerz „nicht spüren“

    Richtige Ernährung

    Sowohl Über-als auch Untergewicht kann ein großes Risiko für die Entstehung von Druckgeschwüren darstellen. Eine gesunde Ernährung und eine ausreichende Trinkmenge beugen Mangelerscheinungen und Austrocknung vor, der Stoffwechsel wird angeregt und Giftstoffe werden schneller abtransportiert. Essen sie gesund und abwechslungsreich. Achten sie auf Vitamin- und Mineralstoffreiche Ernährung. Falls der Nährstoff-und Flüssigkeitsbedarf nicht erreicht werden kann, ist frühzeitig an zusätzlichen Nahrungsergänzungen zu denken. Lassen sie sich von ihrem behandelnden Arzt beraten, oder besuchen sie eine Ernährungsberatung.

    Richtige Körper- und Hautpflege

    Die Körperpflege soll auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Als Waschlotion benutzen sie milde, möglichst unparfümierte Produkte, oder reines Wasser. Wichtig ist, dass der natürliche Schutzmantel der Haut erhalten bleibt. Bei vermehrtem Schwitzen, sowie bei Harn- und Stuhlinkontinenz wird die Haut besonders strapaziert. Es bilden sich feuchte Zellen, die zu entzündlichen Veränderungen neigen. Abzuraten ist vom „Trockenrubbeln“ der Haut. Vielmehr sollten sie die betroffene Haut vorsichtig trockentupfen. Ein regelmäßiger Wechsel der Wäsche und eine geeignete Inkontinenzversorgung sind wichtig. Achten sie darauf, dass ihre Unterlage im Bett, oder auf dem Stuhl faltenfrei ist. Vermeiden sie Krümel, oder andere Fremdkörper jedweder Art (Kamm, Kugelschreiber…) in ihrem Bett, oder auf dem Stuhl.

    Die Hautpflege richtet sich nach ihrer Notwendigkeit. Wichtig ist, dass ihre Haut feucht und geschmeidig bleibt. Trockene Haut neigt zu Rissen, welche wiederum das Wundliegen fördern. Verwenden sie keine alkoholischen „durchblutungsfördernde) Flüssigkeiten (Franzbranntwein). Diese tragen zur Austrocknung der Haut bei. Ebenso abzuraten ist von „durchblutungsfördernden Massagen“ da die Haut zu sehr strapaziert wird und es zu ungewünschten Scherkräften kommt. Zur Hautpflege verwenden sie keine deckende Cremes, oder Zinkpasten. Ideal sind Ureahaltige Produkte, möglichst nicht parfümiert. Für den Hautschutz hält der Fachhandel eine Reihe hochmoderner, atmungsaktiver Produkte bereit. Lassen sie sich von einem zertifizierten Wundexperten, oder Wundmanager beraten. Achten sie darauf, dass ihre Kleidung nicht zu eng ist, bzw. an Körperstellen scheuert. Das gilt besonders für ihre Schuhe.

    …trotz alle dem ist der Dekubitus da…

    Ist es zu einem Dekubitus gekommen sollte dieser nach modernen Gesichtspunkten versorgt werden. Sprechen sie mit ihrem Arzt, oder Pflegedienst. Schalten sie einen zertifizierten Wundexperten oder Wundmanager ein.

    Der Wundverband wird passend für sie ausgewählt, und richtet sich nach der jeweiligen Heilungsphase der Wunde. Schmerzen beim Tragen oder Wechsel des Verbandes sollen vermieden werden. Die Behandlung ihrer „chronischen Wunde“ erfolgt in der Regel mit Produkten zur feuchten, modernen Wundversorgung. In dem dadurch erreichten feucht-warmen Wundmilieu heilen ihre Wunden am besten. Überflüssige Wundflüssigkeit wird aufgenommen, ohne jedoch die Wunde auszutrocknen. Die Produkte der modernen Wundversorgung schützen ihre Wunde vor weiteren Verletzungen, Infektionen und Schmerzen. Ein moderner Wundverband kann mehrere Tage auf der Wunde verbleiben und schafft so ideale Voraussetzungen zur schnellen Wundheilung.


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