Lungenzentrum

Pressestimmen

20.03.2016

Neue Therapie gegen Lungenkrebs erfolgreich


Bethanien-Ärzte erzielen mit der Immuntherapie große Behandlungserfolge bei schwer kranken Lungenkrebspatienten. Das Moerser Krankenhaus ist eine von wenigen Schwerpunktkliniken in Deutschland, die die Therapie derzeit anbietet.

Väter der neuen Immuntherapie im Krankenhaus Bethanien: Dr. Kato Kambartel, Koordinator des Lungenzentrums Bethanien (li.), Dr. Thomas Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik und Leiter des Lungenzentrums (2. v. r.) sowie Privatdozent Dr. Peter Liebisch von der Onkologischen Praxis Moers (re.) begutachten mit Patient Bernd Kirchhausen (65) aus Moers (Mitte) Röntgenaufnahmen seiner Leber vor und nach der Immuntherapie. (Foto: KBM/Ulla Michels)
Im Krankenhaus Bethanien werden seit einem halben Jahr Lungenkrebs-Patienten mit der neuen Immuntherapie behandelt. Die Behandlungsergebnisse bei den ersten zwanzig Patienten geben Grund zu "realistischem Optimismus", wie Dr. Voshaar als Chefarzt der Lungenklinik und Leiter des Lungenzentrums es mit der nötigen Vorsicht ausdrückt. Denn die Therapieerfolge mit dem Medikament Nivolumab sind bei einigen Patienten geradezu bahnbrechend, während das Medikament bei anderen Patienten keine oder nur geringe Erfolge zeigt. Das Lungenzentrum Bethanien gehörte zu den ersten Schwerpunktkliniken in Deutschland, die mit dem Medikament behandeln durften - zum Teil mit Sondergenehmigung, als das Medikament hierzulande noch gar nicht zugelassen war. Die Forschung zur Immuntherapie läuft weltweit auf Hochtouren. Denn die Immuntherapie stellt einen völlig neuen Behandlungsansatz dar.

Einer der derzeit zwanzig im Lungenzentrum Bethanien mit der Immuntherapie behandelten Patienten ist Bernd Kirchhausen aus Moers. Der 65-jährige Rentner war Ende Juli 2013 wegen Lungenkrebs operiert worden. Erfolgreich, wie es schien. Doch zwei Jahre später, im Herbst 2015, entdeckten die Bethanien-Ärzte zahlreiche Metastasen des Lungenkrebses in der Leber des Patienten. Nach Operation, Chemo- und Strahlentherapie eine niederschmetternde Diagnose für den Patienten. Doch mit der neuen Immuntherapie gab es noch eine Chance. Denn die Ärzte hatten den Krebs des Patienten sehr genau genetisch untersucht und herausgefunden, dass die neue Immuntherapie bei Bernd Kirchhausen wirken müsste. Seither erhält Bernd Kirchhausen alle zwei Wochen in der Onkologischen Praxis Moers auf dem Bethanien-Gelände Infusionen, die sein Immunsystem in die Lage versetzen, die Krebszellen in der Leber effektiv zu bekämpfen. In nur vier Monaten sind die im November noch zahlreichen Metastasen in der Leber nicht mehr sichtbar. Und das alles ohne Operation, ohne Chemotherapie und ohne Strahlentherapie. Angesichts solcher vor wenigen Jahren noch undenkbarer Erfolge sprechen die Ärzte von einer bahnbrechenden Fortschritt durch die neue Therapie.

Für Patient Bernd Kirchhausen und seine Familie bedeutet die Behandlung viel. "Mein Mann kehrt ins Leben zurück. Im vergangenen Herbst war er abgeschlagen und kraftlos. Jetzt hat er wieder Appetit und nimmt am Leben teil", sagt seine Frau. Für die Ärzte ist das keine Überraschung: Ein dieser Tage aufgenommenes Röntgenbild der Leber von Bernd Kirchhausen zeigt, dass die Metastasen in der Leber nicht mehr zu sehen sind. Das körpereigene Immunsystem hat ganze Arbeit geleistet. Nebenwirkungen durch die Therapie verspürt der Patient keine. Das Medikament sei sehr gut verträglich, betonen die Ärzte. Kein Vergleich zu den manchmal sehr belastenden Nebenwirkungen von Strahlentherapie und Chemotherapie.

Das Wirkprinzip der Immuntherapie ist erstaunlich einfach: Krebszellen haben die trickreiche Fähigkeit, sich vor den Angriffen des menschlichen Immunsystems zu schützen, indem sie ihm vorgaukeln, harmlose Körperzellen zu sein, die nicht angegriffen werden dürfen. Die Immuntherapie nimmt den Krebszellen diesen Schutz - die Krebszellen können vom Immunsystem somit entdeckt und zerstört werden, wie bei Bernd Kirchhausen und den anderen Lungenkrebspatienten in Bethanien. Die Therapie wirkt allerdings derzeit nur bei den Patienten mit einer bestimmten Krebsart. Nicht alle Tumore sprechen auf die Immuntherapie an. Deswegen müssen die Ärzte genau untersuchen, für welchen Patienten die Immuntherapie wirklich in Frage kommt.

Ob die neue Therapie den Lungenkrebs lediglich zum Stillstand bringt oder ob Lungenkrebs mit der Behandlung sogar geheilt werden kann, wissen die Ärzte noch nicht. Dazu ist die Therapie schlicht und einfach noch zu neu. Und angesichts vieler Rückschläge bei der Krebsbekämpfung mahnen auch die Ärzte in Bethanien zur Zurückhaltung bei der Bewertung der jetzt beobachteten Erfolge. Privatdozent Dr. Peter Liebisch, Facharzt der auf dem Campus Bethanien ansässigen Onkologischen Praxis Moers, in der die Bethanien-Patienten ihre Immuntherapie-Infusionen erhalten, formuliert es so: "Das Verschwinden von Metastasen bedeutet nicht gleich Heilung. Es könnte sein, dass sich trotz Immuntherapie erneut Metastasen im Körper von Patienten bilden. Aber solange die Immuntherapie den Patienten hilft und keine ernsten Nebenwirkungen auftreten, behandeln wir unsere Patienten damit weiter."

Derzeit ist das Medikament Nivolumab in Deutschland nur zur Behandlung beim schwarzem Hautkrebs zugelassen und beim sogenannten Plattenepithel-Karzinom der Lunge - wenn zuvor bereits eine Chemotherapie erfolgt ist. "Die Immuntherapie ist nur dann sinnvoll, wenn eine Operation oder Strahlentherapie nicht möglich sind", sagt Oberarzt Dr. Kato Kambartel vom Lungenzentrum Bethanien. Auch Patienten mit anderen Krebsarten wird die Therapie in Zukunft vielleicht einmal helfen können: "Wir rechnen damit, dass im Laufe des Jahres diese Therapie bei weiteren Krebsarten zugelassen wird, etwa beim Adeno-Karzinom der Lunge und beim Nierenzellkarzinom", sagt Dr. Kambartel.

16.07.2014

Lungenzentrum Bethanien erneut auf der Bestenliste


Zeitschrift "Guter Rat Gesundheit" veröffentlicht erneut Empfehlungen von Deutschlands Top-Medizinern

Gute Arbeit als Gemeinschaftsaufgabe (v.l.n.r.): Chefarzt Dr. Thomas Krbek von der Lungenchirurgie, Chefarzt Dr. Thomas Voshaar von der Lungenklinik und Oberarzt Kato Kambartel als Koordinator des Lungenzentrums im Krankenhaus Bethanien freuen sich über die erneute Empfehlung von Deutschlands Top-Medizinern in der Ärzteliste der Zeitschrift
Große Freude in Bethanien: Das Lungenzentrum zählt nach einer Umfrage unter Deutschlands führenden Medizinern erneut zu den besten Einrichtungen seiner Art in Deutschland. Die Ergebnisse der Umfrage sind jetzt in der Zeitschrift "Guter Rat Gesundheit" veröffentlicht worden. Das bundesweit erscheinende Magazin befragt jährlich führende Ärzte, wo sie sich selbst und ihre Familie behandeln lassen würden. Das Ergebnis ist eine Liste der besten Einrichtungen, die Mediziner und Fachkollegen empfehlen. Das Lungenzentrum Bethanien wird bereits zum vierten Mal mit seiner Lungenklinik und seiner Lungenchirurgie in der Liste genannt, in der deutschlandweit insgesamt nur 13 Lungenzentren als herausragend aufgeführt sind.

"Die erneute Nennung in der Liste interpretieren wir als eine Anerkennung für das gesamte Team unseres Lungenzentrums. Niemand schafft Gutes allein und Erfahrung summiert sich eben doch", so die beiden Leiter des Moerser Lungenzentrums, Chefarzt Dr. Thomas Voshaar von der Lungenklinik und Chefarzt Dr. Thomas Krbek von der Lungenchirurgie. Beide Chefärzte danken der Stiftung Krankenhaus Bethanien dafür, dass sie uns die Möglichkeiten gibt, hier eine medizinische Versorgung auf sehr hohem Niveau und in großer Breite anzubieten. "Das ist heute nicht mehr selbstverständlich."

Beide Ärzte mahnten aber auch, eine solche Liste nicht zu überbewerten. Gute medizinische Leistungen seien das Ergebnis vieler Hände. "Über die Nennung in einer solchen Liste freut sich natürlich jeder Arzt. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass es sehr viele Kolleginnen und Kollegen gibt, die jeden Tag, auch oft in der Nacht und am Wochenende für eine hervorragende Patientenbetreuung sorgen." Wie Dr. Voshaar und Dr. Krbek betonen, sicherten "viele kluge, umsichtige und engagierte Ärzte in allen Bereichen in Deutschland eine medizinische Versorgung auf hohem Niveau". Dazu gehören in aller erster Linie auch Hausärzte, die bei einer Bestenliste leicht vergessen würden. "Ich selbst habe das Glück, an meiner Seite Oberärzte zu haben, die inzwischen in manchen Bereichen viel besser sind als ich", so Chefarzt Dr. Voshaar, der mit der Ärzteliste auch persönlich zum vierten Mal unter die besten Lungenärzte Deutschlands gewählt wurde.

27.03.2013

Lungenkrebs-Patienten besser unterstützen


Gesprächskreis in Bethanien ist einzigartig am Niederrhein

Chefarzt Dr. Thomas Voshaar (auf dem Bild im Arztkittel beim gestrigen Pressegespräch am 25.3.2013) hatte vor siebzehn Jahren schon die Regionalgruppe der Patientenliga Atemwegerkrankungen mitgegründet, die heute knapp 120 Mitglieder hat und eine der größten Regionalgruppen ist. Jetzt macht er sich gemeinsam mit Psycho-Onkologe Patrik Jotzo (li. im Hintergrund für den Gesprächskreis Lungenkrebs stark. (Foto: KBM/Bettina Engel-Albustin)
Die Diagnose Lungenkrebs ist für Patienten und Angehörige oft ein Schock. Wie geht es weiter, wenn die Diagnose gestellt ist und die Therapie begonnen hat? "Wir wollen Menschen mit Lungenkrebs mit ihren Fragen nicht allein lassen", sagt Patrik Jotzo vom Lungenzentrum im Moerser Bethanien-Krankenhaus. Gemeinsam mit Helga Brach von der Selbsthilfegruppe Patientenliga Atemwegserkrankungen hat der Psycho-Onkologe jetzt in Bethanien den Gesprächskreis Lungenkrebs gegründet. "Die Diagnose stellt für alle Beteiligten – Patienten, Angehörige, Mediziner – stets eine große Herausforderung dar. Menschen mit Lungenkrebs sind oft mit einem komplexen Krankheitsverlauf konfrontiert, Hilfs- und Gesprächsangebote sind rar oder existieren nicht", so Jotzo. Die Gruppe will offen sein für Menschen mit Lungenkrebs und deren Angehörige und zwar unabhängig davon, ob die Behandlung im Krankenhaus Bethanien erfolgt. Bislang ist der Gesprächskreis einzigartig am Niederrhein. "Wir wollten ein Angebot schaffen, damit Erkrankte sich untereinander austauschen können", erklärt Patrik Jotzo als Initiator der Gruppe. "Patienten untereinander wissen am besten, worum es bei ihrer Krankheit geht. Die Gespräche in einer Patientengruppe sind anders, als in einem Arzt-Patienten-Gespräch. Man kann sich gegenseitig Mut machen und fühlt sich besser verstanden."

Dem stimmt Helga Brach von der Patientenliga Atemwegserkrankungen zu. "Gesprächspartner mit der gleichen Erkrankung können ganz anders miteinander reden. In der Gruppe wird verstanden, wie Betroffene sich wirklich fühlen". Die Patientenliga Atemwegserkrankungen unterstützt zwar Menschen mit Lungenkrebs, doch sind in der Selbsthilfegruppe Menschen mit unterschiedlichen Lungenkrankheiten vereint. "Ein spezielles Angebot für Menschen mit Lungenkrebs fehlte bislang. Deswegen unterstützen wir als Selbsthilfegruppe den Gesprächskreis." Helga Brach kennt die besonderen Ängste vieler Patienten aus den vielen Gesprächen in der Selbsthilfegruppe. "Lungenkrankheiten machen beispielsweise Symptome wie Luftnot. Bei Patienten lösen diese Symptome Ängste, mitunter sogar Todesängste aus. Die medizinische Behandlung hilft, die Symptome zu lindern. Gespräche helfen, die Symptome besser zu verarbeiten. Die Betroffenen wollen darüber sprechen können." Themen wie körperliches Leid oder Angst vor Schmerzen sollen deswegen im neuen Gesprächskreis keine Tabuthemen sein.

Die Idee zum Gesprächskreis Lungenkrebs war im Sommer 2012 im Kreise von Patienten, Selbsthilfegruppen und Medizinern bei einem Informationstag des Lungenzentrums Bethanien Moers entstanden. "Lungenkrebs gehört zu den sehr häufigen Krebsarten", erläutert Chefarzt Dr. Thomas Voshaar die Hintergründe. "In den letzten fünf bis zehn Jahren hat es bei den Therapiemöglichkeiten eine rasante Entwicklung gegeben, die uns Hoffnung macht, viele Patienten jetzt und in Zukunft noch besser helfen zu können." Ärzte machten jedoch nur einen Teil einer ganzheitlichen Betreuung aus, betont der Lungenexperte. "Deswegen freuen wir uns, mit Patrik Jotzo einen Psycho-Onkologen in unserer Klinik zu haben, der den Patientinnen und Patienten oft schon vor der Diagnosestellung zur Seite steht und sie am Krankenbett besucht", betont der Chefarzt. "In dieser Phase sind Sorgen und Ängste bei den Patientinnen und Patienten am größten." Im Lungenzentrum Bethanien werden pro Jahr rund 230 Neuerkrankungen mit Lungenkrebs diagnostiziert. Etwa ein Drittel aller Patienten nehmen das Angebot einer psycho-onkologischen Beratung schon am Krankenbett an. Die Möglichkeit des Austauschs soll mit dem Gesprächskreis Lungenkrebs auch nach dem Krankenhaus-Aufenthalt erhalten bleiben - am besten mit einer Person, die man schon kennt. "Im Gesprächskreis können Erkrankte mit mir als Psycho-Onkologen in engem Kontakt bleiben", so Jotzo. Diese Kontinuität sei ein großes Plus in der Patientenbetreuung.

INFO
Der „Gesprächskreis Lungenkrebs“ trifft sich an jedem 3. Donnerstag im Monat von 17 bis 19 Uhr im Krankenhaus Bethanien im Büro der Psycho-Onkologische Beratung (Bethanienstr. 21, 47441 Moers). Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. 02841/200-2411 (Lungenzentrum).
Bethanienstraße 21
47441 Moers
Tel. 02841/200-0

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