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Der Schlaf

Schlaf - Was ist das eigentlich?

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, wie das eigentlich funktioniert. Wir liegen im Bett oder zum Beispiel beim Mittagsschlaf auf der Couch und plötzlich ist alles wie abgeschaltet. Fast wie durch ein Wunder wachen wir morgens oder nach dem Mittagsschläfchen wieder auf. Wenn der Schlaf gut und ungestört war, fühlen wir uns erfrischt, ausgeglichen und vital.

Inzwischen wissen wir dank intensiver Schlafforschung ziemlich genau, was im Schlaf passiert. Es ist kein ohnmachtsähnlicher Zustand oder eine Bewusstlosigkeit. Der Schlaf ist ein hochaktiver Prozess des Gehirns und im gesamten Körper werden im Schlaf viele Dinge ganz anders geregelt als im Wachzustand. Beim Einschlafen durchwandern wir zunächst zwei oberfl ächliche Schlafstadien (Schlafstadium I und II). Nach einiger Zeit nimmt die Hirnaktivität weiter ab (wir können dies mit dem EEG messen) und wir erreichen die sogenannten Tiefschlafstadien (Stadium III und Stadium IV des Schlafes). Nach einem kurzen Verweilen in den Tiefschlafstadien nimmt die Aktivität des Gehirns wieder zu und wir erreichen eine Phase des Traumschlafes. Ein solcher Zyklus dauert etwa 90 Minuten und wiederholt sich mehrfach pro Nacht. Gegen Morgen hin nimmt die Dauer der Tiefschlafphasen ab und die Traumphasen nehmen zu.


Nur wer während der gesamten Schlafdauer ausreichend Tiefschlafphasen hat, fühlt sich beim Erwachen wirklich erfrischt und leistungsfähig. Kommt es während des Schlafes zum Beispiel durch Schnarchen mit Atempausen oder durch unwillkürliche Muskelaktivitäten in den Beinen (Erkrankung der periodischen Beinbewegungen, PLM), so führt dies im Gehirn zu kleinen oder größeren Weckreaktionen, die in der Regel von dem Schlafenden selbst nicht wahrgenommen werden. Diese Weckreaktionen aber verhindern das Erreichen der Tiefschlafphasen (Stadium III und IV) und man fühlt sich morgens, ganz unabhängig von der Schlafdauer weiterhin müde, groggy und eben nicht frisch und leistungsfähig. Auch das Konzentrationsvermögen am Tag leidet, ebenso die Gedächtnisleistung und die gesamte Vitalität.

Im gesunden und ungestörten Schlaf kommt es zu einem Absinken der Körpertemperatur, zu einer Absenkung von Blutdruck- und Herzfrequenz und zu einer speziellen Regulation fast aller Hormone unseres Körpers. Auch diese Mechanismen können durch ein Schlafapnoe-Syndrom gestört werden. Bei ausgeprägten Störungen des normalen Schlafablaufes kommt es zu nächtlichen Erhöhungen des Blutdruckes, einem beschleunigten Herzschlag und nicht selten auch zu Herzrhythmusstörungen.

Bei einem Schlafapnoe-Syndrom kommen noch deutliche Sauerstoffmangelzustände hinzu. Diese ungünstigen Veränderungen sind bei Patienten mit vorbestehenden Erkrankungen wie Atemwegs- oder Herz-Kreislauferkrankungen besonders ausgeprägt und führen häufi g zu Verschlechterungen dieser Grunderkrankungen.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass durch ein bedeutsames Schlafapnoe-Syndrom das Risiko für einen Bluthochdruck, einen Schlaganfall oder auch einen Herzinfarkt erhöht ist. Somit stellt insbesondere das Schlafapnoe-Syndrom einen besonderen Risikofaktor dar, ähnlich wie ein hoher Cholesterinwert oder starkes Übergewicht und Bewegungsmangel.

Nur bei einem gesunden und ungestörten Schlaf kann der Mensch gesund bleiben!

Werden die Ursachen für die Störungen im Schlaf behoben, zum Beispiel durch eine Beatmungstherapie bei einem Schlafapnoe-Syndrom, so normalisieren sich schon nach wenigen Tagen alle zuvor beschriebenen Störungen. Nicht selten können Patienten mit einem Bluthochdruck unter der Behandlung eines Schlafapnoe-Syndroms sogar die Zahl oder die Dosis ihrer Medikamente reduzieren. Es wird leichter eine gute Einstellung eines Diabetes mellitus (Blutzuckererhöhung) erreicht; das zuvor erhöhte Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall wird reduziert und nicht selten bessern sich Herzrhythmusstörungen und die gesamte Herzfunktion. Für die betroffenen Patienten ist natürlich auch ganz entscheidend, dass sie sich morgens wieder in angemessener Weise ausgeschlafen, erfrischt und leistungsfähig fühlen.
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