Diabetes Team

Deutscher Diabetes-Risiko-Test®

Diabetisches Fußzentrum

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Diabetes & Fußzentrum

Schwerpunkt Diabetes

Ein Schwerpunkt der Medizinischen Klinik 1 ist die Diagnostik, Prävention (Vorbeugung) und Behandlung des Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) einschließlich seiner Komplikationen.

Mitbehandlung der Patienten mit Diabetes mellitus und dessen Folgeerkrankungen auch in den anderen Fachabteilungen des Krankenhauses im Rahmen eines interdisziplinären Ansatzes.

Anerkennung als Fußbehandlungszentrum durch die DDG
Anerkennung als Behandlungseinrichtung für Typ-1 und Typ-2 Diabetes durch die DDG
Anerkennung des Krankenhauses als DMP-Einrichtung für Typ-1- und Typ-2-Diabetes

Eine kompetente „Rundumbetreuung“ unserer Patienten mit Diabetes wird durch ein speziell ausgebildetes Diabetes-Team gewährleistet.
Die stationäre Behandlung erfolgt soweit möglich auf unserer Diabetes-Schwerpunkt-Station G3, deren pflegerischen Mitarbeiter langjährige Erfahrung im Umgang mit Diabetes mellitus aufweisen und regelmäßig diabetologisch geschult werden.

  • Was ist Diabetes?

    Unter Diabetes mellitus oder "Zuckerkrankheit" versteht man unterschiedliche Erkrankungen, die aufgrund von Störungen des Zuckerstoffwechsels zu einer Erhöhung des Traubenzuckerspiegels (Glucose) im Blut führen. Frei aus dem Griechischen übersetzt bedeutet Diabetes mellitus „honigsüßer Durchfluss“. Der Begriff leitet sich von der früheren Untersuchungsmethode bei Diabetesverdacht ab. Bei dieser Methode wurde übliicherweise eine "Geschmacksprobe" des Urins genommen und diese schmeckte dann bei Diabeteskranken "honig" süß. Der Grund dafür ist, das Teile des erhöhten Traubenzuckers im Blut über die Nieren in den Urin gelangen.

    Man geht davon aus, dass derzeit in Deutschland ca. 72 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, (zwischen 18 und 78 Jahren), an einem Diabetes mellitus erkrankt sind, und die Tendenz ist steigend. Zudem liegt beim häufigsten Diabetes-Typ, eine sehr hohe „Dunkelziffer“ an Erkrankungen vor.
    Unerkannt oder unbehandelt kann die Erkrankung Ursache für die Entwicklung einer Vielzahl von Folgekrankheiten sein, die unterschiedlichste Organsysteme des Körpers betreffen.

    Der Diabetes mellitus wird dabei in unterschiedliche Diabetes-Typen eingeteilt, wovon die häufigsten der Typ-1 (früher als jugendlicher Diabetes bezeichnet) und der Typ-2 (früher fälschlicherweise als „Altersdiabetes“ bezeichnet) sind.

    Daneben gibt es weitere spezifische Diabetes-Typen, die aber seltener sind.
    Besonders hervozuheben sind dabei durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (pankreopriver Diabetes) und durch bestimmte Medikamente (insbesondere Cortison bzw. Glukocoticoide) hervorgerufene Störungen des Zuckerstoffwechsels.

    Eine besondere Form des Diabetes mellitus ist der sogenannten Gestationsdiabetes, bei dem es sich um eine erstmals während der Schwangerschaft aufgetretene
    oder diagnostizierte Glukosetoleranzstörung handelt.


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  • Behandlung sämtlicher Diabetestypen, insbesondere schwer einstellbarer Diabetiker

    Diabetes kann behandelt werden:
    • mit Tabletten
    • mit unterschiedlichen Formen der Insulintherapie, einschließlich Insulinpumpen

    Betreuung von Diabetikerinnen in der Schwangerschaft in Kooperation mit der Frauenklinik

    Insulinpumpenbehandlung
    • stationäre Einstellung
    • Behandlung in der speziellen Insulinpumpenambulanz

    Strukturierte Schulungen für sämtliche Diabetestypen
    • stationär individuell und in Gruppen
    • ambulant als Mitglied des Schulungsvereins linker Niederrhein e.V.

    Hypertonieschulungen
    ambulant als Mitglied des Schulungsvereins linker Niederrhein e.V.

    Vorbeugung und Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms (ambulant und stationär)

    Diabetische Fuß-Ambulanz

    Interdisziplinäre Mitbehandlung der Patienten mit Diabetes mellitus und dessen Folgeerkrankungen auch in den anderen Fachabteilungen des Krankenhauses.


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  • Diabetes Typ 1

    Wie entsteht Diabetes Typ 1?

    • Zerstörung der sogenannten ß-Zellen im Schwanz der Bauchspeicheldrüse führt in einer oft mehrjährigen unbemerkten Entwicklung letztendlich zu einem absoluten Mangel an dem blutzuckersenkenden Hormon Insulin
    • Diese Zerstörung ist meist durch das eigene Immunsystem vermittelt („autoimmun“).
    • Diabetes Typ 1 tritt meist bei Kindern, Jugendlichen oder jüngeren Erwachsenen auf, kann sich aber in einer besonderen Form auch noch im fortgeschrittenen Alter in Form des sogenannten LADA (Latent Autoimmune Diabetes in Adults) entwickeln
    • Die Erblichkeit von Diabetes Typ 1 ist gering und muss immer mit Insulin behandelt werden


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  • Diabetes Typ 2

    Wie entsteht Diabetes Typ 2?

    • Ursache ist eine gestörte Wirkung des Insulins an der Zelle („Insulinresistenz“) oder eine verminderte Verfügbarkeit des Insulins durch nachlassende Produktion in der Bauchspeicheldrüse, meist aber eine Kombination aus beidem.
    • Diabetes Typ 2 tritt sehr häufig gemeinsam mit anderen Problemen des sogenannten metabolen Syndroms auf wie hohem Blutdruck, Störungen des Fettstoffwechsels und Übergewicht (v.a. in Form von Bauchfett) auf.
    • Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Alter an, kann aber heute auch schon bei jüngeren Erwachsenen und sogar Jugendlichen oder Kindern vorkommen.
    • Anders als beim Typ 1 Diabetes ist die Erblichkeit hier hoch hoch. Hat ein Elternteil Diabetes, so liegt das eigene Risiko an Diabetes zu erkranken bei 50%, habe beide Elternteile Diabetes, iliegt das Risiko bei 100%.
    • Das eigene Risiko, einen solchen Diabetes-Typ im Laufe des Lebens zu entwickeln, lässt sich durch den Deutschen Diabetes-Risiko-Test abschätzen (http://drs.dife.de/test/init/de)


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  • Dunkelziffer Diabetes mellitus Typ 2

    Eine umfangreiche Untersuchung in den neunziger Jahren in der Region um Augsburg ergab unter Verwendung des Glukosetoleranztests in der Altersgruppe 55 bis 74 Jahre eine Häufigkeit des unentdeckten Diabetes mellitus von 8,2 Prozent, die etwa so hoch war wie die Häufigkeit des bereits vorbekannten Diabetes mellitus in dieser Altersgruppe (8,4 Prozent) war.
    Damit wäre die Gesamthäufigkeit des Diabetes mellitus in dieser Altersgruppe doppelt so hoch wie angenommen.
    Nur etwa 60 Prozent der 55 bis 74 jährigen Probanden hatten einen vollständig normalen Zuckerstoffwechsel, die übrigen litten bereits an einem manifesten Diabetes mellitus oder an einem sog. Prädiabetes, einer gestörten Glukoseintoleranz oder einem gestörten Nüchternzucker.
    Eine verminderte Glukosetoleranz (IGT) wurde bei 16 Prozent der 55 bis 74jährigen im Glukosetoleranztest (Zuckertoleranztest) gefunden. Von diesen werden schätzungsweise (entsprechend den Ergebnissen internationaler Studien) etwa 6 Prozent innerhalb eines Jahres einen manifesten Typ 2 Diabetes entwickeln.


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  • Hinweise zur Durchführung des Glukosetoleranztestes

    Hinweise zur Durchführung des Glukosetoleranztestes (OGTT, Zuckerbelastungs-Test) nach den Richtlinien der WHO:

    Testdurchführung am Morgen:
    • nach 10–16 Stunden Nahrungs- (und Alkohol-)karenz
    • nach einer ≥ 3-tägig kohlenhydratreichen Ernährung (≥ 150 g KH pro Tag)
    • im Sitzen oder Liegen (keine Muskelanstrengung); nicht rauchen vor oder während des Tests. Zum Beginn des Tests trinken von 75 g Glukose (oder äquivalenter Menge hydrolysierter Stärke) in 250–300 ml; Wasser innerhalb von 5 min trinken
    • Bei Kindern errechnet sich die Glukosemenge wie folgt: 1,75 g / kg KG (maximal 75 g)
    • Blutentnahme zum Beginn und dann nochmal nach 120 min
    • sachgerechte Probenaufbewahrung und -verarbeitung

    Der Test darf nicht durchgeführt werden (kontraindiziert) bei interkurrenten Erkrankungen, bei einem Z. n. Magen-Darm-Resektion oder einer gastrointestinalen Erkrankungen (Magen-Darm-Erkrankungen) mit veränderter Resorption oder wenn bereits ein Diabetes mellitus festgestellt wurde.

    Wertung der Testergebnisse:


    Abnorme Nüchternglukose:
    IFG (impaired fasting glucose, „abnorme Nüchternglukose“) für den Bereich der Nüchternglukose von 100–125 mg / dl (5,6 mmol– 6,9 mmol / l) im venösen Plasma.

    Gestörte Glukosetoleranz:
    IGT (impaired glucose tolerance) für eine 2-h-Plasmaglukose im OGTT im Bereich 140–199 mg / dl (7,8–11,0 mmol / l) bei Nüchtern- Glukosewerten < 126 mg / dl (< 7,0 mmol / l). Manifester Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit):
    Gelegenheits-Plasmaglukosewert (egal zu welcher Tageszeit gemessener Blutzucker)
    von ≥ 200 mg / dl (≥ 11,1 mmol / l) im venösen Plasma
    und / oder
    Nüchtern-Blutzucker von ≥ 126 mg / dl (≥ 7,0 mmol / l) im venösen Plasma
    und / oder
    2-h-Blutzuckerwert (OGTT-2-h-Wert) im venösen Plasma ≥ 200 mg / dl ( ≥ 11,1 mmol / l)
    (Blutzuckerwert 2 Stunden nach Traubenzuckeraufnahme im Glukosebelastungs-Test, OGTT)

    Wertung des Tests in der Schwangerschaft (weicht ab von der oben genannten):
    Ein Gestationsdiabetes wird dann festgestellt, wenn nach Aufnahme von 75 g gelöstem Traubenzucker einer oder mehrere der folgenden Werte erreicht oder überschritten werden:

    Nüchtern-Blutzucker 92 mg/dl
    Nach 1 Stunde 180 mg/dl
    Nach 2 Stunden 153 mg/dl


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  • Andere spezifische Diabetes-Typen

    • Erkrankungen des exokrinen Pankreas das heißt der Bauchspeicheldrüse (z. B. Pankreatitis –Bauchspeicheldrüsenentzündung-, zystische Fibrose, Hämochromatose)
    • Endokrinopathien das heißt Erkrankungen hormonproduzierender Drüsen (z. B. Cushing-Syndrom, Akromegalie, Phäochromozytom)
    • medikamentös-chemisch induziert (z. B. Glukokortikoide –Cortison-, Neuroleptika, Alpha-Interferon, Pentamidin)
    • genetische Defekte der β-Zell-Funktion (z. B. MODY-Formen)
    • genetische Defekte der Insulinwirkung
    • andere genetische Syndrome, die mit einem Diabetes assoziiert sein können
    • Infektionen
    • seltene Formen eines autoimmun vermittelten Diabetes


    Gestationsdiabetes
    • erstmals während der Schwangerschaft aufgetretene oder diagnostizierte Glukosetoleranzstörung (zu ermitteln im Glukosetoleranztest)


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  • "Rundumbetreuung" Interdisziplinärer Ansatz

    Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kann im Laufe der Zeit unterschiedliche Organsysteme des Körpers in Mitleidenschaft ziehen.
    Nur durch die enge „interdisziplinäre“ Zusammenarbeit sämtlicher medizinischer Fachgebiete, die für die jeweils betroffenen Organe spezielle Kompetenz aufweisen, ist es möglich, Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus und eventuellen Folgekrankheiten in vollem Umfang gerecht zu werden.
    Eine solche umfassende interdisziplinäre Behandlung wird durch die enge Kooperation der unterschiedlichen auf ihrem jeweiligen Gebiet hochqualifizierten Fachabteilungen im Krankenhaus Bethanien gewährleistet.

    Insbesondere sind dies:
    • Medizinische Klinik 2 (Kardiologie): Erkrankungen der Herzkranzgefäße (KHK; Makroangiopathie)
    • Medizinische Klinik 4 (Nephrologie): Diabetische Nephropathie (Nierenerkrankung), Dialyse
    • Chirurgische Klinik 2 (Orthopädie und orthopädische Chirurgie): Operative Behandlung beim diabetischen Fußsyndrom (DFS) (Ansprechpartner Oberarzt Dr. Th. Kötz)
    • Chirurgische Klinik 3 (Gefäßchirurgie und Angiologie): Wiederherstellung einer ausreichenden Durchblutung des Fußes bei diabetischem Fußsyndrom (DFS) (Ansprechpartner Chefarzt Priv. Doz. Dr. Bruno Geier, Oberarzt Dr. Harald Freis)
    • Frauenklinik: Diabetes in der Schwangerschaft
    • Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin: Röntgendiagnostik des diabetischen Fußsyndroms (DFS) einschließlich MRT und Kontrastmitteldarstellung der Blutgefäßbahnen

    Die umfassende Behandlung des Diabetes mellitus im Kinder- und Jugendalter erfolgt durch die Diabetologie in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, die hierin seit Jahrzehnten einen speziellen und anerkannten Schwerpunkt hat.
    Die Übernahme der Betreuung insbesondere von Insulinpumpen-Patienten der Kinderklinik nach Überschreiten der Altersgrenze (18 Jahre) in unsere Diabetes-Pumpen-Ambulanz ist auf Wunsch möglich.


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  • Diabetes in der Schwangerschaft

    Bei einem Diabetes in der Schwangerschaft unterscheiden wir zwischen einem bereits vor der Schwangerschaft bekannten Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, einer erstmals in der Schwangerschaft aufgetretenen oder diagnostizierten Störung des Zucker- oder Glukosestoffwechsels (Gestationsdiabetes) und einer in der Schwangerschaft diagnostizierten manifesten Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

    Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat eigene Empfehlungen für Patientinnen mit bekanntem Diabetes mellitus erstellt, bei denen eine Schwangerschaft vorliegt oder die eine Schwangerschaft planen. Die Empfehlungen (Patienten-Leitlinien) können Sie unter diesem Link aufrufen:

    www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/redaktion/mitteilungen/leitlinien/PatL_Schwangerschaft_2008.pdf

    Bei einem Gestationsdiabetes handelt es sich um eine Glukosetoleranzstörung (Zuckertoleranzstörung), die erstmals in der Schwangerschaft mit einem 75-g oralen Glukosetoleranztest (oGTT, Zuckerbelastungs-Test) unter standardisierten Bedingungen und qualitätsgesicherter Glukosemessung (Blutzuckermessung) aus venösem Plasma diagnostiziert wird. Die Diagnose ist bereits mit einem erhöhten Nüchtern-Glukosewert möglich.

    Ein Gestationsdiabetes wird dann festgestellt, wenn nach Aufnahme von 75 g gelöstem Traubenzucker einer oder mehrere der folgenden Werte erreicht oder überschritten werden:

    Nüchtern-Blutzucker 92 mg/dl
    Nach 1 Stunde 180 mg/dl
    Nach 2 Stunden 153 mg/dl

    Der Test sollte nach Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) bei allen Schwangeren in Schwangerschaftswoche 24 + 0 bis 27 + 6 durchgeführt werden, soweit nicht bereits ein Diabetes oder Risikofaktoren für einen Diabetes vorliegen.
    Leider werden die Kosten trotz dieser Empfehlungen bislang von den Kassen nicht übernommen.

    Ein in der Schwangerschaft neu diagnostizierter manifester Diabetes mellitus liegt dann vor, wenn der Nüchtern-Blutzucker mindestens zweimalig über 126 mg/dl oder der Wert 2 Stunden nach der Traubenzuckeraufnahme bei 200 mg/dl oder aber darüber liegt. Eine solche Form des Diabetes wird wie eine bereits vor der Schwangerschaft bekannte Zuckerkrankheit behandelt.


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