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16.7.2008

OP mit Tiefschlafgarantie

In Bethanien überwachen Ärzte jetzt die Narkosetiefe mit einem neuen Mess-System. Es verhindert das Aufwachen von Patienten während der Operation

Im Operationssaal arbeitet Bethanien-Anästhesist Dr. Burkhard Steege, Chefarzt der Anästhesie am Krankenhaus Bethanien mit dem neuen Narkose-Überwachungssystem. Dr. Rainer Götz beobachtet interessiert die angezeigten Werte auf dem Monitor (Foto: KBM/scharfsteller)
Frühmorgens um acht Uhr im Operationssaal IV. Hand in Hand bereiten Chefarzt Dr. Burkhard Steege und sein Team einen Patienten auf die bevorstehende Operation vor. Der Anästhesist Dr. Steege beginnt zunächst mit der Narkose. Dabei hilft ihm ein neues Narkose-Überwachungsgerät, bestehend aus einem Monitor und kleinen, unscheinbaren Elektroden. Der Chefarzt klebt dem Patienten die kleinen weißen Sonden auf die Stirn und schaltet das Gerät ein. „Sie messen die Hirnströme und helfen uns dabei, die Narkosetiefe des Patienten genau festzustellen“, erklärt Steege.

Quasi als Zaungast ist diesmal Dr. Rainer Götz im Operationssaal anwesend. Der Chefarzt der Gastroenterologie will sich bei seinem Kollegen Steege persönlich einen Eindruck von dem neuen Gerät machen, das derzeit einen regelrechten Siegeszug durch die Krankenhäuser weltweit antritt. Als Vorsitzender des Freundeskreises der Stiftung Bethanien hat Dr. Götz einen besonderen Grund, heute dabei zu sein. Denn dass die kleinen Elektroden mit dem großen Effekt im Krankenhaus Bethanien zur Anwendung kommt, hat etwas mit seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Freundeskreises Stiftung Krankenhaus Bethanien zu tun.

Patienten äußern Ängste vor der Narkose

Sobald sich der Patient im Tiefschlaf befindet, beginnen die Ärzte mit dem Eingriff. „Angst vor der Operation hatte der Patient im Vorgespräch nicht. Nur Angst davor, während des Eingriffes plötzlich wieder zu Bewusstsein zu kommen oder aus der Narkose nicht mehr aufzuwachen “, sagt Dr. Steege. Oft genug äußern Patienten ihre Ängste vor der Narkose, wenn sie über die damit verbundenen Risiken unterrichtet werden.

„Für die meisten Menschen ist die Narkose etwas Unbekanntes und Unheimliches, deswegen klären wir unsere Patientinnen und Patienten vor der Operation in vertrauensvollen Gesprächen ausführlich auf“, so Steege. Der Anästhesist kann so die meisten seiner Patienten beruhigen. Denn an der Wirksamkeit des neuen Narkose-Überwachungssystems, das in der Fachsprache der Mediziner als „BIS-Monitoring“ bezeichnet wird, gibt es unter Ärzten keine Zweifel. „Wir sind stolz, als eines von noch recht wenigen Krankenhäusern in Deutschland über die entsprechende Technik zu verfügen“, freut sich Dr. Götz.

Individuell angepasste Narkose

Das Messverfahren hilft den Anästhesisten eine auf jede Patientin und jeden Patienten individuell angepasste Narkose durchzuführen, indem es deren Tiefe exakt kontrolliert. Dabei messen die kleinen auf die Stirn geklebten Sensoren die Hirnströme. „Eine individuell abgestimmte Narkose-Dosis wirkt sich schonend auf den Gesundheitszustand des Patienten aus, da so der Körper weniger belastet wird“, klärt der Anästhesist Steege auf. Durch die beim BIS-Monitoring mögliche geringere Dosierung von Narkosemitteln, treten auch Übelkeit und Erbrechen seltener auf. „Patienten fühlen sich nach einer OP deutlich besser.“

Gleich vier der neuen Narkose-Überwachungsgeräte sind jetzt im Bethanien im Einsatz. Der Freundeskreis Stiftung Krankenhaus Bethanien ermöglichte dem Krankenhaus deren Anschaffung. „Die herausragende Qualität hat natürlich ihren Preis“, sagt Freundeskreis-Vorsitzender Dr. Götz. „Der Freundeskreis ist glücklich mit dieser Summe dazu beitragen zu können, dass sich Patienten bei uns gut aufgehoben und sicher fühlen".

Kurzer Zwischenstopp im Aufwachraum

Inzwischen ist die Operation beendet. Der Patient wird wieder auf seine Station verlegt. Im Aufwachraum muss er nur kurz bleiben, denn mit dem BIS-Monitoring kann die Narkose so genau eingestellt werden, dass der Patient noch im Operationssaal aufwacht. „Alles optimal verlaufen“, sagt Dr. Steege zu seinem Kollegen Götz, als der Patient aus dem Saal geschoben wird. Beim Arztgespräch am nächsten Tag wird der Patient über die Prozedur nur eines sicher sagen können: Dass er ziemlich tief geschlafen und von der Operation nicht das geringste bemerkt habe.

INFO
Die vier Narkose-Überwachungsgeräte haben insgesamt knapp 16.000 Euro betragen - die laufenden Kosten für den Betrieb nicht mitgerechnet. Finanziert wurde die Anschaffung vom Freundeskreis Stiftung Krankenhaus Bethanien, dessen satzungsmäßiges Ziel der es ist, Anschaffungen zu ermöglichen, die in besonderer Weise dem Patientenwohl dienen. Insgesamt hat der Freundeskreis im vergangenen Jahr über 38.000 Euro aus Spendengeldern für das Krankenhaus aufgewendet.

Kleine Dinger mit großer Wirkung: Zuverlässig überwachen die Elektroden auf der Stirn des Patienten die Narkosetiefe (Foto: KBM/scharfsteller)
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