5.12.2008

Erstmals künstliches Sprunggelenk in Moers implantiert

Ärzte der unfallchirurgisch-orthopädische Abteilung um Bethanien-Chefarzt Dr. Christoph Chylarecki setzten 62-jähriger Patientin mit Arthrose des oberen Sprunggelenkes eine Prothese ein. Noch vor wenigen Jahren mussten in solchen Fällen betroffene Fußgelenke versteift werden


Lilia Schade aus Duisburg bekam am 12. November als erste Patientin im Krankenhaus Bethanien ein künstliches Sprunggelenk implantiert. Kurz nach der Operation ist der Fuß noch in einer Art Plastikstiefel geschient

Den Tag ihrer Operation wird Lilia Schade wohl genau so wenig vergessen, wie ihre Ärzte. Sie ist die erste Patientin, die im Krankenhaus Bethanien ein künstliches Sprunggelenk implantiert bekam. Der Eingriff, der die 62-jährige Duisburgerin weitgehend von mehr als dreißig Jahren währenden Fußbeschwerden befreit, ist auch für die Mediziner ein großer Tag in der Geschichte der unfallchirurgisch-orthopädischen Abteilung des Moerser Krankenhauses. Denn bislang wird diese Operation nur an einer handvoll Kliniken in Deutschland durchgeführt – vor allem an speziellen Fachkrankenhäusern oder großen Unikliniken.

„Seit dreißig Jahren hatte ich Probleme mit dem Fuß. Beim Arzt bekam ich Spritzen. Das ging etwa zwanzig Jahre gut, aber in der letzten Zeit hatte ich beim Laufen immer Schmerzen“, erzählt die Patientin. Arthrose lautete schließlich die Diagnose. „Beim Wandern wollte der Fuß einfach nicht mehr. Ich hatte irgendwann Angst, dass ich den Weg zurück nicht mehr schaffen würde.“ Ihr behandelnder Arzt machte sie dann vor ein paar Wochen auf die von Oberarzt Dr. Thomas Koetz betreute fußchirurgische Sprechstunde am Krankenhaus Bethanien aufmerksam. „Dr. Koetz erklärte mir ausführlich, welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt." Schließlich entschied sie sich für die relativ neue Methode. „Ich bereue es nicht“, erzählt die Patientin wenige Tage nach der durchgeführten Operation. Sie sei mit einer speziellen Fußschiene sogar schon ein paar Schritte gelaufen, sagt sie. Natürlich schmerze die OP-Wunde noch. „Aber alles was ich vorher hatte, war schlimmer.“

Verschleißerkrankungen der Gelenke sind die häufigsten Ursachen für eine Behandlung beim Unfallchirurgen beziehungsweise Orthopäden. „Hierbei ist es zunächst unerheblich, ob es sich um einen Verschleiß nach einem Unfallereignis, einem Verschleiß aufgrund einer rheumatischen Erkrankung, einem Verschleiß aufgrund einer Fehlstellung oder einem Verschleiß aufgrund einer Knorpelerkrankung handelt“, erklärt der Bethanien-Fußgelenksexperte Dr. Koetz. Allerdings gestalteten sich die Therapiemöglichkeiten noch bis vor vier, fünf Jahren eher übersichtlich. Zwar ist bei Orthopäden und Unfallchirurgen der Einsatz von Totalendoprothesen, das heißt künstlichen Gelenken, seit Jahrzehnten im Bereich des Hüft- und Kniegelenkes etabliert. Wenn Sprunggelenke am Fuß jedoch zunehmend Beschwerden machten, blieb bis vor kurzem nur eine komplette Versteifung des Gelenks, um den Betroffenen wenigstens einen Teil der Schmerzen zu nehmen.
Während der ersten Sprunggelenks-Implantation im Krankenhaus Bethanien am 12. November (v.l.n.r.): Dr. Markus Preis aus der Aukamm-Klinik Wiesbaden, Bethanien-Chefarzt Dr. Christoph Chylarecki, Oberarzt Dr. Thomas Koetz sowie OP-Pfleger Ralf Berk (Foto: KBM/Bettina Engel-Albustin)

„Mit den in den letzten Jahren zunehmend verbesserten Implantaten und der speziellen Beschäftigung mit der Fuß- und Sprunggelenkschirurgie hat sich dies nun richtungsweisend geändert“, erläutert Koetz. Der Mediziner hat sich seit längerem ausführlich mit der Sprunggelenksendoprothetik befasst, um Patienten eine Alternative zur Versteifung bieten zu können. Mitte November war es dann soweit. Die ersten beiden für ein künstliches Sprunggelenk in Frage kommenden beiden Patienten waren in Kooperation mit der in Moers ansässigen orthopädischen Praxis Drs. Manzke/Zigrahn/Korte ausgewählt worden. Damit auch wirklich alles klappt, kam zum OP-Termin mit Dr. Markus Preis ein erfahrener Operateur auf dem Gebiet der Sprunggelenksendoprothetik eigens aus der Wiesbadener Aukammklinik nach Moers angereist, um bei eventuellen Problemen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Die Operation beider Patienten verlief ohne irgendwelche Komplikationen“, sagte Bethanien-Chefarzt Dr. Christoph Chylarecki.

Derzeit befinden sich Lilia Schade und der zweite Patient, ein 61jähriger Mann aus Moers, in der frühen Rehabilitationsphase. Hierbei lernen beide unter krankengymnastischer Anleitung und Begleitung das Sprunggelenk wieder zu bewegen und zu belasten. Am meisten wird wohl Lilia Schades Enkel staunen, wenn seine Oma wieder nach Hause kommt. „Mein Enkel hat schon nachgemacht, wie ich humple.“


INFO
Interessierte Patienten und Ärzte können sich dienstags von 10.00 bis 15.00 Uhr an die Fußchirurgische Sprechstunde von Bethanien-Oberarzt Thomas Koetz im Krankenhaus Bethanien wenden. Tel.: 02841/200-2860.



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