24.4.2009

Riesenmagnet rollte in die Radiologie

Für den Einbau des Magnetresonanztomographen musste Außenmauer des Krankenhauses fallen


Der Riesenmagnet ist da: Techniker Jörg Cousssement und Chefarzt Dr. Hans Bender von der Bethanien-Radiologie bei der Montage des neuen MRT-Geräts mit dem ab Mai Patienten untersucht werden. (Foto: KBM/Bettina Engel-Albustin)


Ein riesiger Magnet mit einem Gewicht von 4 Tonnen wird derzeit in der Radiologie des Bethanien-Krankenhaues installiert. Der Magnet ist Herzstück eines Magnetresonanztomographen (MRT) neuester Bauart, mit dem in Kürze die ersten Patienten untersucht werden. "Das MRT-Verfahren ermöglicht einen schonenden Blick in das Innere des Körpers und kann zur Diagnostik von orthopädischen und neurologischen Beschwerden hervorragend eingesetzt werden", freut sich Chefarzt Dr. Hans Bender. "Fast alle Organe und Gewebe des menschlichen Körpers lassen sich mit MRT sehr gut abbilden", erläutert der Chefarzt. "Eine Ausnahme ist einzig die Lunge. Die MRT-Diagnose ist auf die Wassermoleküle in de Körperzellen angewiesen. In der Lunge befindet sich jedoch im Normalfall kein Wasser, daher können wir dieses Organ mit dem Verfahren so gut wie nicht sehen." Mit dem Magnet-Tomographen wird die Bethanien-Radiologie ihr Leistungsspektrum deutlich erweitern, denn bislang verfügte das Krankenhaus nicht über ein solches Gerät.

Tonnenschwerer Tomograph

Um das tonnenschwere Kernstück des Tomographen mit den Maßen eines Kleinbusses und dem Aussehen einer überdimensionalen Waschtrommel in die späteren Behandlungsräume zu befördern, musste dieser Tage eigens eine Außenwand der Radiologieabteilung fallen. "Anders war es nicht möglich, den Tomographen ins Gebäude zu bekommen. Jede noch so große Türe und jedes Fenster wäre viel zu klein gewesen", so Bender. Und ohne Muskelkraft ging bei der Aktion schon gar nichts. Der mit einem Schwertransporter angelieferte Magnet musste auf einer speziellen Hebebühne und mit der vereinten Kraft etlicher starker Männer von der Dortmunder Spedition Kühne an seinen endgültigen Platz gehievt werden.
"Alles kein Problem. Unsere Firma ist auf solche Transporte spezialisiert", meint Jörg Coussement von der Dortmunder Spedition. "Wir bringen Tomographen in alle Krankenhäuser Europas und sind von Finnland bis Zypern unterwegs." Transport nach Moers und Einbau seien für ihn und seine Kollegen keine besondere Herausforderung gewesen, zumal das Loch in der Außenmauer groß genug war, um den Tomographen hindurchzuhieven, ohne irgendwo stecken zu bleiben. Damit das Gerät nicht irgendwann durch den Boden kracht, war das Fundament des Behandlungsraums zuvor mit viel Beton verstärkt worden. Zudem musste der gesamte Raum wegen des bei der Untersuchung entstehenden starken Magnetfeldes vollständig mit Kupferplatten isoliert werden.

"Feintuning" des Geräts dauert mehrere Tage

Gut eine Woche wird es nun noch dauern, bis ein Elektriker und technische Installateure den Tomographen mit den für die Bildverarbeitung zuständigen Rechnern verkabelt haben, das Kühlsystem funktionstüchtig ist und die Maschine mit Kunststoffblenden schick verkleidet ist. Zum Schluß wird die ferngesteuerte Liege eingesetzt, die später die Patientin sanft in die "Röhre" hinein- und hinausgleiten lässt. Nach dem Abschluss der Handwerkerarbeiten steht dann das Feintuning des Tomographen an. "Da die Technik sehr komplex ist, werden die Probeläufe mehrere Tage in Anspruch nehmen. Anfang Mai sind wir für den regulären Betrieb bereit", erklärt Dr. Bender. Bis zu 20 Patienten werden dann täglich in der Bethanien-Radiologie untersucht werden können.

Blick in die noch unfertige MRT-Röhre: Chefarzt Dr. Hans Bender von der Radiologie für freut sich über das hochmoderne Untersuchungsgerät. (Foto: KBM/Engel-Albustin)


Die müssen sich bei der Untersuchung übrigens keine Sorgen machen. Vom starken Magnetfeld - der Tomograph in Bethanien erzeugt eine Stärke von 1,5 Tesla, ein Tausendfaches im Vergleich zum natürlichen Magnetfeld der Erde - spüren Patienten während der Untersuchung nichts. Anders als beim Computertomographen (CT) werden bei der MRT-Diagnostik keine Röntgenstrahlen oder andere Strahlen für den Blick ins Körperinnere eingesetzt. "Ein MRT erzeugt ein sehr starkes Magnetfeld, das die Wasserstoffatome in den Körperzellen zwingt, sich in eine Richtung auszurichten, etwa so wie Kompassnadeln.

Kaum Nebenwirkungen bei der Untersuchung

Hochfrequente Radiostrahlen versetzen die Wasser¬stoffprotonen dann in Schwingungen. Diese Schwingungen wiederum verursachen schwache elektromagnetische Felder, aus denen der Computer in Bild errechen kann", erläutert der Chefarzt die Funktionsweise des Geräts. Da den Patienten für die weniger als eine Stunde dauernde Untersuchung keiner Röntgen-Strahlung ausgesetzt sind, hat die Untersuchung in der Regel kaum Nebenwirkungen.

Es sei denn, man vergißt, Ohrringe oder andere metallische Gegenstände abzulegen. Denn die entwickeln durch das bei der Untersuchung entstehende Magnetfeld quasi ein Eigenleben und begeben sich unter Umständen blitzschnell auf Wanderschaft. "Das ist der Grund, warum Radiologen im Dienst das Tragen von Armbanduhren vermeiden", berichtet Bender. Ein gutes Stück habe er als junger Arzt selbst schon an die Tomographie verloren. "Teure Uhren gehen durch das Magnetfeld garantiert kaputt, billige überleben manchmal."


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