15.5.2009

Arztsprechstunde beim Freitagsgebet

Dr. Akin Yildirim von der Bethanien-Lungenklinik informierte in der Ditib-Moschee in Moers-Repelen über Schweinegrippe


Beim Freitagsgebet in der muslimischen Ditib-Gemeinde Moers-Repelen informierte am 15. Mai Bethanien-Lungenfacharzt Dr. Akin Yildirim (am Pult mit Mikrophon) an der Seite des stellvertretenden Vorbeters Yusuf Altunel (links von Dr. Yildirim sitzend) und des Gemeindevorsitzenden Ocakci Çetin (rechts von Dr. Yildirim sitzend; auf Bild 1 und 3 zum Teil verdeckt) über die Infektionskrankheit Schweinegrippe (Foto: KBM/Bettina Engel-Albustin)


Erst sprach der Vorbeter, dann der Arzt: In türkischer Sprache informierte Bethanien-Lungenarzt Dr. Akin Yildirim beim Freitagsgebet am 15. Mai in der Moschee der Ditib-Gemeinde Moers-Repelen über die Schweinegrippe. Die ungewöhnliche Begegnung war auf Einladung der Ditib-Gemeinde zustande gekommen, die dem Krankenhaus angeboten hatte, beim Freitagsgebet über die Infektionskrankheit zu referieren. Mit dem Vortrag des Mediziners sollten in der muslimischen Gemeinde Unsicherheiten und Ängste in Bezug auf die Krankheit begegnet werden, die zum Teil durch reißerische oder missverständliche Berichterstattung in manchen Medien, zum Teil aber auch durch Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache entstanden sind.

Direkt im Anschluss an das Freitagsgebet - dem in der muslimischen Religion in etwa die Bedeutung des christlichen Sonntagsgebets zukommt- informierte Dr. Yildirim an der Seite des stellvertretenden Vorbeters Yusuf Altunel und des Gemeindevorsitzenden Ocakci Çetin vor ein paar Dutzend Zuhörern über den aktuellen Stand medizinischen Erkenntnisse und zu den Behandlungsmöglichkeiten der Schweingrippe. Anschließend beantwortete er Fragen aus dem Publikum, etwa die, an welchen Symptomen man erkenne, ob man an der Schweinegrippe erkrankt sei.

Moscheeverein empfing Krankenhaus Bethanien freundlich

"Wir waren von dem Angebot, beim Freitagsgebet einen Gesundheitsvortrag zu halten, zunächst etwas überrascht", so Bethanien Pressesprecher Dirk Ruder. "Aber aus Sicht der gesundheitlichen Aufklärung macht ein solcher Vortrag durchaus Sinn, weil man viele aufgeschlossene Zuhörer mit einem Mal erreichen kann. Schon deswegen haben wir die Einladung sehr gern und sehr schnell angenommen." Das Krankenhaus sei von der Gemeinde beim Freitagsgebet "mit viel Freundlichkeit und mit offenen Armen empfangen" worden, bedankte sich Ruder.

Das beim Thema Schweinegrippe überhaupt Gesprächsbedarf bestehen könnte, überrascht Ruder nicht. Es sei bekannt, dass unterschiedliche kulturelle Hintergründe zu unterschiedlichen Wahrnehmungen von Krankheiten und deren tatsächlichen Übertragungswegen führen können. Das gelte nicht zuletzt für die Schweinegrippe, die allein wegen ihres Namens bei Muslimen ganz andere Assoziationen auslöse, als bei Nicht-Muslimen. Das Schwein gilt in der muslimischen Tradition bekanntlich als unreines Tier. "Das bedeutet jedoch nicht, das man vor der Schweinegrippe geschützt ist, wenn man sich von Schweinen fern hält oder kein Schweinefleisch isst, denn der Erreger hat ja gerade die Fähigkeit erlangt, sich von Mensch zu Mensch zu übertragen, wie bei einer normalen Grippe", so Ruder. Daher sei es gut, wenn ein versierte Mediziner in solchen Fragen für Klarheit sorge.

Das Krankenhaus und die Ditib-Gemeinde in Repelen wollen die Möglichkeiten einer gemeinsamen Gesundheitsaufklärung auch in Zukunft nutzen. Schon in Kürze ist ein Frauen-Informationsabend in türkischer Sprache zum Thema Brustkrebs geplant.


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