27.1.2010

Zeigt her Eure Nasen!

Hunderte Patienten werden auf MRSA-Keim untersucht / Krankenhaus Bethanien nimmt an Studie des Kreises Wesel teil


Keine Angst vor dem Wattestäbchen: Der Bethanien-Hygienebauftragte Jürgen Rosemann und Krankenpflegerin Beatrice Post bitten Patientin Doris Schober um einen Abstrich für den MRSA-Test. (Foto: KBM/Bettina Engel-Albustin)


Zeigt her eure Nasen: Mit einer großen Packung Wattestäbchen ausgerüstet besucht der Bethanien-Hygienebeauftragte Jürgen Rosemann dieser Tage Patientinnen und Patienten des Moerser Krankenhauses. Auf die Nasenschleimhäute von gut dreihundert Patienten hat es der Hygienebeauftragte abgesehen. Der mit den Wattestäbchen vorgenommene Abstrich dient dazu, herauszufinden, ob die Nasenschleimhäute der Patienten mit dem MRSA-Keim besiedelt sind. Die Teilnahme ist freiwillig und völlig schmerzfrei, betont der Hygienebeauftragte. "Der Abstrich mit dem Wattestäbchen kitzelt in der Nase, deshalb müssen einige Patienten dabei lachen oder sogar niesen", so Rosemann.

Hintergrund für die Untersuchungen ist eine vom Fachbereich Gesundheitswesen des Kreises Wesel dieser Tage in allen Krankenhäusern des Kreises durchgeführte Studie, die die Sicherheit von Patienten im Blick hat. Mit der Studie werden zum ersten Mal im gesamten Kreis Häufigkeit und Verbreitung des sogenannten Krankenhauskeims ermittelt. MRSA steht für Methicillin-Resistenter Staphylokokkus Aureus. Der für Gesunde völlig harmlose MRSA-Keim aus der Familie der Staphylokokken ist in den letzten vierzig Jahren zu einem Problem für schwer kranke Menschen geworden. Viele Menschen tragen den MRSA in der Nasenschleimhaut, ohne davon zu wissen oder es zu bemerken. Bei einem geschwächten Immunsystem kann der Keim allerdings zu einem ernsten gesundheitlichen Problem werden.

Konsequente Hygienemaßnahmen im Krankenhaus

"MRSA ist in den vergangenen Jahren gegen die meisten Antibiotika resistent geworden, insbesondere gegen Methicillin. Die wenigen Medikamente, die noch helfen, haben aber Nebenwirkungen", berichtet Jürgen Rosemann. "Deswegen muss es das Anliegen nicht zuletzt der Krankenhäuser sein, dafür zu sorgen, dass es zu einer Infektion von Patienten gar nicht erst kommt." Konsequente Hygienemaßnahmen im Krankenhaus etwa seien eine wichtige Gegenmaßnahme, um Patienten, aber auch das Personal, vor dem Keim zu schützen. "Wir haben hier in den nächsten Jahren eine wichtige Aufgabe vor uns", betont der Hygienebeauftragte.

Finanziert wird die Studie aus EU-Mitteln, die für Projekte rund um die Patientensicherheit bereitstehen. Zudem ist der Kreis Wesel Projektpartner in einem grenzüberschreitenden Netz zur Patientensicherheit, dem "EurSafety Health-net". Projektleiter der MRSA-Studie ist Prof. Andreas Voss von der Mikrobiologie am Canisius-Wilhelmina-Krankenhaus im niederländischen Nijmegen. Er gilt als ausgewiesener Kenner bei der Bekämpfung von MRSA-Keimen, deren Vorkommen in niederländischen Kliniken übrigens niedriger ist, als in Deutschland. An den Erfolgen im Nachbarland will sich der Kreis Wesel deswegen ein Beispiel nehmen. Bereits am 20. Januar sind Patienten in den rechtsrheinisch gelegenen Krankenhäusern auf den MRSA-Keim untersucht, mit Stichtag vom 27. Januar waren nun alle linksrheinischen Kliniken des Kreises Wesel an der Reihe.


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