11.2.2010

Bei Sturz und Schmerzen unbedingt zum Arzt

Bethanien-Chefarzt Dr. Chylarecki mahnt zur Vorsicht bei Schnee und Glatteis


Hochsaison für gebrochene Knochen: Die Bethanien-Patientinnen (v.l.n.r., vorn) Ute Sotlar, Annegret Kaufhold, Ingrid Hildebrandt und Julia Fuchs brachen sich dieser Tage bei Glatteis und Schnee Hand oder Schulter. Das unfallchirurgische Team (v.l.n.r., hinten) um Chefarzt Dr. Christoph Chylarecki und Oberarzt Dr. Stefan Hinsenkamp hat im Operationssaal alle Hände voll zu tun, während in der Notfallambulanz des Krankenhauses Pfleger Kurt Bergmann und Pflegerin Maida Smailovic für die Erstversorgung sorgen. (Foto: Bettina Engel-Albustin)


Stürze bei Schnee und Glatteis können schwerere Folgen haben, als die Betroffenen zunächst annehmen. Wenn Beine, Arme oder Schulter nach einem Sturz tagelang schmerzen oder heftig anschwellen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, rät Chefarzt Dr. Christoph Chylarecki von der Unfallchirurgie des Bethanien-Krankenhauses. Denn hinter solchen Beschwerden könnte sich ein Knochenbruch verstecken. Selbst wenn der gebrochene Knochen beim Bewegen hörbar knirscht, wird ein solcher Bruch von den Betroffenen nicht immer selbst bemerkt. Die Gründe dafür können vielfältig sein.

Besonders gefährdet bei winterlichen Bedingungen sind Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes und Polyneuropathie. Bei solchen Krankheiten ist das Schmerzempfinden vor allem in den Beinen deutlich herabgesetzt: Das Bein ist zwar gebrochen, aber die Betroffenen spüren keinen entsprechenden Schmerz. "Das ist ein echtes Problem. Patienten mit Diabetes und Polyneuropathie sollten deshalb nach einem eventuellen Sturz sehr aufmerksam sein und lieber einen Arzt konsultieren, um auf Nummer sicher zu gehen", sagt der Chefarzt.

In den vergangenen Jahren beobachten Unfallchirurgen bei Schnee und Glatteis zudem vermehrt Schulterverletzungen. "In solchen Fällen ist eine schnelle Behandlung notwendig. Als Faustregel gilt: Eine gebrochene Schulter sollte unbedingt noch am gleichen Tag behandelt werden", so Chefarzt Chylarecki. Denn wer sich nach einem Sturz tagelang mit Schulterschmerzen rumquäle und dann erst zum Arzt gehe, riskiere bleibende Schäden. "Je später ein gebrochenes Schultergelenk operiert wird, umso größer ist das Risiko, dass das Gelenk dauerhaft steif bleibt. Deswegen ist wirklich Eile geboten. Wer erst eine Woche ohne ärztliche Behandlung auf Besserung wartet, und dann ins Krankenhaus geht, hat bereits schlechte Karten bei der Heilung", erklärt Dr. Chylarecki.

Warum sich heutzutage mehr Menschen Schulterbrüche zuziehen als noch vor Jahren ist ein Thema, dass Unfallchirurgen weltweit auf Fachkongressen diskutieren. Früher waren Brüche an der Hand oder am Arm typische Verletzungen im Winter. "Da es aufgrund der Klimaveränderungen heute nicht mehr so häufig schneit, sind die Menschen nicht mehr mit den damit einhergehenden Gefahren vertraut". Die Leute hätten es regelrecht verlernt, "richtig" hinzufallen - und landeten prompt ungebremst auf der Schulter. Kleinkinder beherrschen die Fähigkeit noch, einen Sturz mit Armen und Händen abzufangen. "Aber wir Erwachsenen das irgendwann wohl verlernt", sagt der Chefarzt, der mit seinem Team derzeit rund um die Uhr gebrochene Knochen flickt.


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