19.4.2011

"Stützstrumpf" für defekte Venenklappe im Bein

Bethanien-Chefarzt Dr. Bruno Geier führte erstmals eine "extraluminale Valvuloplastie" durch. Nur wenige Gefäßchirurgien in Deutschland beherrschen die schonende Operationsmethode

Chefarzt Dr. Bruno Geier von der Gefäßchirugie des Krankenhauses Bethanien zeigt der Patientin Ute Heinrich aus Moers das kleine Kunststoffstückchen, das bei der Operation um die Vene in der Leistengegend gelegt wird. (Foto: KBM/Tanja Pickartz)

Kleine Operation, große Wirkung: Über die planmäßig geglückte Rekonstruktion einer Venenklappe im Bein freuen sich dieser Tage Patientin Ute Heinrich aus Moers und Bethanien-Chefarzt Dr. Bruno Geier. Der seit einem Jahr die Gefäßchirurgie leitende Arzt führte die unter Medizinern "extraluminale Valvuloplastie" genannte Operation erstmals im Moerser Krankenhaus Bethanien durch. In ganz Deutschland beherrschen derzeit nur maximal zehn Kliniken dieses im Prinzip einfache aber geniale Operationsverfahren. Grund zur Freude hatte vor allem die Patientin, die als Moerserin nicht weit reisen musste, um ihre Beschwerden mit Hilfe des Mini-Eingriffs in Bethanien endlich loszuwerden.

Bei der Valvuloplastie wird an der wichtigsten oberflächlichen Beinvene die Funktion der Mündungsklappe wiederhergestellt. Die Mündungsklappe sorgt dafür, dass das im Kreislauf zirkulierende Blut nicht wieder nach unten ins Bein zurückfließt. "Bei der Operation wird um die Mündungsregion der Vene in der Leistengegend ein dünnes, extra angefertigtes Kunststoffstückchen von der Größe einer Briefmarke um die Vene herum zu einem Schlauch vernäht. Dadurch entsteht eine Art „Kompressionsstrumpf“, der die Vene umhüllt. Eng anliegend wie ein Taucheranzug, bewirkt der Kunststoffschlauch, dass die Venenklappe wieder ihre Funktion als Ventil ausüben kann und kein Blut mehr ins Bein zurückfließt. Patientinnen und Patienten, bei denen die Venenklappe nicht mehr funktioniert, leiden an Schwellungen im Bein, Schmerzen oder sie bekommen Krampfadern.

"Das erstmals in Moers angewandte Verfahren kommt bei Patientinnen und Patienten mit einem Krampfaderleiden im Frühstadium in Frage, bei denen trotz des Blutstaus im Bein die oberflächlichen Venen noch nicht stark geweitet sind", sagt Chefarzt Dr. Geier. "Der Vorteil der Operation ist, dass man die oberflächliche Vene erhalten kann." Bei der herkömmlichen Krampfader-OP ist das nicht der Fall, die Vene wird gezogen ("strippen"). Durch die Erhaltung der Vene ist die nun in Moers verfügbare Operation weniger belastend und schmerzhaft für Patientinnen und Patienten. Zudem kann die verbliebene Vene gegebenenfalls später bei anderen Eingriffen noch wichtige Dienste leisten und zum Beispiel für Bypässe an den Herzkranzgefäßen verwendet werden.
Schematische Darstellung der in Bethanien erstmals angewandten Operationsmethode: Das kleine Kunststoffstück (oben) wird wie ein Kompressionsstrumpf um die oberflächliche Beinvene gelegt (Mitte) und dann als Schlauch (unten) vernäht. (Skizze: KBM)


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