Startseite Kardiologie

Startseite Gefäßchirurgie

14.11.2011

Mini-Korsett für die Hauptschlagader

Bethanien-Ärzte setzen Moerser Patienten erstmals minimal-invasiv eine Gefäßstütze ein /
Beim Herztag am 16.11. informieren die Kardiologen über Risikofaktoren

Der Moerser Patient Nunzio Arrangio (ganz links) am zweiten Tag nach dem Eingriff im Kreis der behandelnden Chefärzte (v.l.n.r.): Prof. Dr. Geier von der Gefäßchirurgie, Dr. Hans Bender von der Radiologie sowie Privatdozent Dr. Möhlenkamp als Kardiologe. Nicht auf dem Bild ist Chefarzt Dr. Burkhard Steege von der Anästhesie. (Foto: KBM/Tanja Pickartz)
Nunzio Arrangio ist wieder auf den Beinen. Von seinem gesundheitlichen Problem hatte der Patient vorher eigentlich nicht viel gemerkt, bis die Ärzte auf den Bildern aus der Radiologie "Beulen" in der Hauptschlagader entdeckten, die dort nicht hingehörten. Angesichts dieser Aneurysmata war schnell klar: es muss operiert werden. Der Moerser ist der erste Patient, dem im Bethanien-Krankenhaus jetzt bei einem minimal-invasiven Eingriff Gefäßstützen in die Hauptschlagader in Herznähe eingesetzt wurden. "Die Operation oberhalb des Zwerchfells war notwendig, weil der Patient mehrere Aneurysmata an der Aorta hatte", so Privatdozent Dr. Stefan Möhlenkamp, der die Kardiologie in Bethanien seit Juli als Chefarzt leitet. Dem für den Eingriff verantwortlichen Ärzteteam hatten neben Dr. Möhlenkamp auch die Chefärzte Prof. Bruno Geier von der Gefäßchirurgie, Dr. Hans Bender von der Radiologie und Dr. Steege von der Anästhesie angehört.

"Die Hauptschlagader ist das größte Blutgefäß im Körper", erläutert Dr. Möhlenkamp die Hintergründe für den Eingriff. Sie beginnt oberhalb der Herzklappe der linken Herzkammer und biegt dann wie der gebogene Griff eines Regenschirms zunächst Richtung Wirbelsäule und nach unten ab. Im weiteren Verlauf der Aorta in Richtung der Beine zweigen verschiedene Blutgefäße ab, die alle Organe im Bauchraum mit Blut und Sauerstoff versorgen. "Aneurysmata an der Hauptschlagader können durch Bluthochdruck entstehen, oft in Verbindung mit anderen Risikofaktoren, oder durch eine angeborene Bindegewebsschwäche", erklärt der Chefarzt. Bei einem Aneurysma "beult" das Gefäß mit der Zeit immer mehr nach außen aus. Das kann gefährlich werden. "Es drohen Einrisse der Gefäßinnenwand oder der gesamten Wand."

Vor dieser Gefahr sollte Nunzio Arrangio als "Patient Nummer eins" frühzeitig geschützt werden. Denn wenn die Hauptschlagader einreißt, geht es schnell um Leben und Tod. "Solche Komplikationen sind leider mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Deswegen müssen Aneurysmata rechtzeitig operiert werden", sagt der Doktor. Die rechtzeitige Operation gelang dem Ärzteteam nun durch Einsatz einer Gefäßstütze aus Draht. Wie ein Korsett hält dieser "Stent" die Hauptschlagader des Patienten nun von innen in Form. Große Operationen wie diese machen heute nur noch einen kleinen Schnitt für den Chirurgen notwendig. Die Gefäßstütze wird durch einen wenige Zentimeter langen Schnitt in der Leistengegend in die Aorta vorgeschoben und schließlich am Bestimmungsort implantiert.

Computerbild mit der beim Patienten in die Hauptschlagader eingesetzten, gezackten Gefäßstütze aus Draht (rote Pfleile). Die Hauptschlagader zweigt oben vom Herzen (Bildmitte) Richtung Wirbelsäule (im Bild nach rechts) ab und verläuft dann nach unten in den Bauchraum . (Foto: KBM/Radiologie)

"Ich hatte nach der Operation keine Schmerzen, bis auf den kleinen Schnitt in der Leiste", berichtet Nunzio Arrangio. Er ist inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen und wird - abgesehen von regelmäßigen Kontrollen beim Arzt - ein Leben ohne irgendwelche Einschränkungen führen können. Alles gut gegangen also. "Gerade weil Aneurysmata in der ersten Zeit oft keinerlei Beschwerden verursachen, ist es wichtig, dass Patienten über solche Krankheitsbilder informiert sind. Nur so können wir Ärzte rechtzeitig handeln", betont Dr. Möhlenkamp. Eine Gelegenheit dazu bietet der 12. Herztag im Krankenhaus Bethanien am Mittwoch, 16. November 2011 von 15 bis 19 Uhr, bei dem das Team der Kardiologie über solche und andere Erkrankungen referieren wird.
Bethanienstraße 21
47441 Moers
Tel. 02841/200-0

© 2019 Bethanien
Datenschutzerklärung
Impressum



Beauftragter für Medizinproduktesicherheit
Kontakt-E-Mail:
marcus.eidmann@bethanienmoers.de