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Presseteam

3.2.2012

"Man tut was man kann" für ein sehr hohes Alter

Die Duisburgerin Luise Bergstein feierte 100. Geburtstag. Die Seniorin aus Beeck lebt jetzt im Moerser Altenkrankenheim Bethanien

Sind es vielleicht die guten Gene in der Familie, die Luise Bergstein dieser Tage den 100. Geburtstag feiern ließen? Bergsteins Nichte Edelgard Hewel jedenfalls ist davon überzeugt. „In unserer Familie haben eigentlich alle ein hohes Alter erreicht“, sagt die inzwischen selbst 72-jährige Hewel mit Blick auf ihre rüstige Tante.

Im Januar 1912 war Luise Bergstein in Duisburg-Beeck geboren worden. Dem Duisburger Stadtteil blieb sie bis auf zwei Abwesenheiten treu, die im Verhältnis zu ihrem langen Leben aber eher wie kurze Ausflüge erscheinen: Für drei Jahre arbeitete sie ab 1929 als Hausmädchen bei zwei Familien in den Niederlanden. Damals war sie 17 Jahre alt. Und Mitte der vierziger Jahre, als der Zweite Weltkrieg im Ruhrgebiet tobte, hatte sie sich mit Ihrem kleinen Sohn Herbert für ein halbes Jahr im sachsen-anhaltinischen Stendal in Sicherheit gebracht. „Sonst hat Luise immer in Beeck gelebt. Sie ist dort sogar nur ein Mal umgezogen und die andere Wohnung lag gleich um die Ecke“, berichtet Bergsteins Nichte Edelgard. Da treffen die Bezeichnungen bodenständig und heimatverbunden auf Luise Bergstein wohl unwidersprochen zu.

Nach Rückkehr aus den Niederlanden heiratete Luise 1934 ihren Mann. Kurze Zeit später erblickte der (heute 77-jährige) Sohn Herbert das Licht der Welt. „Nach der Heirat war meine Tante vor allem Hausfrau und Mutter“, so Edelgard Hewel. Putzen und den Haushalt machen, das sei nicht nur Lehrberuf von Luise Bergstein gewesen, sondern immer auch gern erledigte Tagesaufgabe und Erfüllung. Das Leben verlief in ruhigen Bahnen. Bis 1995, da war sie immerhin schon über siebzig, hat Luise Bergstein den Haushalt allein geschmissen und sogar noch die Familie mitbekocht. "Aber dann ging das nicht mehr", erinnert sich Nichte Edelgard. Die Tante verließ das geliebte Beeck und zog über den Rhein ins Altenkrankenheim Bethanien nach Moers. In die Senioreneinrichtung kam sie allein, der Gatte war bereits 1981 gestorben.

Wenn man Luise Bergstein fragt, wie sie so alt geworden ist, sagt sie salopp: „Man tut, was man kann.“ Ein Geheimrezept habe sie nicht. "Man wird einfach älter. So ist das." Na dann müssen es wohl tatsächlich die guten Gene in der Familie sein. Edelgard Hewel nickt. „Luises Großeltern feierten in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts schon Goldene Hochzeit. Das war damals etwas ganz Besonderes, denn die Menschen wurden damals ja noch nicht so alt, wie heute.“ Luises Mutter wurde immerhin 90 Jahre alt. Ein anderer Beweis für die Gen-Theorie der Familie ist Luise Bergsteins Schwester Johanna Böhle, die inzwischen ebenfalls im Bethanien-Altenkrankenheim wohnt, im gleichen Wohnbereich sogar, und die nur unwesentlich jünger ist als Luise. „Meine Mutter Johanna begeht im kommenden Jahr den hundertsten Geburtstag“, erklärt Edelgard Hewel. Die beiden Schwestern trennt ein Lebensjahr.

Bei Luises Geburtstagsfeier vor ein paar Tagen wurde im kleinen Kreis gefeiert. „Wir werden zwar alle uralt, aber die Familie ist insgesamt sehr klein“, verrät Hewel. Mit insgesamt acht Leuten seien die Familien der 99-jährigen Johanna und der hundertjährigen Luise komplett in einem Raum versammelt. Zum Wiegenfest vor ein paar Tagen empfing Luise Bergstein dennoch weitere Gäste. Neben der Familie kam etwa die stellvertretende Bürgermeisterin Erika Scholten, die unter anderem einen persönlichen Glückwunsch von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mitbrachte. Einen extragroßen Blumenstrauß gab es schließlich von Ingo Ludwig, der das Altenkrankenheim Bethanien leitet, und vom Pflegeteam des Wohnbereichs. “Hundert Jahre - ein stolzes Alter! Wir wünschen Alles Gute und viel Gesundheit“, sagte Ludwig. Da lächelt Luise Bergstein ziemlich zufrieden.
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