Krankenhaushygiene

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5.7.2012

„Man darf nicht nachlässig werden“

Die Kliniken im Kreis Wesel haben den Kampf gegen MRSA-Keime verstärkt. Ein Team aus Hygieneexperten im Krankenhaus Bethanien geht mit gezielten Maßnahmen vor

Auf den Händen sitzen die bösen Keime: Der Bethanien-Hygienebeauftragte Jürgen Rosemann kämpft für die regelmäßige Händedesinfektion im Krankenhaus.
Der Kampf gegen ansteckende Keime beginnt für ihn jeden Tag neu: Für Jürgen Rosemann hat die strikte Einhaltung geltender Richtlinien im Krankenhaus Bethanien oberste Priorität, und das nicht erst seit Verschärfung des Bundesinfektionsschutzgesetzes (IFSG) im vergangenen Jahr. Wenn es um krank machende Keime geht, nimmt der langjährige Hygienebeauftragte der Klinik keine Nachlässigkeiten hin. Rosemann und sein Hygieneteam wissen, dass man Keimübertragungen nur mit sorgfältiger und strikter Hygiene abwehren kann.

Besonderes Augenmerk richtet das Bethanien-Hygieneteam auf MRSA, einen Keim, der mittlerweile gegen die meisten Antibiotika resistent geworden ist. Für chronische oder schwer kranke Patienten kann eine Infektion mit dem für gesunde Menschen an sich harmlosen Keim eine ernste Bedrohung darstellen. „Eine MRSA-Infektion ist bei solchen Patienten mitunter langwierig und schwer zu behandeln. Deswegen sorgen wir dafür, dass es im Krankenhaus gar nicht erst zu einer solchen Infektion kommt“, sagt Jürgen Rosemann.

Noch besser ist es allerdings, wenn die Schutzmaßnahmen flächendeckend durchgeführt werden und alle Kliniken dabei eng zusammenarbeiten, so wie es in den Niederlanden praktiziert wird. Dort infizieren sich im Jahr weniger als ein Prozent aller Patienten mit MRSA, in Deutschland sind es zwischen zehn und fünfundzwanzig Prozent - ein ziemlich großer Unterschied, der für Rosemann und sein Team nicht hinnehmbar ist. „Beim Kampf gegen die multiresistenten Keime können wir viel mehr erreichen, wenn alle Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nach einheitlichen Richtlinien arbeiten“, sagt Rosemann.

Im Kreis Wesel haben es die acht ortsansässigen Krankenhäuser bereits vorgemacht: Vom grenzüberschreitend arbeitenden, niederländisch-deutschen Hygienenetzwerk „EurSafety Health-net“ erhielten die Krankenhäuser im Kreis Wesel im vergangenen Jahr das offizielle MRSA-Gütesiegel. Voraussetzung war die Erfüllung von zehn vorgegebenen Qualitätszielen. Dazu prüften drei Experten vom Weseler Gesundheitsamt in den Krankenhäusern unter anderem die strikte Verwendung von Mundschutz, Einmal-Handschuhen und Schutzkitteln beim Ärzte- und Pflegepersonal. Ebenfalls überprüft wurde die gezielte Durchführung von MRSA-Tests bei Patienten, die stationär ins Krankenhaus kommen.

Solche Dosiergeräte mit Desinfektionsmitteln gibt es überall im Krankenhaus. Personal, Patienten und Besucher nutzen die Desinfektion der Hände, um die Übertragung von multiresistenten Keimen zu verhindern. In Hintergrund ist das MRSA-Gütesiegel des niederländisch-deutschen Hygienenetzwerks „EurSafety Health-net“ zu erkennen.
„Patienten mit MRSA werden in Bethanien und den anderen Kliniken im Kreis jetzt nach einem genau vorgegebenen Schema untersucht und behandelt“, erklärt Rosemann. „Bei einer festgestellten Besiedelung mit dem Keim auf der Haut oder bei einer Infektion werden Betroffene Patienten in einem separaten Zimmer untergebracht und weiterbehandelt“, so der Hygienebeauftragte. So wird vermieden, dass andere Patienten sich ebenfalls anstecken.

Die häufigste MRSA-Übertragung in Krankenhäusern geschieht über die Hände, denn Hände kommen den ganzen Tag überall mit Keimen in Kontakt. Von den etwa 500.000 Infektionen in Krankenhäusern werden die meisten durch Hände übertragen. Rosemann zeigt auf das Plakat von der bundesweiten Kampagne „Saubere Hände". Darauf ist ein großer farbiger Handabdruck zu sehen, der die Übertragungsgefahr anschaulich macht. Bethanien engagiert sich seit zwei Jahren bei dieser Aktion, zu der Rosemann eine Reihe von Fortbildungen absolviert hat. Die Kampagne soll bei Beschäftigten im Gesundheitswesen für mehr Aufmerksamkeit bei der Händedesinfektion werben. „Die regelmäßige Händedesinfektion beim Ärzte- und Pflegepersonal ist die wichtigste Schutzmaßnahme gegen eine Übertragung“, weiß Rosemann.

Eigentlich eine einfache Regel, die aber im manchmal hektischen Klinikbetrieb vernachlässigt wird. „Das lässt sich nur ändern, wenn allen Beschäftigen die Wichtigkeit der Händedesinfektion auch in stressigen Situationen immer bewusst ist. Man darf da einfach nicht nachlässig werden“, betont Rosemann. Vor und nach jedem Patientenkontakt muss es deswegen heißen: Hände desinfizieren. „Wir in Bethanien und alle anderen Krankenhäuser in Deutschland haben ein klares Ziel vor Augen. Ein gutes Stück Weg liegt noch vor uns, aber mit dem jetzt gültigen Infektionsschutzgesetz und mit gut funktionierenden Netzwerken der Verantwortlichen auf lokaler Ebene sind die ersten großen Schritte gemacht“. Ziel ist, die Zahl der Infektionen deutlich zu senken.
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