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18.3.2013

Wie das Loch im Bauch vom Krebs heilte

Darmzentrum Bethanien lud am Samstag (16.3.) zum Infotag

Ab durch den Bauchnabel: Das neue SILS-Verfahren demonstrierten Dr. Susanne Döhrmann-Sohr, Leitende Oberärztin im Darmzentrum sowie die Chefärzte Dr. Hans-Reiner Zachert (2.v.l.) und Dr. Rainer Götz (2.v.r.) dem stellvertretenden Landrat Heinz-Dieter Bartels (re.) und Dirk Elfgen (li.), der die Expertenrunde moderierte. SILS-Verfahren werden sämtliche benötigten OP-Instrumente durch nur noch ein Loch im Bauchnabel geschoben - es gibt keine sichtbare Narbe nach dem Eingriff. (Foto: KBM/Tanja Pickartz)
Für ein volles Haus sorgte am Samstag (16.3.) der Darmtag im Krankenhaus Bethanien. Bei der Veranstaltung "Alarm im Darm" unter Schirmherrschaft von Landrat Ansgar Müller hatte das vom Krankenhaus und weiteren Kooperationspartnern getragene Darmzentrum Bethanien Moers über Darmkrankheiten informiert, wie etwa die chronisch-entzündliche Colitis ulcerosa oder die Divertikulitis. Einen Schwerpunkt in der Diskussion bildete der Darmkrebs, der mit jährlich etwa 70.000 Neuerkrankungen in Deutschland die dritthäufigste Krebsart darstellt. "Vor 50 Jahren starb man an Krebs und vor zwanzig Jahren starb man mit dem Krebs. Heutzutage kann man, dank der medizinischen Möglichkeiten, mit dem Krebs viele Jahre leben, wie mit einer chronischen Erkrankung", fasste der stellvertretende Landrat Heinz-Dieter Bartels in seiner Eröffnungsrede zusammen. Er warb dafür, ab 55 regelmäßig zur Darmspiegelung zu gehen, weil dies unter Umständen das Leben retten könne. "Ich war selbst schon bei der Darmspiegelung und es war richtig, dass ich das gemacht habe", betonte Bartels, der mit seiner Eröffnungsrede Landrat Müller als Schirmherrn vertrat. "Es ist beruhigend zu wissen, dass es Ansprechpartner wie das Darmzentrum Bethanien Moers gibt, wo eine Vielzahl von Experten auf uns warten."

Auch Moderator Dirk Elfgen machte deutlich, wie wichtig Prävention sein kann. "Ich hatte selbst vor Jahren Krebs", bekannte er. Elfgen war bei der Veranstaltung nur ein Beleg dafür, dass Krebs heute heilbar ist, wenn er rechtzeitig erkannt wird. In einer von mehreren Expertenrunden sprach auch Fritz Elmer von der Selbsthilfegruppe ILCO davon, wie ein künstlicher Darmausgang ihn vor zwölf Jahren vom Krebs befreite. "Ich hatte damals die Wahl zwischen einem Loch im Bauch und einen Loch in der Erde." Die Wahl sei ihm da nicht schwer gefallen, zumal der künstliche Darmausgang ("Stoma") heute kein Tabuthema mehr darstellte.

Expertenrunde beim Darmtag im Krankenhaus Bethanien Moers: Moderator Dirk Elfgen (2.v.l.) befragte in mehreren Gesprächsrunden unter anderem den niedergelassenen Gastroentereologen Jochen Purrmann (3.v.l.) und Chefarzt Dr. Rainer Götz (re.), der in Bethanien die Klinik für Gastroenterologie leitet, über akute und chronische Krankheiten des Darms. Dr. Peter Liebisch (li.) von der Onkologischen Praxis auf dem Campus Bethanien gab Auskunft über Fortschritte in der Chemotherapie von Darmkrebs (Foto: KBM/Tanja Pickartz)


Bei den Infoständen im Foyer des Krankenhauses konnten sich die Gäste davon persönlich überzeugen. Dort zeigte Stoma-Therapeutin Friederike Langkamp vom Sanitätshaus HODEY, wie einfach und praktisch das System mit den kleinen Plastikbeuteln inzwischen funktioniert. Der Beutel mit einem stark haftenden Pflaster wird auf die nur bleistiftdicke Öffnung in der Hüftgegend geklebt, die nach der Operation den künstlichen Darmausgang bildet. "Unter einem Hemd oder einem Pullover ist der auf die Haut geklebte Beutel nicht zu sehen. Man kann sich damit ohne Probleme im Alltag bewegen, sogar Sport machen", so Langkamp. Das konnte Bernd Brauer am Infostand der Selbsthilfegruppe ILCO bestätigen: "Mit dem Beutel kann man ganz normal unter die Dusche gehen und sogar in die Sauna, da löst sich nichts ab, das ist sehr hygienisch". Er selbst hat seit Jahren einen künstlichen Ausgang und ist vom Krebs geheilt. "Die Leute ahnen gar nicht, wie viele Menschen inzwischen mit einem künstliche Darmausgang ein ganz normales Leben führen. Man sieht eben nicht, ob jemand einen Beutel trägt, oder nicht."

In den Expertenrunden machten Chirurgen, Gastronenterologen, Onkologen, Strahlentherapeuten und andere Fachleute deutlich, wie sehr sich die Behandlung von Darmkrebs in den vergangenen Jahren verbessert habe. "Die am Stadium der Krebserkrankung orientierte Therapie hat den großen Fortschritt gebracht", sagte Bethanien-Chefarzt Dr. Rainer Götz von der Klinik für Gastroenterologie. Mit Blick auf die Zukunft unterstrich sein Chefarzt-Kollege, der Bauchchirurg Dr. Hans-Reiner Zachert, dass Darmkrebs immer häufiger minimal-invasiv operiert werden könne. Bei dem in Bethanien seit kurzem angewendeten SILS-Verfahren werden die immer kleiner werdenden Operationsinstrumente durch den geöffneten Bauchnabel geschoben, erläuterte der Leiter des Darmzentrums. Nach dem Eingriff bleibt keine sichtbare Narbe zurück, die Patienten sind schneller wieder auf den Beinen. Doch alles was neu ist, muss auch halten, was es verspricht. "Deswegen nimmt das Darmzentrum immer wieder an medizinischen Studien teil", berichtete der Dr. Peter Liebisch von der Onkologischen Praxis auf dem Bethanien-Gelände. "Studien bedeuten nicht, dass wir an den Patienten herumexperimentieren, sondern dass wir gemeinsam mit anderen Darmzentren in Deutschland wissenschaftlich genau ermitteln, wie wirksam die durchgeführten Therapien sind. Die Studien helfen uns, noch besser zu werden, weil wir damit herausfinden, welche Patienten am besten von bestimmten Therapien profitieren."

INFO
Darmzentren sind von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierte und regelmäßig kontrollierte Netzwerke, in der verschiedene Abteilungen eines Krankenhauses mit externen Kooperationspartnern gemeinsam Darmkrebs-Patienten therapieren und betreuen. Zu den Kooperationspartnern gehören Facharztpraxen, Sanitätshäuser, Psycho-Onkologen und sogar Selbsthilfegruppen. In wöchentlichen Tumor-Konferenzen besprechen alle beteiligten Mediziner die bestmögliche Behandlung. Sämtliche Kooperationspartner des Darmzentrums treffen sich regelmäßig, um die gemeinsame Arbeit abzustimmen. Das Darmzentrum Bethanien Moers besteht seit vier Jahren.

Am Stand der Selbsthilfegruppe ILCO informierte sich der stellvertretende Landrat Heinz-Dieter Bartels (li.) über die funktionierende Kooperation im Darmzentrum Bethanien. Die Selbsthilfegruppe um Bernd Brauer (re.) berät regelmäßig die Patienten von Bethanien-Chefarzt Dr. Rainer Götz (2.v.l.) am Krankenbett, zum Beispiel vor und nach einer Darmkrebs-Operation. (Foto: KBM/Tanja Pickartz)

Aufklärung mit Infobroschüren und Anschauungsmaterial: Friederike Langkamp vom Gesundheits-Center HODEY nahm vielen Besuchern die Angst vor einem künstlichen Darmausgang. (Foto: KBM/Tanja Pickartz)
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