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18.11.2015

Zuckerkrankheit schleicht sich meist langsam ein

Bethanien-Ärzte zum Welt-Diabetestag (am 14.11.): Risikopatienten sollten Blutwerte regelmäßig kontrollieren lassen

Bei Diabetikern zeigt sich die Krankheit irgendwann auch an den Füßen: Oberarzt Dr. Ralph-Dietrich Rackwitz und das Diabetesteam schauen deshalb bei ihren Patienten ganz genau hin.(Foto: KBM/Engel-Albustin)
Patienten mit erhöhtem Diabetesrisiko sollten auf ihre Blutwerte achten und diese regelmäßig beim niedergelassenen Arzt kontrollieren lassen. Darauf weisen Chefarzt Prof. Dr. Ralf Kubitz und Oberarzt Dr. Ralph-Dietrich Rackwitz von der Medizinischen Klinik 1 des Bethanien-Krankenhauses anlässlich des Welt-Diabetestags (am Samstag, 14.11.) hin. „Deutschland gehört zu den zehn Ländern mit der höchsten absoluten Anzahl an Menschen mit Diabetes mellitus und steht weltweit auf dem 8. Platz“, so Chefarzt Prof. Kubitz.

90-95 Prozent aller Diabetiker sind an einem Typ-2-Diabetes erkrankt. Die Krankheit schleicht sich in den meisten Fällen langsam und fast unbemerkt ein, weiß der Diabetologe Ralph-Dietrich Rackwitz. „Häufig besteht vor der erstmaligen Diagnose dieser Form des Diabetes bereits über viele Jahre eine Zuckerstoffwechselstörung, die zunächst durch eine zum Teil erhebliche Mehrausschüttung des zuckersenkenden Hormons Insulin noch ausgeglichen werden kann. Dadurch sind die im Routinelabor gemessenen Blutzuckerwerte über lange Zeit oft noch normal.“

Doch trotz der noch normal gemessenen Zuckerwerte komme es bereits in dieser frühen Phase zur Entwicklung von Folgekrankheiten insbesondere, an den Blutgefäßen. „Weitere Erkrankungen wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht vor allem mit vermehrtem Bauchfett, die man gemeinsam mit der Störung des Zuckerstoffwechsels auch als metaboles Syndrom bezeichnet, erhöhen das Risiko hierfür noch um ein Vielfaches“, sagt Dr. Rackwitz.

Nicht selten würden bereits eindeutig erhöhte Blutzuckerwerte unzureichend beachtet oder heruntergespielt. „All dies führt dazu, dass bei der erstmaligen Feststellung eines manifesten Diabetes viele Betroffene bereits hierdurch bedingte krankhafte Veränderungen an Herz und Blutgefäßen aufweisen, aber auch an den Augen, Nieren oder Füßen.“

Um die Entwicklung dieser Folgeerkrankungen zu verzögern oder gar zu verhindern, sei die möglichst frühe Diagnose und die konsequente Behandlung der Zuckerstoffwechselstörung, des Bluthochdrucks und der Fettstoffwechselstörung in einem frühzeitigen Stadium wesentlich. „Und zwar möglichst bevor die Blutzuckerwerte im Routinelabor bereits erhöht sind“, wie Chefarzt Prof. Kubitz ergänzt.

Ob bereits eine frühe Zuckerstoffwechselstörung vorliegt, kann einfachsten durch Überprüfung des sogenannten Langzeitblutzucker-Wertes (HbA1c) oder durch die Durchführung eines Zuckerbelastungstests (OGTT) erkannt werden. „Diese Untersuchungen sind immer dann sinnvoll, wenn der Hausarzt ein erhöhtes Risiko für eine Diabetesentwicklung feststellt“, betont der Diabetologe Dr. Rackwitz. Risiken für Diabetes sind erhöhter Blutdruck, insbesondere in Kombination mit einem gestörten Fettstoffwechsel und/oder Übergewicht mit vermehrtem Bauchfett, eine familiären Belastung hinsichtlich einer Diabetes-Erkrankung, und eine Fettleber, die bei einer Ultraschall-Untersuchung zu sehen ist.

Einen ersten Hinweis auf ein erhöhtes Diabetes-Risiko gibt ein Fragebogen-Test im Internet auf der Webseite des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIFE) unter www.dife.de/diabetes-risiko-test/. „Wenn sich beim Selbsttest ein erhöhtes Diabetes-Risiko ergibt, sollte man auf jeden Fall mit seinem Arzt sprechen“, so die beiden Bethanien-Ärzte.

INFO
In Deutschland gibt es nach Schätzungen derzeit ca. 7,5 Millionen manifeste Diabetikern im Alter von 20 bis 79 Jahren – einschließlich einer Dunkelziffer von ein ca. einem Drittel der Betroffenen, die aber bisher noch nichts von ihrer Erkrankung wissen. Nicht eingerechnet sind dabei über 80-jährige Menschen, von denen hierzulande ebenfalls deutlich mehr als 22 Prozent eine Zuckerkrankheit aufweisen. Die Diabetologie im Krankenhaus Bethanien wird seit vielen Jahren von Oberarzt Dr. Ralph-Dieterich Rackwitz geleitet.
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