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Proktologie

18.6.2018

Haben Frauen anders Stress?

Die beiden Moerser Krankenhäuser, die Knappschaft und die Gleichstellungsstelle der Stadt Moers luden zum 5. Moerser Frauengesundheitstag in die Alte Volksschule

Von Frau zu Frau: Beim Frauengesundheitstag referierten vom Bethanien-Krankenhaus ausschließlich Ärztinnen vor den Besucherinnen im Publikum: Oberärztin Dr. Caterina Schulte-Eversum (stehend in rot) von der Proktologie und Oberärztin Dr. Almut Raabe (ganz rechts stehend) von der Gynäkologie bieten in Bethanien eine gemeinsame Sprechstunde für Frauen mit Harn- und Stuhlinkontinenz an. (Foto: Engel-Albustin/Fotoagentur Ruhr Moers)
Der Ort war gut gewählt: Die Alte Volksschule am Moerser Hanns-Albeck-Platz verwandelte sich am Mittwoch (13.6.) für ein paar Stunden in eine Frauen-Fortbildungsstätte ganz besonderer Art: Eingeladen zum 5. Frauen-gesundheitstag hatte die zwei Moerser Krankenhäuser St. Josef und Bethanien, die Knappschaft und die Gleichstellungsstelle der Stadt Moers. Rund 100 Frauen waren zur Veranstaltung gekommen, die diesmal nicht, wie in den Vorjahren, Workshops und Infostände bot, dafür aber ein hochkarätiges Vortragsprogramm.

Den Auftakt machte der Kardiologe Dr. Thomas Reiff von der Kardiologischen Praxis am Krankenhaus St. Josef mit seinem Vortrag „Frauenherzen schlagen anders“. Er legte dar, dass das Herz kein Geschlecht habe, „der Herzinfarkt hat aber sehr wohl eines“. Frauen kämen durchschnittlich später ins Krankenhaus, weil die Symptome falsch gedeutet werden. „Männer haben bei Herzproblemen starke Schmerzen in der Brust, Frauen dagegen bemerken eher Übelkeit und andere uneindeutige Symptome.“ Allerdings sterben Frauen weniger am Herzinfarkt. Dafür sei aber die Sterblichkeit für Herzschwäche, Herzklappenerkrankungen und Herzrhythmusstörungen bei Frauen höher als bei Männern. Und: Bei Vorhofflimmern erleiden doppelt so viele Frauen einen Schlaganfall. Fazit: Frauen sind anders krank als Männer.

Vom Krankenhaus Bethanien sprachen anschließend die beiden Oberärztinnen Dr. Caterina Schulte-Eversum von der Proktologie und Dr. Almut Raabe von der Frauenklinik über Harn- und Stuhlinkontinenz. „Viele ältere Frauen leiden daran und genau darum wollen wir das Thema aus der Tabuzone herausholen“, sagte Dr. Ralf Engels, Vorstand der Bethanien-Stiftung zu Bedeutung des Themas beim Frauengesundheitstag. Wie schon Ralf H. Nennhaus als Klinikchef von St. Josef hatte auch Dr. Engels den von seinem Haus initiierten Vortrag auf dem Frauengesundheitstag persönlich eingeleitet.

Höhepunkt des Abends war das Referat „Der Stress der Frauen“ von Dr. Matthias Weniger, dem Ärztlichen Leiter des Instituts für Stressmedizin in Gelsenkirchen. Er legte die Mechanismen dar, die im menschlichen Körper Stress erzeugten und sagte, wie man der Stressfalle in Familie und Beruf entkommen kann. Zwischen den Vorträgen sorgten Sporttrainerinnen aus den beiden Moerser Kliniken mit den beim Moerser Frauengesundheitstag mittlerweile schon traditionellen „Aktiven Pausen“ für Bewegungsfreude beim Publikum. Diesen Schwung nutzte anschließend Sängerin Isabelle Razawi: So klang der 5. Moerser Gesundheitstag mit einem Mitsingabend aus.

Die Moerser Kliniken, die Knappschaft und die Gleichstellungsstelle zeigten sich mit dem Zuspruch zur Veranstaltung mehr als zufrieden. „Mit der Alten Volksschule in unmittelbarer Nähe zum Königlichen Hof haben wir einen ausgesprochen schönen und zentral gelegenen Veranstaltungsort gefunden. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt“, so die Veranstalter. Für den Frauengesundheitstag im kommenden Jahr wünschen sich die Veranstalter noch einen oder zwei größere Kooperationspartner aus dem Gesundheitswesen. „Eine solch wichtige Veranstaltung sollte auf mehreren Beinen stehen.“
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