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27.7.2020

„Viele wissen nichts von ihrer Lebererkrankung“

Am 28. Juli ist Welt-Hepatitis-Tag. Prof. Dr. Ralf Kubitz, Chefarzt der Gastroenterologie Bethanien macht auf Symptome, Ursachen und die Vorbeugung von Hepatitis aufmerksam.

Prof. Dr. Kubitz ist Chefarzt der Gastroenterologie im Krankenhaus Bethanien und Experte für Erkrankungen an der Leber.
"Find The Missing Millions" (übersetzt: Findet die fehlenden Millionen). Unter diesem Motto findet in diesem Jahr am 28. Juli der Welt-Hepatitis-Tag statt. Ziel ist es, Menschen mit bislang unerkannten Virus-bedingten Lebererkrankungen zu helfen. Der Informationsbedarf ist groß. „Neun von zehn Menschen wissen nichts von ihrer Hepatitis-Infektion“, sagt Prof. Dr. Ralf Kubitz, Chefarzt der Gastroenterologie am Krankenhaus Bethanien. Ein Grund: „Bei einer chronischen Virus-Hepatitis können Beschwerden und Symptome zunächst komplett fehlen – eine besondere Tücke dieser Erkrankung“, erklärt er. Denn die Folge einer nicht erkannten Infektion kann eine Leberzirrhose sein, die unter anderem eine zunehmende Funktionseinbuße der Leber bewirkt. An den unmittelbaren Folgen einer Virus-Hepatitis B und C sterben jährlich rund 1,5 Millionen Menschen.

Doch wie erkennen Betroffene eine mögliche Hepatitis-Infektion, wenn sie sich äußerlich zunächst nicht bemerkbar macht? „Hepatitis ist eine Entzündung der Leber. Sie tritt ein, wenn das eigene Immunsystem es nicht schafft, das Virus zu eliminieren“, so Prof. Kubitz. Nicht sichtbare Symptome sind Müdigkeit, Leistungsminderung sowie Gelenk- und Muskelschmerzen. Außerdem können Appetitlosigkeit, Übelkeit, Druck im rechten Oberbauch, Fieber und ungewollter Gewichtsverlust auf eine Infektion hindeuten. Typische äußerliche Symptome ist die sogenannte Gelbsucht, eine Gelbverfärbung der Augen. „Wenn man sich an eine Episode mit einer Gelbsucht erinnert, sollte man an die Möglichkeit einer durchgemachten Virus-Hepatitis denken“, warnt der Chefarzt. Sichtbare Anzeichen können unter anderem auch kleine Gefäßneubildungen, insbesondere am Oberkörper und Veränderungen im Mundbereich, wie die sogenannte Lacklippen, die Lackzunge und schmerzhafte Risse in den Mundwinkeln sein.

Weltweit ist etwa jeder 12. Mensch mit dem Hepatitis B- oder Hepatitis C-Virus infiziert, bis zu 325 Millionen Menschen haben eine chronische Hepatitis B oder C Infektion. Um eine Infektion so früh wie möglich zu erkennen, empfiehlt Prof. Kubitz etwa bei allgemeinen ärztlichen Untersuchungen eine Blutprobe zur Bestimmung der Leberwerte entnehmen zu lassen. „Ergeben sich hierbei Auffälligkeiten, sollte eine weitere ärztliche Abklärung dringend erfolgen“, rät der Chefarzt. Dazu gehöre unter anderem auch eine gezielte Laboranalytik, um die Ursache von erhöhten Leberwerten festzustellen. Wichtige Hinweise auf die Ursache und das Ausmaß einer Lebererkrankung liefern auch eine Ultraschalluntersuchung und eine nicht-invasive Messung der Leberfestigkeit.

Auch bei der Behandlung einer bestehenden Hepatitis haben sich in den letzten 20 Jahren verschiedene Therapiemöglichkeiten ergeben. „Insbesondere bei der Therapie der Hepatitis C sind die anfänglichen Behandlungserfolge mit Viruseliminationsraten von 15 auf fast 100 Prozent dank wissenschaftlicher Erkenntnisse gestiegen“, berichtet Prof. Kubitz. Der Chefarzt setze sich weiterhin dafür ein, dass mehr Menschen für Hepatitis sensibilisiert werden und so bislang unerkannte Lebererkrankungen entdeckt werden.
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