Reizdarmsyndrom

Was ist das Reizdarmsyndrom?

Von einem Reizdarmsyndrom spricht man, wenn sich immer wieder die gleichen Symptome zeigen, die keiner bekannten Erkrankung zugeordnet werden können. Ganz wichtig ist daher, eine definierte, insbesondere entzündliche oder bösartige Erkrankung auszuschließen, bevor man von einem Reizdarmsyndrom spricht.

Dies bedeutet, die Ursache der Beschwerden ist letztlich unklar. Das ist nicht gleichzusetzen mit „Sie haben keine Beschwerden und bilden sie sich nur ein“. Es werden Ernährungsfaktoren diskutiert. Daneben ist auch schon im Sprachgebrauch durch Sätze wie „Schiss in der Hose“ eine Verbindung von psychischen Faktoren wie Angst oder Stress und dem Nervensystem und Darm beschrieben.

Was sind die Symptome beim Reizdarmsyndrom?

Meist nach schneller oder großer Mahlzeit werden Bauchschmerzen, Verstopfungsempfinden, imperativer Stuhldrang mit schleimigem Durchfall oder vor allem tagsüber viele Winde beschrieben. Der Bauch rumort häufig sehr. Dies, sowie der Abgang von Durchfall, können durch eine gesteigerte Darmtätigkeit erklärt werden, die die Nahrung demnach auch zügiger vorantreibt. Nach Wind- oder Stuhlabgang sind die Beschwerden gelindert. Wichtig ist: Bei Auftreten von Blut im Stuhl sollte eine Abklärung erfolgen, da dies nicht zu den Symptomen eines Reizdarmsyndromes gehört.
Insgesamt sind Frauen etwa dreimal häufiger betroffen.

Wie kann die Diagnose gestellt werden?

Die körperliche Untersuchung ist in aller Regel wenig ergiebig. In einer Ultraschalluntersuchung des Bauches, einer Dickdarmspiegelung sowie weiteren bildgebenden Verfahren findet sich kein Nachweis einer definierten, die Beschwerden erklärenden Erkrankung bei jedoch in der Beobachtung konstant vorhandenen Symptomen. Erst wenn dieser Ausschluss bekannter Erkrankungen erfolgt ist, kann man von einem Reizdarmsyndrom sprechen. Eine psychologische bzw. psychosomatische Unterstützung ist oft hilfreich.

Kann man das Reizdarmsyndrom behandeln?

Da die Ursache bisher unklar ist, ist auch eine gezielte Behandlung schwierig. Wichtig scheint, im Körper eine Balance zu schaffen. Schlecht verträgliche Lebensmittel, inbesondere stark blähende, wie z.B. Kohl, rohe Zwiebeln etc, sollten gemieden werden. Eine ausgeglichene Diät ohne große Exzesse mit häufigen, kleinen, faserreichen Mahlzeiten scheint angenehm. Darmberuhigende und verlangsamende Substanzen wie beispielsweise Fenchel- oder Kümmeltee sind hierzu ebenso anzuraten. Eine regelmäßige körperliche Aktivität und Stressreduktion durch Entspannungstraining führen ebenfalls zur Balance von Körper und Geist. Rauchen scheint für das Reizdarmsyndrom förderlich. Ees gibt Hinweise auf Besserung der Beschwerden unter Hypnotherapie.

Ist ein Reizdarmsyndrom gefährlich?

Nein. Jedoch sollte bei Veränderung der Beschwerden, insbesondere bei Blut im Stuhl, eine erneute Abklärung zum Ausschluss einer unabhängigen Erkrankung erfolgen.
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