Steißbeinfistel-Entzündung (infizierter Sinus pilonidalis)

Was ist eine Steißbeinfistel?

Eine Steißbeinfistel-Entzündung ist eine Hautentzündung in der Gesäßfalte. Ursächlich ist wahrscheinlich ein in das Unterhautgewebe eingewandertes, abgebrochenes Haar. Männer sind etwa 3x häufiger betroffen als Frauen. Der Verlauf kann unterschiedlich sein. Manche Patienten zeigen eine kleine lokale „pickelartige“ Schwellung, bei manchen Patienten entleert sich Flüssigkeit. Wenn es zu einer Entzündung kommt, entwickelt sich eine schmerzhafte, gerötete und überwärmte Schwellung im Steißbeinbereich, es kommt zu Eiterentwicklung, einem Steißbeinabszess.

Wie ist die Behandlung, welche Verfahren gibt es?

Ein Steißbeinabszess kann nur durch chirurgische (oder spontane) Entlastung des Eiters zur Besserung gelangen. Auch eine Steißbeinfistel heilt nicht definitiv aus, ohne in einer der diversen möglichen operativen Verfahren entfernt zu werden. Hier ist es wichtig, in welcher Ausprägung sich die Fistel zeigt. Handelt es sich um eine Akutsituation mit Eiterverhalt, sollte dieser zeitnah abgelassen werden. Besteht eine Fistelöffnung ohne jeglichen Flüssigkeitsaustritt oder Beschwerden, besteht kein zwingender Handlungsbedarf. Jedoch ist das Risiko, eine Eiteransammlung zu entwickeln, erhöht. Bei wiederkehrenden Beschwerden wie beispielsweise Nässen oder Schwellungen lokal sollte ebenfalls eine operative Maßnahme ergriffen werden. Wichtig ist, dass der Fistelgang sowie die zystenartige Höhle im Unterhautfettgewebe komplett entfernt werden.

Ein auch heute noch sehr gängiges Verfahren ist das spindelförmige Ausschneiden des Befundes mit Offenbelassen der Wunde, damit sie sich langsam aus der Tiefe heraus verschließt. Dies dauert oft 2-3 Monate, in denen Sie die Wunde gut sauber halten müssen.

Wir führen, wenn es der Befund erlaubt, in der Akutsituation eine lokale Entlastung durch und dann in der Folge, bei zur Ruhe gekommenem Gewebe die Exzision mit Verschluss der Wunde in gleicher Sitzung. Eine Wundheilungszeit von etwa 3 Wochen sowie eine Entlastung der Verschiebeplastik ist notwendig. Falls in der Region um die Rima ani eine starke Behaarung besteht, sollten Sie sich auch nach der Operation regelmäßig dort „enthaaren“, um so gut wie möglich einem Wiederauftreten entgegenzuwirken. Eine Laserhaarentfernung ist oft sinnvoll.
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