Krankenhaushygiene

Standards für Ihre Sicherheit

Hygiene ist im Krankenhaus Bethanien ein unverzichtbarer Bestandteil der qualitätsorientierten Behandlung und Betreuung von Patient:innen.

Als Patient:in dürfen Sie zu recht davon ausgehen, in unserem Krankenhaus nach den anerkannten Regeln der Hygiene versorgt zu werden. Dies gilt gleichermaßen für den ärztlichen Bereich der Diagnostik und Therapie wie auch für die spezifische, auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte pflegerische Betreuung. Die Belange der Hygiene nehmen deshalb bereits innerhalb der Ausbildung unseres Pflegepersonals an der eigenen Krankenpflegeschule einen breiten Raum ein. Darüber hinaus ist aber auch die regelmäßige Teilnahme an hygienebezogenen Fortbildungen für das ärztliche und pflegerische Personal verpflichtend. Unser erklärtes Ziel ist es, hierdurch einen guten Ausbildungsstand unserer Mitarbeiter:innen und somit eine hohe Behandlungsqualität für Patient:innen zu gewährleisten.

Egal welchen Fachbereich unseres Krankenhauses Sie aufgrund Ihrer Erkrankung aufsuchen: immer dürfen Sie sicher sein, dass Hygiene ein wichtiges Element der gesamten Behandlungsstrategie sein wird - zu Ihrem Schutz, für einen positiven Heilungsverlauf und nicht zuletzt für Ihr Wohlbefinden.

Um dem hohen Stellenwert der Krankenhaushygiene, dem wir uns verpflichtet fühlen, gerecht zu werden, beschäftigen wir zudem speziell in der Hygiene aus- und weitergebildetes Fachpersonal. Dies sind Hygienefachkräfte, hygienebeauftragte Ärzt:innen und Pflegekräfte.

Eine der wichtigsten Aufgaben dieser Betriebsbeauftragten ist es, mit ihrer Fachkompetenz Hygienestandards für alle medizinischen Fachbereiche unseres Krankenhaus zu erstellen und zu allen Fragen der Umsetzung bereichs- und zeitnah für das Krankenhauspersonal, aber auch als Ansprechpartner für Sie, als unsere Patient:innen, zur Verfügung zu stehen. Ganz bewusst möchten wir Ihnen als Patient so die Möglichkeit der „Mitsprache“ geben, in Form von Anregungen, aber auch von Kritik.

Anschrift
Stiftung Bethanien Moers

Krankenhaushygiene

Bethanienstraße 21

47441 Moers

Kontakt

Aktion Saubere Hände
Bronze Zertifikat
Zertifikat Nationales Referenzzentrum für die Surveillance von nosokomialen Infektionen

Team

Qualitätssicherung

Um unsere Qualität in der Hygiene aber auch dauerhaft zu sichern, nehmen wir fortlaufend an einem bundeseinheitlichen Qualitätssicherungssystem („KISS“= Krankenhaus Infektions Surveillance System) teil, zur kontinuierlichen Erfassung und Ursachenbewertung von Krankenhausinfektionen. KISS besteht aus diesem Grund aus mehreren Modulen. Für die einzelnen Module existieren jeweils spezielle Surveillance Methoden.

An folgenden Surveillance Modulen nimmt unser Haus teil:

  • Patienten auf Intensivstationen (Modul ITS-KISS)
  • Operierte Patienten (Modul OP-KISS)
  • Frühgeborene auf neonatologischen Intensivstationen (Modul NEO-KISS)
  • Modul für Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (Modul MRSA-KISS)
  • Surveillance des Händedesinfektionsmittelverbrauchs (Modul HAND-KISS)
  • Clostridium difficile assoziierte Diarrhö (Modul CDAD-KISS)

Krankenhausinfektionen

Ein Thema, welches wir sehr ernst nehmen

Bakterielle Infektionen stellen heute im Krankenhaus eine zunehmend ernste Behandlungskomplikation dar. Grund hierfür ist unter anderem die deutliche Zunahme von antibiotikaresistenten Keimen wie z.B. „MRSA“ (Multiresistenter Staphylokokkus aureus). Hierbei handelt es sich um ein Bakterium, das sich bei etwa einem Drittel der gesunden Bevölkerung auf der Haut, vor allem aber im Rachen und im vorderen Schleimhautbereich der Nase nachweisen lässt. Man spricht dann von einem sogenannten "Trägerstatus". Dieser Nachweis besitzt keinerlei Krankheitsbedeutung bei gesunden Menschen. Problematisch kann das Bakterium jedoch bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem werden.

Der Nachweis einer Besiedelung, (auch "Kolonisation" genannt), kann durch einen Haut-oder Nasen-Rachenabstrich mit einem Wattestäbchen erbracht werden dem sogenannten ("Screening“).

Zur Verbreitung und Übertragung dieses Erregers kommt es z.B. durch Kontakt mit „Aerosolen“. Das sind feinste Tröpfchen aus dem Nasen-Rachenbereich besiedelter Menschen, die etwa beim Husten oder Niesen abgegeben werden.

Vor allem aber die Hände spielen hierbei eine entscheidende Rolle, da doch gerade sie vielfältigen Kontakt mit Menschen und deren unmittelbarem Umfeld haben. Für den medizinisch-pflegerischen Ablauf eines Krankenhauses ist diese Tatsache natürlich von großer Bedeutung und stellt entsprechende Anforderungen an die Hygiene bzw. Händehygiene.

Gefährdet im Sinne eines möglichen klinischen Infektionsgeschehens sind in erster Linie stark abwehrgeschwächte Patient:innen, so z.B. nach größeren Operationen, auf der Intensivstation mit „künstlicher Beatmung“ oder wenn Katheter verschiedenster Art und Nutzung bei Patient:innen gelegt werden und somit einen Zugang zum Körperinneren schaffen. Dann hat der Erreger unter Umständen eine Möglichkeit in den ohnehin erkrankten und somit geschwächten Organismus zu gelangen und Diesen durch eine Infektion zu schädigen.

Das Krankenhaus Bethanien begegnet dieser speziellen MRSA-Herausforderung durch die Schaffung und Umsetzung aufeinander abgestimmter „Barrierestrategien“. Unter anderem sind dies Maßnahmen zur Vermeidung einer möglichen Keimübertragung zu Patient:innen und deren unmittelbaren Umfeld. Erreicht wird dies durch den Einsatz von „Schutzausrüstung“ z.B. Mund-Nasenschutz, Einmalhandschuhen und Schutzkitteln so wie auch von personen- und flächenbezogenen Desinfektionsmaßnahmen. Die Einzelunterbringung von betroffenen Patient:innen in einem seperaten Patientenzimmer ist darüber hinaus eine weitere Möglichkeit einer Verbreitung von MRSA entgegenzuwirken.

Von herausragender Bedeutung für das medizinische Personal aber auch für Patient:innen und deren Besucher:innen ist sicherlich die gezielte Durchführung einer hygienischen Händedesinfektion. Nur die Desinfektion der Hände tötet sicher und schnell Bakterien und andere Mikroorganismen ab und schafft somit die Sicherheit in der Betreuung der Patient:innen, die wir für unverzichtbar halten.

Selbstverständlich basiert auch das MRSA-Hygienemanagement im Krankenhaus Bethanien auf einem verbindlichen Standard, gemäß den Empfehlungen des zuständigen Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin.

Sollten Sie als Besucher:in in unser Krankenhaus kommen wollen, so bitten wir Sie schon jetzt um entsprechende Beachtung der Hinweisschilder an den Türen der betreffenden Patientenzimmer. Das Pflegepersonal der Station informiert Sie gern über die notwendigen Verhaltensmaßnahmen. Als Patient:in erhalten Sie bei einem MRSA-Nachweis ein Info-Blatt mit allen wichtigen Informationen zum Thema, auch hinsichtlich der Verhaltensregeln für Ihre Besucher:innen. Sollten nach dem Lesen der Lektüre dennoch Fragen offen bleiben, steht Ihnen unser Pflegepersonal und das Hygieneteam des Krankenhauses, gern zur Verfügung.

Aktion Saubere Hände

Aktion zur Verbesserung der Patientensicherheit

Die Aktion "Saubere Hände" ist eine seit Anfang 2008 durch das Bundesministerium für Gesundheit geförderte Kampagne zur Verbesserung des Händehygieneverhaltens in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen und in der Ambulanten Medizin. Darüber hinaus stellt die Aktion zur Verbesserung der Patientensicherheit Informationen für Patienten und Angehörige zur Verfügung.

Seit 2011 ist es für Krankenhäuser möglich, ein Zertifikat über die Teilnahme an der „Aktion Saubere Hände“ in Gold, Silber oder Bronze zu erwerben. Mit der Auszeichnung werden die Qualität der Umsetzung, sowie das Niveau der erreichten Veränderungen des Krankenhauses rund um die Aktion abgebildet.

Die Kriterien für den Erhalt eines Zertifikates sind unter anderem:

  • Vorhalten einer ausreichenden Anzahl an Handdesinfektionsspendern, wobei mindestens in jedem Patientenzimmer ein Spender zur Verfügung stehen muss
  • Nachweis der den Vorgaben der WHO entsprechenden Händedesinfektion durch Ermittlung des Verbrauchs pro Patiententag
  • Selbsteinschätzung durch Ausfüllen eines Fragebogens sowie einer Checkliste, welche eine systematische Zustandsanalyse der Einrichtung ermöglichen, gegebene Ressourcen und Erfolge reflektieren und Verbesserungsmöglichkeiten exakt veranschaulichen
  • Durchführung von Schulungen und Weiterbildungen für Mitarbeiter
  • Erstellung von Informations- und Aufklärungsunterlagen

Diese Kriterien werden von unserer Klinik vollständig erfüllt und konnten dem NRZ (nationales Referenzzentrum) nachgewiesen werden. Somit wurde das Bronzezertifikat für das Krankenhaus Bethanien ausgestellt.

Dieses gilt nun bis Ende 2021 und ist dann neu zu beantragen. Eine Steigerung auf das Silber Niveau und anschliessend Gold-Niveau wird für die Zukunft angestrebt.

Die Hygienekommission

Struktur und Aufgaben der Hygienekommission

Der ärztliche Direktor ist Vorsitzender der Hygienekommission und somit verantwortlich für die Krankenhaushygiene im Gesamtbereich des Krankenhauses Bethanien. Die Hygienekommission ist ein beratendes Gremium für die Krankenhausleitung und empfiehlt übergeordnete Maßnahmen zur Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen sowie zur Sicherung der Hygiene in den Versorgungs-, Entsorgungs- und technischen Bereichen. Die Hygienekommission tagt mindestens zweimal im Jahr und darüber hinaus bei akuten Anlässen. Im Krankenhaus Bethanien sind vom ärztlichen Direktor für die operativen, die medizinischen Kliniken sowie für die Kinderklinik je ein hygienebeauftragter Arzt benannt worden. Diese Klinikärzte besitzen spezielle Kenntnisse in Hygiene, Mikrobiologie und Infektiologie, die sie durch spezifische Fortbildungsmaßnahmen erworben haben.

Weiterhin sind zwei Hygienefachkräfte und ein Hygienebeauftragter Mitarbeiter eingestellt, die durch eine zusätzliche Ausbildung spezielle Kenntnisse auf dem Gebiet der Krankenhaushygiene besitzen. In besonderen Situationen wird auf die Beratung eines externen Krankenhaushygienikers zurückgegriffen. Ferner sind Hygienebeauftragte Pflegekräfte in allen Bereichen eingesetzt.

Bei Feststellung auffälliger Infektionen oder einer Infektionshäufung, wird in einem zeitnah einberufenen Ausbruchsteam über das weitere Vorgehen entschieden. Die Mitglieder des Ausbruchsteams sind in der Regel der hygienebeauftragte Arzt, die Hygienefachkraft, die Krankenhaus- und Pflegedienstleitung, Mitarbeiter:innen des Labors und die jeweiligen ärztlichen Leitungen der Fachabteilungen. Durch Sofortmaßnahmen wird so schnellstmöglich eine Schadensbegrenzung sichergestellt und die Unterbrechung von Übertragungswegen eingeleitet.

Händehygiene

waschen und desinfizieren der Hände

Bereits von Kindheit an wird uns das Händewaschen beigebracht. So zum Beispiel nach der Toilettenbenutzung oder vor dem Essen. Und in der Tat erfüllt das gründliche Händewaschen die Bedürfnisse der Hygiene im Alltag. Das sind die optische Sauberkeit der Hände, eine Geruchsbeseitigung sowie eine gewisse Keimreduzierung, bedingt durch den „Spüleffekt“ des Waschwassers.

Darüber hinaus ist es aber immer wieder erforderlich, etwa vor oder nach bestimmten ärztlichen und pflegerischen Tätigkeiten, die Hände zu desinfizieren. Also da, wo über das bloße Waschen hinaus, eine hohe Keimeliminierung in kurzer Zeit erforderlich ist. In bestimmten Situationen kann dies auch für unsere Patient:innen und Besucher:innen durchaus angezeigt sein.

Um einer bloßen „rituellen“ Desinfektion der Hände quasi „im Vorbeigehen“ entgegenzuwirken, hat das Krankenhaus Bethanien entschieden, diese nachweislich wichtige infektionsverhütende Maßnahme an klar definierte Situationen und Tätigkeiten zu koppeln. Sie werden deshalb im gesamten Krankenhaus an die Wände montierte Desinfektionsmittelspender auf Fluren und Gängen finden, aber auch auf Wäschewagen, Verbandswagen, Visitenwagen oder als „Kittelflasche“ beim Pflegepersonal. Also immer da, wo es um die gezielte Vermeidung einer Keimübertragung geht.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Grund für unsere Entscheidung ist die Tatsache, dass die Wirkung und somit die Sicherheit der Händedesinfektion maßgeblich abhängt von der korrekten Durchführung. Es bedarf hierzu also einer bestimmten Technik. Es ist uns wichtig, Ihnen die Durchführung der Händedesinfektion verständlich zu demonstrieren.