Behandlungsschwerpunkte

Einengung der Halsschlagader (Carotisstenose)

Das Gehirn wird durch 4 Schlagadern versorgt. Vorn finden sich die beiden Halsschlagadern ( die sogenannten Arteria carotis) , die sich in Höhe des Kehlkopfes in eine äußere und innere Halsschlagader aufteilen. Die meisten Verschlüsse finden sich in dieser Aufzweigung. Im Nackenbereich, im Schutz der Halswirbelsäule, finden sich zwei weitere Schlagadern, die sogenannten Vertebralarterien.
15 Prozent aller Todesursachen sind auf Durchblutungsstörungen der Hirngefäße zurückzuführen. Hiervon werden mindestens 20-30 Prozent durch Einengungen an den Halsschlagadern hervorgerufen. Jeder zweite Verschluß liegt in der Aufteilung der Halsschlagader und ist damit korrigierbar.
Einengungen der Halsschlagader können zu Gefühlsminderungen an Armen und Beinen, Sprach- und Sehstörungen, vorübergehend oder dauerhaft (Schlaganfall) führen. Treten diese Symptome auf, sollte sofort ein Neurologe aufgesucht werden. Selten kann es zu pulssynchronem Ohrensausen oder Schwindel kommen.
Patienten mit starken Halsschlagadereinengungen ohne Beschwerden sind vermehrt schlaganfallgefährdet.

  • Ursachen

    Einengungen der Halsschlagader werden durch Gefäßverkalkungen verursacht. Risikofaktoren dafür sind erhöhte Fettwerte, Bluthochdruck, Zucker, Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung und familiäre Belastung.


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  • Diagnosestellung

    Die Diagnose wird durch eine Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern, Kernspinnuntersuchung (MRT) oder Kontrastmitteldarstellung der Halsgefäße (Angiographie), gegebenenfalls durch eine neurologische Untersuchung und Computertomographie (CT) des Kopfes gestellt.
    Vor einer möglichen Operation werden begleitende Risiken von Seiten des Herz-Kreislaufsystems, der Lungen und der Nieren überprüft (Blutuntersuchung, EKG, Röntgenaufnahme der Lunge, gegebenenfalls Ultraschall des Herzens).


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  • Operation

    Die häufigste Operationsmethode ist die "Ausschälung" der inneren Halsschlagader.
    Hierbei wird das Gefäß im Halsbereich freigelegt, geöffnet und der Verschlusszylinder ausgeschält. Das Blut wird in dieser Zeit über ein Kunststoffröhrchen umgeleitet. Nach Säuberung der Halsschlagader wird diese wieder verschlossen. Dabei wird ein Kunststoff-Streifens als Kaliberausgleich eingesetzt.

    Bei der Operation kann es wie bei jeder anderen Operation auch zur Verletzung der umgebenden Gefäße und Nerven, insbesondere des die Schlagader überkreuzenden Zungennerven kommen. Diese würde zu einer meist vorübergehenden Einschränkung der Zungenbeweglichkeit mit zunächst undeutlicher Sprache und vermehrtem auf die Zunge beißen beim Essen führen.
    Sollte sich einmal ein größerer Bluterguß im Halsbereich entwickeln, müsste dieser unter Umständen in einer weiteren Operation entfernt werden.
    Selten kommt es zu einer Entzündung im Wundbereich, möglicherweise unter Einbeziehung des Kunststoff-Streifens, dann muss dieser wieder entfernt und gegen einen Venenstreifen ausgetauscht werden.
    Ferner kann sich in der Schlagader ein Blutgerinnsel lösen und einen Schlaganfall auslösen.
    Ein Gerinnsel in der Beinvenen, eine sogenannte Beinvenenthrombose ist aufgrund der zusätzlich durchgeführten Blutverdünnung sehr selten, kann aber zu einer Lungenembolie mit Verlegung der Blutbahnen in der Lunge führen. In wenigen Fällen kann es auch nach der Operation wieder zu einer Einengung der Halsschlagader kommen.


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  • Nachbehandlung

    Nach der Operation werden Sie für einige Stunden im Aufwachraum betreut, wo Blutdruck und Herz überwacht werden und der Verband regelmäßig überprüft wird. Sollten Sie schwere Vorerkrankungen haben, kann auch für 24 Stunden eine Überwachung auf der Intensivstation erforderlich werden. Anderenfalls werden Sie nach einigen Stunden in Ihr Zimmer zurück kommen.
    Bereits am Abend nach der Operation dürfen Sie mit Hilfe des Pflegepersonals aufstehen. Spätestens am nächsten Morgen dürfen Sie wieder normal Essen und Trinken und sich normal auf der Station bewegen. Die Wunddrainage wird in der Regel ebenfalls am Tag nach der Operation entfernt.
    Etwa 2-3 Tage nach der Operation erfolgt eine nochmalige Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader. Sofern diese einen normalen Befund ergibt, die Wunde gut heilt und Sie sich wohl fühlen, dürfen Sie etwa am vierten oder fünften Tag nach der Operation wieder nach Hause.

    Im weiteren sollten Sie ein Medikament einnehmen, welches die Blutplätchen an der Verklumpung hindert ( z.B. ASS, Iscover, Plavix). In den ersten Wochen nach der Operation sollten Sie noch starke Anstrengungen vermeiden, sich jedoch viel bewegen.
    Zweimal im Jahr muß die Halsschlagader mittels Ultraschalluntersuchung nachkontrolliert werden.

    Sollte es zu Veränderungen und Schmerzhaftigkeit an der Wunde, Fieber oder Gefühlsstörungen in Armen oder Beinen kommen, sollten Sie sofort Ihren Hausarzt informieren und gegebenenfalls unsere Ambulanz aufsuchen.


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