Nahezu ein Jahr nach seiner Entlassung kehrte Patient Jörg Jendrny Ende Februar ins Krankenhaus Bethanien zurück, um Danke zu sagen: „Es war mein Herzenswunsch, das Krankenhaus und insbesondere die Station E2 zu besuchen, wenn ich wieder laufen kann – und das habe ich geschafft.“ Schwerstverletzt nach einem Wildunfall mit dem Motorrad im Februar 2025 sorgte das Team der Klinik für Nieren- & Hochdruckkrankheiten, Dialyse, Rheumatologie nach seiner Verlegung aus einer Duisburger Klinik unter anderem dafür, dass seine Nieren ihre Arbeit wieder aufnahmen. Rund zwölf Monate später war Jörg Jendrnys Besuch nicht nur ein bewegender Moment für ihn selbst, sondern auch für das gesamte Team.
„Als der Anruf von Herrn Jendrny kam, ein Jahr nach dem er entlassen worden ist, hatten wir alle Gänsehaut. Dass jemand nach so einer langen Zeit wiederkommt, um Danke zu sagen, ist selten. Es freut uns sehr, zu sehen, wie gut es ihm heute geht“, erklärt Angelina Gilla, Leitung der Station E2. Als der 55-jährige Moerser gemeinsam mit seiner Frau und selbstgebackenem Kuchen in der Eingangstür des Stationszimmers steht, konnten die meisten Mitarbeiter:innen ihren Augen nicht trauen: „Herrn Jendrny dort auf den eigenen zwei Beinen stehen zu sehen, nach allem, was er hinter sich hat, kommt einem Wunder sehr nahe“, so das Team. Der damals betreuende Chefarzt PD Dr. Alexander-Henrik Lukasz erklärt: „Die Verletzungen und das Organversagen waren initial lebensbedrohlich. Dass er heute wieder selbstständig gehen kann, zeigt, wie gut die Behandlung und die Rehabilitation gegriffen haben.“ Er betont: „In solchen Fällen ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit entscheidend – Intensivmedizin, Unfallchirurgie, Nephrologie, Pflege und Therapie greifen wie Zahnräder ineinander. Dass Herr Jendrny heute wieder aktiv ist, ist das Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit und seines eigenen Durchhaltevermögens.“
Wie schwer die damaligen Verletzungen waren, sieht man Jörg Jendrny gut ein Jahr nach dem Unfall nicht mehr an. „Ich hatte ein Polytrauma mit multiplem Organversagen. Leber und Nieren waren betroffen, durch mehrere Rippenbrüche kam es zu einer Lungenperforation. Es gab Einblutungen an einem der Lungenflügel, meine linke Schulter war mehrfach frakturiert und ich hatte einen Wirbelsäulenbruch – und dabei großes Glück, dass ich nun nicht querschnittsgelähmt bin. Die Liste war lang“, erklärt der zweifache Familienvater.
Nach seiner Noteinlieferung in ein Duisburger Krankenhaus am 23. Februar 2025 folgten zunächst mehrere Wochen auf der Intensivstation und eine anschließende Verlegung auf eine Normalstation. „Die Brüche und viele meiner weiteren Baustellen wurden behandelt. Jedoch arbeiteten meine Nieren einfach nicht mehr. Um dem auf den Grund zu gehen und mir zu helfen, wurde ich schließlich am 13. März 2025 per Krankentransport in die Klinik für Nieren- & Hochdruckkrankheiten, Dialyse, Rheumatologie des Krankenhauses Bethanien gebracht, da man hier auf nephrologische Patientinnen und Patienten wie mich spezialisiert ist“, so Jörg Jendrny. „Bei Aufnahme war Herr Jendrny vorübergehend dialysepflichtig. Besonders erfreulich war, dass sich die Nierenfunktion im Verlauf wieder erholte, sodass die Dialyse beendet werden konnte. Auch die übrigen Organfunktionen haben sich schrittweise stabilisiert“, erklärt Chefarzt PD Dr. Lukasz.
Eine weitere große Baustelle war die stark eingeschränkte Bewegungsfähigkeit des selbstständigen Moersers: „Ich konnte gar nichts mehr – weder meine Beine noch meinen linken Arm bewegen. Ich habe mich sehr hilflos gefühlt.“ Doch Schritt für Schritt mit einem starken Willen und vielfältiger Unterstützung ging es immer weiter bergauf. „Ich habe mir Teilziele gesetzt und alles dafür getan diese zu erreichen.“ Neben seinem Sohn, der jeden Tag nach der Arbeit unermüdlich mit ihm mithilfe von Terrabändern seine Beinmuskulatur zusätzlich zur Krankengymnastik trainiert habe, sei das ebenso durch die großartige Arbeit des gesamten Teams möglich gewesen, so Jendrny. „Ganz gleich wo, alle haben mich toll versorgt, von der Dialyse über das Team der Pflege bis hin zu den Physiotherapeutinnen und
-therapeuten und den Ärztinnen und Ärzten. Wir haben uns immer wieder kleine Ziele gesetzt und versucht diese zu erreichen. Denn mein großes Ziel war es, im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Beine zu kommen. Als ich nach fünf Wochen auf der Station E2 die ersten Schritte mit dem Rollator über den Gang machen konnte, war das ein bewegender Moment – für mich, meine Familie, aber auch alle auf der Station.“
„Wer den Job mit Liebe macht, weiß, was er gibt, das ganze Team hier gibt sein Bestes.“
Angelina Gilla betont: „Wir alle haben immer mitgefiebert und Gänsehaut gehabt, als Herr Jendrny zum ersten Mal auf eigenen Beinen mit dem Rollator ein paar Schritte über den Stationsflur machte. Der Patient hat über die gesamte Zeit bei uns nie aufgegeben und immer gekämpft. Es ist ein schönes Gefühl, so einen Willen zu sehen und aktiv helfen zu können. Denn, wer den Job mit Liebe macht, weiß, was er gibt – und das ganze Team hier gibt sein Bestes.“ Dem schließt sich Jörg Jendrny an: „Ich habe mich immer gut betreut und sehr gut aufgehoben gefühlt, habe viel Zuspruch und Hilfe bekommen – von meiner Familie, aber auch von allen hier im Haus, das ist viel wert. Ich habe selten ein so gut gelauntes Pflegepersonal erlebt, das Team ist goldwert.“ Nun wolle er gerne wieder ein aktives Leben bestreiten. Der Flug für einen ersten Urlaub nach dem Unfall sei bereits gebucht.