Erkrankungen der Lunge und des Brustkorbs gehören zu den häufigsten und zugleich komplexesten Krankheitsbildern in der modernen Medizin. Dazu zählen insbesondere Lungenkrebs, Metastasen in der Lunge, das Lungenemphysem, Erkrankungen des Rippenfells (Pleura) sowie Veränderungen im Brustkorb. Für viele dieser Diagnosen ist eine operative Therapie ein entscheidender Baustein – zunehmend minimalinvasiv und schonend für die Patient:innen.
Am Krankenhaus Bethanien Moers werden diese Eingriffe seit mittlerweile 15 Jahren in einer eigenständigen Klinik für Thoraxchirurgie durchgeführt. Das Haus feiert damit ein besonderes Jubiläum: Seit der Gründung im April 2011 hat sich die Abteilung unter der Leitung von Chefarzt Dr. Thomas Krbek zu einem der führenden Standorte in Deutschland entwickelt.
Vom Kooperationsmodell zur eigenständigen Klinik
Die Wurzeln der Thoraxchirurgie am Bethanien reichen bis ins Jahr 2008 zurück. Damals entstand auf Initiative regionaler Partner eine Kooperation, bei der zunächst einmal pro Woche thoraxchirurgische Eingriffe in Moers durchgeführt wurden. Aufgrund der steigenden Nachfrage wurde das Angebot rasch ausgebaut. „Aus einem OP-Tag pro Woche wurden schnell drei“, erinnert sich Dr. Krbek. „Die enge Zusammenarbeit mit der pneumologischen Klinik, insbesondere in der Vorbereitung und Betreuung der Patientinnen und Patienten, war von Anfang an der Schlüssel zum Erfolg.“
Bereits nach wenigen Jahren war das Patientenaufkommen so hoch, dass alle Voraussetzungen für eine Zertifizierung erfüllt waren – mit Ausnahme einer formalen Abteilungsstruktur. Diese wurde 2011 geschaffen: Der Stiftungsrat ermöglichte die Gründung einer eigenständigen Klinik für Thoraxchirurgie unter der Leitung von Dr. Krbek.
Seitdem ist die Klinik stetig gewachsen. Noch im Gründungsjahr wurde das ärztliche Team erweitert, in den Folgejahren kamen weitere erfahrene Fachärzte hinzu. Parallel dazu entwickelte sich die Thoraxchirurgie fachlich und strukturell weiter. Heute zählt die Klinik zu den zehn größten thoraxchirurgischen Einrichtungen in Deutschland. Jährlich werden etwa 750 Operationen durchgeführt. Darunter befinden sich rund 180 anatomische Lungenresektionen – deutlich mehr als die für Zertifizierungen geforderten Mindestzahlen. „Ein besonderer Fokus liegt auf modernen, minimalinvasiven Verfahren: Rund 90 Prozent aller Eingriffe erfolgen heute in schonender Schlüssellochtechnik“, erklärt Dr. Krbek.
Teil eines überregionalen Lungenkrebszentrums
Ein weiterer Meilenstein war die Zertifizierung im Rahmen eines Lungenkrebszentrums, die ebenfalls 2011 erfolgte. Gemeinsam mit Kooperationspartnern in der Region – unter anderem in Essen und Mülheim – bildet das Bethanien bis heute das Überregionale Lungenkrebszentrum Nordrhein. „Die enge Vernetzung mit anderen Fachdisziplinen und Standorten ist für die Behandlung von Lungenkrebspatientinnen und -patienten entscheidend“, betont Dr. Krbek. „Unser gemeinsames Ziel ist eine bestmögliche, individuell abgestimmte Therapie.“
Das ursprünglich entwickelte Kooperationsmodell gilt bis heute als wegweisend. Vergleichbare Strukturen wurden inzwischen auch an anderen Standorten in Deutschland etabliert. Für das Krankenhaus Bethanien Moers ist das 15-jährige Bestehen der Thoraxchirurgie daher nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch ein Beleg für die erfolgreiche Entwicklung eines medizinischen Schwerpunkts mit überregionaler Bedeutung.