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28.8.2020

Covid-19: Höchste Anerkennung für das Moerser Behandlungskonzept

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Ministerpräsident des Landes NRW Armin Laschet besuchten das Krankenhaus Bethanien

Zum gemeinsamen Gespräch über das Moerser Modell zur Behandlung von Covid-19-Patient*innen besuchten am Freitag, 28. August Spitzenpolitiker das Krankenhaus Bethanien: (v. l. n. r.) 1. Reihe: Stiftungsratvorsitzender Otfried Kinzel, Ministerpräsident des Landes NRW Armin Laschet, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Vorstand der Stiftung Dr. Ralf Engels. 2. Reihe: Ärztlicher Direktor Dr. Christoph Chylarecki, Chefarzt der Lungenklinik Dr. Thomas Voshaar, Pflegedirektorin Angelika Linkner. 3. Reihe: Bürgermeister Christoph Fleischauer, Bundestagsabgeordnete Kerstin Radomski, Landratskandidat Ingo Brohl. 4. Reihe: Frau Fechner, Herr Fisteag, Herr Milkereit, Dr. Kambartel, Frau Blum, Dr. Stais, Herr Salloum.
Eine besondere Ehre wurde der Stiftung Krankenhaus Bethanien Moers zuteil: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Ministerpräsident des Landes NRW Armin Laschet besuchten das Moerser Krankenhaus am Freitag, 28. August. Grund für ihren Besuch war insbesondere das Moerser Konzept zur Behandlung von Covid-19-Patient*innen, für das die Lungenklinik Bethanien um deren Chefarzt Dr. Thomas Voshaar Lob und Anerkennung aus der ganzen Welt erhält. Die Klinik hatte zu einem frühen Zeitpunkt und entgegen empfohlener Leitlinien eine eigens entwickelte Behandlungsmethode erfolgreich umgesetzt. Das Ergebnis: Bis auf einen von mehr als 70 Patient*innen, die mit schweren Krankheitsverläufen im Bethanien behandelt worden sind, konnten alle gesund entlassen werden. „Moers ist in dieser Zeit ein besonderer Ort. Hier wird nicht nur behandelt, hier werden Erkenntnisse gewonnen. Auch Dank Ihnen haben wir im Vergleich zu anderen Ländern viel erreicht“, dankte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Mitarbeiter*innen des Krankenhauses. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet schloss sich den Worten Spahns an: „Es brauchte die Idee und den Mut dieses Krankenhauses, um etwas Neues auszuprobieren. Dafür danke ich Ihnen!“

Was sich genau hinter dem Moerser Modell zur Behandlung von Covid-19-Patient*innen verbirgt, erläuterte Dr. Thomas Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik, der dem Beraterkreis von Jens Spahn angehört. „Wir haben eine Strategie verfolgt, bei der wir eine invasive Beatmung erst vornehmen, wenn andere Maßnahmen zu keiner Stabilisierung des Patienten führen und eine Intubation unausweichlich zur Lebensrettung scheint“, so der Mediziner. Das primäre Ziel dabei sei, möglichst lange die Spontanatmung der Patienten zu erhalten und damit die physiologischen Verhältnisse im Körper nicht umzukehren, wie es bei einer invasiven Beatmung der Fall wäre. Mit dieser Vorgehensweise wich das Behandlerteam im Bethanien von der Empfehlung ab, die Indikation zur Intubation hauptsächlich von einem Grenzwert für die Sauerstoffsättigung abhängig zu machen. „Wir müssen den gesamten Organismus im Blick behalten, also auch insbesondere den Sauerstofftransport und den Sauerstoffgehalt“, erklärte Dr. Voshaar.

Das Moerser Modell zur Behandlung von Covid-Patient*innen veranschaulichten bei einer Führung die Mitarbeiter*innen an verschiedenen Stationen auf dem Krankenhausgelände. Erste Anlaufstelle während des Besuchs im Bethanien war das Corona-Testzelt, das durch die KVNO geführt wird. Die Teams zeigten dort den Gästen aus der Politik die Relevanz des richtigen Abstreichens im Nasen-Rachen-Raum zur Covid-Testung. An weiteren Stationen erläuterten die Mitarbeiter*innen der Covid-Isolationsstation, worauf es bei der stationären Behandlung von Covid-Patient*innen nach dem Moerser Modell ankommt – von den Laborwerten über die richtige Form der Beatmung bis hin zum Patientenkodex.

Den Erfolg dieser Strategie konnte Dr. Voshaar im gemeinsamen Gespräch der Mitarbeiter*innen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und dem Ministerpräsidenten des Landes Armin Laschet anhand von beeindruckenden Zahlen belegen. So läge die Sterblichkeit von Patient*innen unter Therapie mit invasiver Beatmung in China bei 97 Prozent, in New York bei 88 Prozent und in Deutschland bei 43 Prozent. In Moers liegt laut Statistik die Sterblichkeitsrate bei der nicht-invasiven Therapie, dem Moerser Modell bei 1,6 Prozent. „Das ist nicht nur ein Konzept fürs Land, sondern eines für den gesamten Bund“, lobte der NRW-Ministerpräsident. „Niemand ist alleine irgendwas, es geht immer nur zusammen“, sagte Dr. Voshaar und gab damit das Lob direkt an sein gesamtes Team weiter. Dieses außergewöhnliche Engagement sei nur möglich, weil die Mitarbeiter*innen verschiedener Bereiche – von der Reinigungskraft über die Atmungstherapeut*innen, Schreib- und Pflegekräfte, Mitarbeiter*innen der Hygiene und der Radiologie, Assistenz- und Oberärzt*innen bis hin zum Chefarzt – als interprofessionelles Team funktionieren.

Begleitet wurden Armin Laschet und Jens Spahn vom Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer, der Bundestagsabgeordneten Kerstin Radomski und von Landratskandidat Ingo Brohl. Ein besonderes Ereignis während des Besuchs war das Auditorium im großen Veranstaltungszelt auf dem Parkplatz des Krankenhauses. Rund 50 Mitarbeiter*innen nahmen den Dank der Politiker stellvertretend für die gesamte Belegschaft entgegen und bekamen die Gelegenheit, ihre Fragen und Anregungen an die Gäste aus Düsseldorf und Berlin zu richten. „1.600 Bethanierinnen und Bethanier werden hier vertreten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Wertvollste, das die Stiftung hat“, sagte Dr. Ralf Engels als Vorstand der Stiftung Bethanien. „Es ist etwas ganz Besonderes, wenn zwei so ranghohe Minister Bethanien besuchen und eine große Wertschätzung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung.“
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