21.2.2011

Bethanien trauert um Prof. Dr. Mollowitz

Langjähriger Chefarzt in Rheinhausen und Moers wurde über 90 Jahre alt


So wird er vielen Patienten in Erinnerung bleiben: Chefarzt Prof. Dr. Günter Mollowitz (re.) in den 70er Jahren beim Patientengespräch in seinem Arztzimmer im Krankenhaus Bethanien (Foto: Archiv KBM)

Das Krankenhaus Bethanien trauert um Prof. Dr. Mollowitz. Der Mediziner war von 1967 bis 1985 Chefarzt der damals mit über hundert Patientenbetten noch recht großen Chirurgischen Abteilung des Moerser Krankenhauses. "Bethanien verliert mit Prof. Dr. Mollowitz einen überdurchschnittlich begabten Arzt, der eine der wichtigsten Abteilungen des Krankenhauses fast zwanzig Jahre erfolgreich geleitet hatte", heißt es in einem Nachruf des Krankenhauses. Mollowitz, der zuletzt in Duisburg-Rheinhausen lebte, war am 1. Februar kurz nach seinem 91. Geburtstag gestorben.

Der Mediziner stammte aus Königsberg, wo er 1920 als Sohn eines Stadtinspektors geboren worden war. Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs hatte er 1940 noch ein Medizinstudium in Danzig, Greifswald und Kiel begonnen, das er allerdings erst nach dem Krieg beenden konnte. Nach der ärztlichen Promotion 1948 war er zunächst in verschiedenen Abteilungen des Kieler Universitätsklinikums tätig. Im Jahr 1957 habilitierte er dann mit einer Arbeit über die "Beobachtung der Gallensekretion des Menschen" und wurde fünf Jahre später Chefarzt der Chirurgischen Abteilung am Johanniter-Krankenhaus in Duisburg-Rheinhausen, wo er bis Ende 1966 tätig war. Anfang 1967 wechselte er dann als Chefarzt der Chirurgie ans Krankenhaus Bethanien. Parallel zu seiner Tätigkeit als Leitender Arzt in Moers lehrte Mollowitz seit 1963 als außerplanmäßiger Professor an der Universität Kiel.

Patientinnen und Patienten beschreiben Prof. Dr. Mollowitz bis heute als akkuraten, geradezu "klassischen" Chefarzt. Er wollte als Mediziner den Patienten immer auch Vorbild für gesunde Lebensweise sein. So gewöhnte er sich mit strenger Disziplin das Rauchen ab, als unter Medizinern die Gefährlichkeit von Nikotin offenbar wurde. In der zweiten Lebenshälfte hielt sich der "Chef-Chirurg" außerdem mit Schwimmen und Tischtennis fit, wie lokale Zeitungen noch 1970, anlässlich seines 50. Geburtstages berichteten.

Hatte Mollowitz als junger Arzt in den Jahren 1948-1951 zunächst auf dem Gebiet der - im Nachkriegs-Deutschland damals noch ganz neuen - Wirkungsweise von Antibiotika geforscht, machte er sich später international auf dem Gebiet der Gallenchirurgie einen Namen. Schon seine Doktorväter in Kiel hatten Mollowitz herausragende Qualitäten bescheinigt. Er sei ein "technisch-chirurgisch versierter" Arzt, der "rasch, zuverlässig und anatomisch sicher" operiere. Es sei davon auszugehen, dass Mollowitz sich zu einem führenden Chirurgen entwickeln werde, der geeignet sei, "ein großes Krankenhaus in bester Form zu führen". Die Professoren sollten Recht behalten. In der 150 Betten umfassenden Inneren Abteilung, die Mollowitz in Bethanien leitete, wurden in Anfang der 70er Jahre bereits 2.400 Operationen jährlich ausgeführt.

Als umfassend ausgebildeter Mediziner war Mollowitz über seine gesamte Laufbahn hindurch in verschiedenen Bereichen der Chirurgie erfolgreich. Seine Fachgebiete waren die Unfall-, Bauch und Kinderchirurgie. Dazu kam die Plastische Chirurgie. So erfand er beispielsweise ein elektrisches Gerät, ein so genanntes Elektrodermatom, mit dem Mediziner bei plastischen Operationen die Haut von Patientinnen und Patienten verpflanzen konnten. Der Tüftler entwickelte außerdem neuartige Gallensonden und erfand neue Operationsverfahren, etwa an den Gallenwegen und bei Knochenbrüchen. Landesweit war er nicht zuletzt als Experte im ärztlichen Gutachterwesen gefragt. Das bis heute immer wieder aufgelegte Standardwerk "Der Unfallmann" ist eng mit seinem Namen als Autor und Herausgeber verbunden. Als Experte gehörte er dem ärztlichen Sachverständigen-Beirat des Bundesarbeitsministeriums an.

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem ärztlichen Dienst Mitte der 80er Jahre blieb Mollowitz dem Krankenhaus Bethanien treu. "Bei vielen Veranstaltungen war er ein gern gesehener Gast. Wann immer er eine Einladung nach Moers wahrnehmen konnte, kam er zu uns," so Bethanien-Pressesprecher Dirk Ruder. "Noch bei der Weihnachtsfeier für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses im vergangenen Dezember war er dabei. Wir sind traurig, das wir nun so plötzlich Abschied von Prof. Dr. Mollowitz nehmen müssen."


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