Endoprothetikzentrum

Bleiben Krankengymnastik und andere gelenkerhaltenden Maßnahmen erfolglos, hilft ein künstliches Gelenk. Die Entscheidung dafür treffen Sie, und ausschließlich Sie! Wir beraten Sie zuerst unabhängig, wie Sie Ihre frühere Mobilität wiedergewinnen und Ihre Beweglichkeit zurückerhalten - für mehr Lebensqualität und Lebensfreude. Entscheiden Sie sich daraufhin für ein künstliches Gelenk, passen wir eines nach Ihren persönlichen Ansprüchen und Bedürfnissen an. In unserem zertifizierten Zentrum setzen wir es mit höchster Präzision und Sorgfalt ein. Bei uns sind Sie dafür genau richtig!

Stiftung Bethanien Moers

EndoProthetik Zentrum

Bethanienstraße 21

47441 Moers

Zertifizierung als EndoProthetikZentrum (EPZ)
von endoCert

Team

Leistungsspektrum

Das künstliche Hüftgelenk

Die zunehmenden Schmerzen und die Einschränkung der Gehfähigkeit stellen typische Symptome eines vorzeitigen Verschleißes des Hüftgelenkes dar. Bei einem fortgeschrittenen Prozess und nach Ausschöpfen der nicht operativen (konservativen) Therapien, können diese Beschwerden dauerhaft nur durch Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes behandelt werden.

In Abhängigkeit von dem biologischen Alter des bzw. der Patient:in, insbesondere von den Knocheneigenschaften, werden diese Kunstgelenke grundsätzlich zementfrei oder auch zementiert eingesetzt. Dem bzw. der Operateur:in stehen verschiedene Modelle zur Verfügung, die bedarfsgerecht eingesetzt werden.

Seit ca. 10 Jahren werden die künstlichen Hüftgelenke in unserer Klinik minimalinvasiv (sog. Schlüsselloch-Technik) eingesetzt. Dies bedeutet einen kleinen kosmetischen Hautschnitt, einen geringen „Flurschaden“ und eine noch schnellere Wiederherstellung der Gehfähigkeit und der Beweglichkeit.

 

Das künstliche Kniegelenk

Liegt eine schmerzhafte, fortgeschrittene Verschleißerkrankung des Kniegelenkes vor und wurden auch hier konservative Mittel ausgeschöpft, so bleibt als dauerhafte Lösung das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenkes.

Da das Kniegelenk gegenüber dem Hüftgelenk viel komplizierter ist, stehen dem bzw. der Chirurg:in verschiedenste Modelle zur Verfügung, mit denen die vorgeschädigten Bänder des Kniegelenkes mit ersetzt werden. Als eine sehr gute Alternative bietet sich beim Befall der inneren Hälfte des Kniegelenkes eine sogenannte Schlittenprothese, d. h. ein Ersatz der Hälfte des Kniegelenkes mit kleinen Implantaten, die die Rehabilitation nach der Operation erheblich beschleunigen und die Funktion des Kniegelenkes verbessern.

Beim totalen Ersatz des Kniegelenkes ergibt sich die Frage nach einem Ersatz der Kniescheibe, die auch individuell entschieden wird. Die Knieendoprothesen werden, wie in Deutschland üblicherweise, zu 80 % zementiert.

 

Das künstliche Schultergelenk

Bei starken Schulterschmerzen, einer Bewegungseinschränkung oder nach schweren Verletzungen des Schultergelenkes (Brüche, Risse der Rotatorenmanschette) kann die Funktion des Armes durch Einsatz eines geeigneten künstlichen Schultergelenkes wiederhergestellt werden. In den letzten 20 Jahren konnten auf diesem Gebiet deutliche Fortschritte, insbesondere durch Entwicklung von neuen Kunstgelenken gemacht werden. Durch die neue Generation der künstlichen Gelenke kann im Regelfall die Funktion des Armes zurückgewonnen werden. Hierzu stehen uns drei Modelle zur Verfügung: Der Oberflächenersatz, das anatomische künstliche Schultergelenk und die inverse Schulterprothese. Entscheidend für den Erfolg der Operation an der Schulter ist die Wahl eines passenden Modells des künstlichen Schultergelenkes und die Erfahrung des bzw. der Chirurg:in.

 

In der Zwischenzeit werden in unserer Abteilung jährlich mehr als 120 künstliche Schultergelenke mit Erfolg eingesetzt. Das Team des Krankenhauses Bethanien, das aus zertifizierten Schulter- und Ellenbogenchirurg:innen besteht, besitzt auf diesem Gebiet sehr umfangreiche Erfahrungen und steht in ständigem Austausch mit den führenden Kliniken in Deutschland (Charité in Berlin) und in der Schweiz (Schulthess in Zürich). Diese Vorgehensweise garantiert eine hohe Patient:innenzufriedenheit. Dadurch befinden sich in unserem Patientinnenkollektiv zahlreiche Patient:innen, die nicht nur ein, sondern auch das zweite Gelenk ersetzt bekommen haben und dann in der Lage sind die beiden Arme im Alltag im regulären Umfang ohne Beschwerden einzusetzen.

 

Ihr Weg zum besseren Schulter-, Knie- oder Hüftgelenk

Nachdem von Ihrem bzw. Ihrer behandelnden Ärzt:in die Frage eines Gelenkersatzes ins Spiel gebracht wurde, können Sie sich zwecks einer unabhängigen Beratung (auch zwecks einer Zweitmeinung) in unserer Sprechstunde vorstellen. Nach Sichtung der Vorbefunde, eingehender Befragung und einer umfänglichen Untersuchung werden wir Sie neutral beraten, wobei für uns in erster Linie gelenkerhaltende Maßnahmen in Frage kommen.

Sind diese bereits ausgeschöpft, werden wir mit Ihnen die uns zur Verfügung stehenden gelenkersetzenden Möglichkeiten eingehend besprechen und Ihnen einen Rat erteilen. Nach einer reiflichen Überlegung kann dann ein Termin zur stationären Aufnahme vereinbart und mit den Vorbereitungen auf die Operation begonnen werden.

Nach Abschluss der Vorbereitungen werden wir Sie stationär aufnehmen und am nachfolgenden Tag operieren. Schon vor der Operation wird mit Ihnen die Rehabilitation nach dem Eingriff besprochen und die zur Verfügung stehende Palette der Möglichkeiten (ambulant oder stationär) erörtert. Nach einem stationären Aufenthalt, der ca. 1 – 2 Wochen dauert, erfolgt die Entlassung in die weitere Rehabilitation. Danach übernimmt die ambulante Weiterbetreuung Ihr:e einweisende:r Chirurg:in und Orthopäd:in.

Entwicklung eines neuen Schultergelenkes, das im Bethanien routinemäßig seit 13 Jahren eingesetzt wird und die minimal invasive Operationstechnik bei Implantation des künstlichen Hüftgelenkes, die wir seit 16 Jahren verwenden, stellen die größten Fortschritte der Unfallchirurgie und Orthopädie in den letzten 20 Jahren dar.

Dr. med. Christoph Chylarecki

Weitere Schwerpunkte des Zentrums

  • Künstlicher Teilersatz des Ellenbogengelenkes (Speichenkopfprothese), die nach schweren Verletzungen oder beim Verschleiß eingesetzt werden
  • Totaler Ersatz des Ellenbogengelenkes bei Verschleiß oder bei schwersten Gelenkverletzungen
  • Zementfreier Teilersatz des Kniegelenkes (sogenannte Schlittenprothese), die bei mittelgradigem Verschleiß des Kniegelenkes angezeigt ist, sehr gute Funktion gewährt und eine schnelle Rehabilitation erlaubt
  • Zementfreies, künstliches Fußgelenk, das mit Hilfe der raffinierten Technik eine volle Belastbarkeit des Beines erlaubt
  • Kunstgelenk an der Großzehe als Alternative zur Versteifungsoperation

Zusätzliche Angebote

  • Das gesamte Spektrum der Bildgebung bei Kunstgelenken: Röntgen nativ, Computertomographie, Kernspintomographie, Dreiphasenszintigraphie, PET-CT
  • Computergestützte Planung der künstlichen Gelenke an der Schulter, Hüft-, Knie- und Sprunggelenke
  • Kunstgelenk-Schule vor und nach der Operation

Häufig gestellte Fragen

Die Antwort auf die Frage richtet sich nach dem Modell eines Kunstgelenkes: Am Hüftgelenk setzen wir zu 95% zementfreie Kunstgelenke ein, am Kniegelenk werden in Übereinstimmung mit dem internationalen Trend nur zementierte Gelenke eingesetzt; am Schultergelenk werden teils zementierte, teils nicht zementierte Gelenke eingesetzt, wobei die Tendenz zu den zementiertfreien Gelenken besteht.

Diese Frage ist global sehr schwierig zu beantworten; die Haltbarkeit der künstlichen Gelenke ist von dem Aktivitätslevel, somit vom Alter des Patienten abhängig; im Regelfall halten die künstlichen Gelenke, insbesondere an der Schulter bis zum Ende des Lebens und benötigen keine weiteren Eingriffe; Wechseloperationen am Hüftgelenk sind nach 20 Jahren bei ca. 30% der Patienten erforderlich; dies bedeutet aber, dass 70% der Patienten keine weiteren Eingriffe benötigen. Diese Zahlen liegen im Bereich des künstlichen Kniegelenkes geringfügig höher.

Die Durchführung der Rehamaßnahmen unter ambulanten oder stationären Bedingungen ist nach Einsetzen eines künstlichen Gelenkes angebracht und empfehlenswert; nach Schulter- und Ellenbogenprothesen erfolgt dies im Regelfall ambulant, bei künstlichen Hüft- und Kniegelenken in Abhängigkeit von dem Zustand und der Mobilität des Patienten ambulant oder stationär; die künstlichen Gelenke am Sprunggelenk werden ambulant rehabilitiert.

Diese Meinung gilt noch bei vielen niedergelassenen Kolleg:innen und war bis Ende der 90iger Jahre zutreffend; in den letzten 20 Jahren hat man die Operationstechnik an der Schulter erheblich verbessert, verfeinert und sehr funktionsfähige Kunstgelenkmodelle entwickelt, insbesondere für die Patient:innen mit dem Verschleiß an der Rotatorenmanschette. Damit kann mit einem speziellen Kunstgelenk an der Schulter die Funktion sehr gut wiederhergestellt werden. Die Tatsache, dass in unserem Patientinnenkollektiv sich zahlreiche Patient:innen mit Kunstgelenken an beiden Schultern befinden, spricht dafür, dass diese Operationstechnik sehr erfolgreich und überzeugend ist.

Weitere interessante Inhalte

In einer gemeinsamen Initiative haben sich die Orthopäd:innen und Unfallchirurg:innen vorgenommen, die Qualität d. h. die Indikationen, die Abläufe und die Ergebnisse bei den künstlichen Hüft- und Kniegelenken zu verbessern. Dazu wurde ein sogenanntes Endocert-Verfahren entwickelt, in dem nach sehr strengen Kriterien die Kunstgelenke eingesetzt werden. Eine zertifizierte Klinik muss in allen Bereichen bestimmte, hohe Anforderungen erfüllen, die sich nicht nur auf die Ärzt:innen, sondern auch auf die Pfleger:innen, Physiotherapeut:innen und alle an der Behandlung beteiligten Abteilungen beziehen.

Eine neutrale, unabhängige Zertifizierungsstelle (ClarCert akkreditiert bei Deutscher Akkreditierungsstelle – DAkkS) kontrolliert in regelmäßigen Abständen das Einhalten und Umsetzen der Anforderungen, die von den Medizinischen Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik, Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie und Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie) erstellt wurden und ständig weiterentwickelt werden.

Nur eine Klinik, die in einer entsprechend großen Zahl die Kunstgelenke operiert und die qualitativen Anforderungen stets und ohne Vorbehalte erfüllt, darf diese höchste Qualitätsauszeichnung tragen. Für die Patient:innenen bedeutet dies ein hohes Maß an Sicherheit, dass die durchgeführte Gelenkoperation dem in Deutschland geltenden höchsten Qualitätsstandard entspricht.

Im Zusammenhang mit der Gründung der Endoprothetikzentren haben die Orthopäd:innen und Unfallchirurg:innen ein Endoprothesenregister gegründet. Diese Einrichtung gibt es in den skandinavischen Ländern seit mehreren Jahren und dort leistet diese sehr große Dienste.

Das Ziel des Endoprothesenregisters besteht darin, sämtliche eingesetzte Implantate zu registrieren und dann die Patient:innen mit den Implantaten zu verfolgen, um dadurch künftig in den seltenen Fällen von Misserfolgen und Folgeoperationen, die Ursachen herauszufinden. Dadurch kann die Patient:innensicherheit noch weiter erhöht werden.

Die Übermittlung der Daten ist freiwillig und erfolgt anonymisiert. Das Endoprothesenregister wird von den Krankenkassen und von dem Institut für Qualität und Patient:innensicherheit unterstützt.

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