21.2.2008

Mammascreening kann beginnen

Alle Frauen aus Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg werden ab Oktober zur Untersuchung ans Krankenhaus Bethanien eingeladen


Arbeiten beim Mammascreening in Moers und Umgebung eng zusammen (v.l.n.r.): Die beiden für das Screening-Programm in den Kreisen Wesel und Kleve verantwortlichen Radiologen Dr. Rainer Weidner und Dr. Frieder Groetenherdt, Cornelia Hüsch als Vertreterin der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, Gynäkologen Prof. Dr. Rüdiger Osmers, Radiologe Dr. Hans Bender und Gynäkologe Prof. Dr. Wolfram Niedner als Leitende Ärzte am Krankenhaus Bethanien, Dr. Ilke Schlothmann-Lechtenböhmer, niedergelassene Gynäkologin im Moers sowie Bethanien-Qualitätsmanager Hubert Krämer (Foto: KBM)


Im Oktober wird für die Frauen aus Moers und Umgebung eine neue Ära beginnen, wenn das Mammascreening am Krankenhaus Bethanien startet. Den Zeitpunkt Oktober nannte Hubert Krämer von der Geschäftsführung des Krankenhauses bei einem Pressegespräch am Mittwoch (20.2.) erstmals öffentlich. "Dass es jetzt losgehen kann, ist eine gute Nachricht für alle Frauen in Moers und Umgebung", sagte Krämer. Am Bethanien werden fortan alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren aus Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg auf Brustkrebs untersucht. Bis es soweit ist, bleibt allerdings für alle Beteiligten noch einiges zu tun. Für die am Krankenhaus einzurichtende Screening-Einheit müssen in den kommenden Wochen in Rekordzeit die dafür vorgesehenen Räumlichkeiten umgebaut werden, denn eine weitere Verzögerung sei für die Frauen nicht hinnehmbar, so der einhellige Tenor. Um mit dem Umbau beginnen zu können, musste das Krankenhaus zunächst auf den schriftlichen Genehmigungsbescheid der zuständigen Kassenärztliche Vereinigung (KV) in Düsseldorf warten. Der Bescheid ist vor wenigen Tagen eingetroffen, wie das Krankenhaus bei dem kurzfristig organisierten Pressegespräch mitteilte.

Die Umbauarbeiten im Bethanien sind allerdings unausweichlich, denn die für das Screening-Programm zuständige Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein schreibt beispielsweise vor, dass feste Screening-Einrichtungen über einen separaten Eingang zugänglich sein müssen. Die Einrichtung, wie sie am Bethanien in Moers entsteht, ist formal nämlich keine Abteilungen des Krankenhauses, sondern eine davon unabhängige Untersuchungs-Einheit. Zudem muss recht bald medizinisches Fachpersonal eingestellt und geschult werden, damit das Screening auch am Standort Moers den strengen Qualitätsanforderungen des Gesetzgebers entspricht. Diese Aufgabe wird den beiden für das Programm verantwortlichen Radiologen Dr. Rainer Weidner und Dr. Frieder Groetenherdt aus Kleve zufallen. Weidner und Groetenherdt sind als Programmverantwortliche Ärzte (PVA) sozusagen die Chefs des gesamten Screeningverfahrens in den beiden Kreisen Wesel und Kleve.

Ausgereiftes Konzept

Die Beteiligten äußerten sich auch zu den Irritationen, die bei vielen Frauen durch die monatelange Startverzögerung des Programms entstanden waren. Das jetzt von der Kassenärztlichen Vereinigung genehmigte Konzept sei ausgereift und fachlich überzeugend, zumal auch die vom NRW-Gesundheitsministerium ernannten Brustzentren in Wesel sowie das Kooperative Brustzentrum Linker Niederrhein mit den Standorten Goch und Moers nunmehr eingebunden seien. Dadurch sei für die Frauen eine "streng kontrollierte Versorgung auf medizinischem Höchststandard gewährleistet".

Das ursprüngliche Konzept hatte allein Wesel als festen Standort für das Screening vorgesehen. Das hätte für alle Frauen am Untersuchungstag eine Reise nach in die Kreisstadt bedeutet. Nun jedoch wird das Screening in den ländlichen Gebieten von Kleve und Wesel mit zwei mobilen Screening-Einheiten („Mammomobil“-Busse) realisiert. Das heißt, die Untersuchungen können weitgehend vor Ort durchgeführt werden, ohne den Frauen lange Anfahrtswege zuzumuten. "Wir werden dabei an die positiven Erfahrungen anknüpfen, die unsere Kollegen in den Niederlanden in den vergangenen zwanzig Jahren bereits sammeln konnten", erklärte Dr. Weidner. Denn je näher sich die Untersuchungseinheit am Wohnort der Frauen befindet, umso größer ist die Zahl der Teilnehmerinnen. Der zusätzliche feste Standort in Moers mache deshalb Sinn, weil es sich hier im Vergleich zu den übrigen Regionen in Wesel und Kleve um ein Ballungsgebiet handele, in dem viele Anwärterinnen auf das Screening lebten.

Die Erleichterung, dass es mit dem Mammascreening in Moers nun endlich losgehen kann, teilten beim Pressegespräch auch Cornelia Hüsch, Gleichstellungsbeauftragte Neukirchen-Vluyns und die niedergelassene Gynäkologin Dr. Ilke Schlothmann-Lechtenböhmer. Es komme nun darauf an, möglichst viele Frauen davon zu überzeugen, an den Untersuchungen teilzunehmen. Zu denen Untersuchungen werden alle Frauen ab 50 Jahren alle zwei Jahre schriftlich eingeladen. Um eine hohe Akzeptanz zu erreichen sei vor allem noch "viel Aufklärungsarbeit notwendig". Krankenhaus, gynäkologische Praxen und die städtischen Gleichstellungsbeauf-tragten wollen dabei eng zusammenarbeiten und regelmäßige Informationsveranstaltungen unter anderem im Bethanien-Krankenhaus anbieten.

"Der Erfolg des Screening-Programms hängt davon ab, wie viele Frauen am Screening teilnehmen. Wenn sich viele Frauen regelmäßig untersuchen lassen, können viele Frauen rechtzeitig behandelt und geheilt werden", betonte Bethanien-Chefarzt Professor Wolfram Niedner, der auch das Kooperative Brustzentrum Linker Niederrhein leitet. Zwar liege die Heilungschance bei Brustkrebs derzeit bundesweit bei 81 Prozent, doch sei dies kein Grund, mit den Präventionsbemühungen nachzulassen. "Das Brustscreening hat sich zum Ziel gesetzt, die Sterblichkeit am Brustkrebs zu senken", so Niedner.

Befunde genauer anschauen

Erfreulicherweise könne den Frauen in 95 Prozent der Fälle mitgeteilt werden, dass das Screening keinen auffälligen Befund erbracht habe. Und selbst wenn ein solcher Befund als auffällig einzustufen sei, müsse dies noch lange nicht auf eine Krebserkrankung hindeuten. "Ein auffälliger Befund sagt eben nur, dass da etwas ist, was wir uns gerne mal genauer anschauen möchten, um wirklich auf Nummer sicher zu gehen". Wie Niedners Arztkollege Dr. Groetenherdt ergänzte, liege der Sinn des Mammographie-Screenings insbesondere darin, kleine und somit heilbare Brustkrebserkrankungen möglichst frühzeitig zu entdecken und sie durch eine Operation "definitiv zu heilen".

Wichtig sei es, die Frauen auch bei einem Krankheitsbefund nicht allein zu lassen. Dr. Rainer Weidner räumte bei dieser Gelegenheit Besorgnisse aus, dass betroffene Frauen einen Krebsbefund mit der Post erhalten könnten, wie schon die Einladung zum Screening. "Das wird auf keinen Fall geschehen. Wir verschicken keine blauen Briefe. Jeder Befund wird vom zuständigen Arzt im persönlichen Gespräch mitgeteilt." Patientin und Ärzte würden dann gemeinsam überlegen, welches Krankenhaus die weitere Behandlung übernehmen soll. "Der Gang in ein zertifiziertes Brustzentrum wäre dann der bestmögliche Weg", ergänzte Bethanien-Chefarzt Niedner.


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