17.8.2008

Aktiv und selbstbestimmt im Alter

Die 3. Moerser Seniorenmesse bot breites Themenangebot/ Besucherzahlen bei schönem Wetter deutlich gesteigert


Mehr als 1.500 Seniorinnen und Senioren besuchten die Messe

Die müden Beine wollen doch tanzen. Wenn es im Stehen nicht mehr so gut geht, weil man locker das Alter von 70 oder 80 erreicht hat, dann eben im Sitzen. Stühle im Kreis aufgestellt und los geht's. Linker Fuß nach vorn, rechter Fuß nach vorn, dann auf dem Stuhl zur Seite drehen - und bloß das verführerische Spiel mit den Händen nicht vergessen. Tango kann man so tanzen und eigentlich alles andere auch. Die Besucherinnen und Besucher hatten sichtlich Freude, als der Bundesverband Seniorentanz bei der Moerser Seniorenmesse zu Musik und Bewegung einlud.

Rund fünfzig Anbieter präsentierten sich am Samstag auf der bereits zum dritten Mal im und vom Bethanien-Altenkrankenheim durchgeführten Messe. Angefangen von zahlreichen ehrenamtlichen Anbietern, wie dem Christlichen Jugenddorfwerk e.V, das in einer lauschigen Ecke des Altenkrankeinheims einen gut besuchten Frisiersalon einrichtete bis hin zu kommerziellen Anbietern wie dem Seniorenladen Mobilé aus Kamp-Lintfort, der unter anderem spezielle Telefone für Senioren vorstellte: Größere Tasten, kinderleichte Bedienung. Gesundheits- und Ernährungsberatungen stellten sich ebenso vor, Seniorenhilfe- und Pflegeprojekte.

In ihren Eröffnungsreden hatte Bürgermeister Norbert Ballhaus als Schirmherr die Bedeutung der Messe nicht nur für Senioren hervorgehoben. Er freue sich zudem, dass er Schirmherr sei, dabei aber keinen Schirm halten müsse, sagte Ballhaus in Anspielung auf das ungewohnt freundliche Wetter am Samstag. Auch der stellvertretende Landrat Heinz Dams, der den zweiten Schirmherren, Landrat Ansgar Müller vertrat, zeigte sich erfreut, dass die Veranstaltung nun bereits ins dritte Jahr gehe. Die Moerser Seniorenmesse zeige, dass das Thema Älter Werden nicht gleichzusetzen ist mit Pflege und Krankheit. "Die heutigen Seniorinnen und Senioren sind im Durchschnitt gesünder, aktiver und haben eine positivere Einstellung zum Alter, als frühere Generationen."

Bis abends um 18 Uhr waren schließlich mehr als 1.500 Besucherinnen und Besucher zu der unter dem Motto "Aktiv und selbstbestimmt im Alter" stattfindenden Messe gekommen - ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr. "Das phantastische Wetter uns dabei sicher ein wenig geholfen", bilanziert Bethanien-Sprecher Dirk Ruder. Allerdings sei das Interesse an Information und Beratung enorm gewesen. Bereits gegen halb neun in der Früh seien die ersten Besucher ins Haus gekommen, obwohl die Messe erst um 10 Uhr offiziell beginnen sollte. "Als abends die ersten Stände abbauten, waren immer noch etliche Besucher an Messeständen in Gespräche vertieft", so Ruder. Das zeige einmal mehr, dass es einen Bedarf für solche Veranstaltungen gibt. Zudem hätten viele Leute wieder die ungewöhnliche Bazar-Atmosphäre im Altenkrankenheim genossen.

Tatsächlich war nahezu das gesamte Erdgeschoss des langgestreckten Gebäudes mit Messeständen belegt. Und wie in den beiden Jahren zuvor hatten die Verwaltungsangestellten ihre Büros für diverse Anbieter freigeräumt. Aus dem einen Büro duftete so ein Kräuterladen, in einem anderen bot ein Jurist Beratung in Rechtsfragen an, hier wurde Schmuck angeboten, dort stellte sich die stationäre Hospizgruppe des Bethanien-Altenkrankenheims vor. Für besonderes Flair sorgten unter anderem das interkulturelle Zentrum IKM mit türkischem Tee. Ein paar Schritte weiter hatte ein Deko-Anbieter die sonst eher nüchterne Senioren-Küche in einen orientalisch anmutenden Stoffladen verwandelt. Schon der Gebäude-Eingang, für den in den 70er Jahren etwas zu viel grauer Beton angerührt wurde, war von einer Floristin in ein buntes Blumenmeer umgewidmet worden. Zudem hatte die Krankenhaus-Gärtner kleine Beete angelegt und den Park um das Gebäude ordentlich zum blühen gebracht. Fast wie eine kleine Gartenschau.

Für Ruder gehört das zum Konzept. "Für uns ist wichtig, dass die Besucherinnen und Besucher der Messe sich hier wohl fühlen. Wir wollen hier ja keine Bratpfannen oder Heizdecken an ältere Herrschaften verkaufen, sondern Ort des Austausches über das Thema Älter werden sein." Bewusst habe man deshalb auch die Preise bei Speisen und Getränken niedrig gehalten, denn viele Senioren leben von einer knappen Rente. Würstchen, Kuchen und gesunde Milch-Shakes vom Bethanien-Partyservice kosteten in der Regel nicht mehr als einen Euro. "Das bekommt man in keinem Café oder Restaurant." Dass gleich um die Ecke ein Bestattungsinstitut Urnen aufgebaut hatte, ist für Ruder kein Problem. "Es soll auf der Messe keine Tabus geben. Alles was für Seniorinnen und Senioren relevant ist, kann sich hier präsentieren", erläuterte Ruder. Wer glaube, ältere Menschen, machten einen Bogen um heikle Themen, liege falsch. "Manchmal ist das eher ein Problem der Angehörigen. Seniorinnen und Senioren wollen wichtige Fragen ihres Lebens durchaus selbst regeln. Man muss sie nur lassen und ihnen bei Bedarf die nötige Hilfestellung geben."

In seiner Eröffnungsrede hatte der stellvertretende Landrat Heinz Dams noch Goethe mit den Worten zitiert: „Die Summa summarum des Alters ist eigentlich niemals erquicklich“. Nach dem Messebesuch räumte Dams dann ein: "Ich denke, hier hat die Zeit Goethe überholt."



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