19.8.2009

Abschied von Moers - und den Krücken

Kriegskinder aus dem Friedensdorf Oberhausen reisten nach mehrmonatiger Behandlung im Krankenhaus Bethanien zurück in die Heimat Afghanistan


Abschied von Bethanien und den Krücken (v.l.n.r.): Rohullah, Esmatullah und Aminullah reisten nach erfolgreicher Behandlung zurück nach Afghanistan. (KBM/ Bettina Engel-Albustin)


Zum Abschied gab es Geschenke und ein paar Tränen: Nach etlichen Monaten medizinischer Behandlung in Deutschland konnten jetzt drei kriegsverletzte Kinder aus Afghanistan aus dem Krankenhaus Bethanien entlassen werden. Vor ein paar Tagen schon hatten Chefarzt Dr. Christoph Chylarecki und Oberarzt Dr. Stefan Hinsenkamp von der Bethanien-Unfallchirurgie bei der Abschlussuntersuchung das Okay für die Entlassung von Rohullah, Esmatullah und Aminullah aus dem Krankenhaus gegeben.

Inzwischen befinden sich die drei Kinder bereits auf dem Rückweg nach Kabul. "Wir wünschen den Kindern alles Gute, auch wenn wir wissen, dass wir sie kurz vor den Wahlen in Afghanistan in eine unsichere und gefährliche Heimat zurückschicken müssen", so Bethanien-Pressesprecher Dirk Ruder. "Alles was Bethanien an medizinischer Betreuung tun konnte, haben wir getan."

Damit der Abschied nicht so schwer fällt, überreichte das Ärzte- und Pflegeteam kleine Geschenke. Rohullah, Esmatullah und Aminullah revanchierten sich beim Team der Kinderstation G0 mit selbst gemalten Bildern und verabschiedeten sich überdies mit einem "Tschüß, Bethanien!" in fließendem Deutsch. Bei Bethanien-Pädagogin Angela Luczak, die vormittags alle Kinder der Kinderstation betreut, hatten die Jungs in den letzten Monaten intensiv die Sprache ihres Gastlandes gelernt. Auf die Frage, welchen Beruf er einmal ergreifen möchte, sagte Rohullah seither auf Deutsch, was er unter dem Eindruck moderner Medizin kurz nach seiner Ankunft in Bethanien vor anderthalb Jahren noch auf Englisch verkündete: "Ich möchte Arzt werden!"

Als chirurgische Experten hatten Bethanien-Chefarzt Dr. Chylarecki und Oberarzt Dr. Hinsenkamp für die bestmögliche medizinische Behandlung gesorgt. Die drei Jungs mussten wegen schwerer Kriegsverletzungen an den Beinen, die sie in Afghanistan beispielsweise als Opfer von Autobomben erlitten hatten, in einem Zeitraum von anderthalb bis zwei Jahren bis zu acht Operationen über sich ergehen lassen. "Die Behandlung ist sehr langwierig. Zudem kommen die Kinder mit Verletzungen zu uns, wie sie in dieser Art in Deutschland eigentlich nicht vorkommen. Da ist viel Erfahrung und das ganze Geschick der Unfallchirurgie gefragt", sagte Pressesprecher Ruder bei der Verabschiedung der Kinder.

Bis zum letzten Tag liefen Rohullah, Aminullah und Esmatullah darum auf strenge Anweisung der Ärzte noch an den ungeliebten Krücken durchs Krankenhaus, um den Heilungsprozess der lädierten Knochen und Gelenke nicht zu gefährden. "Zu Hause werden sie diese Hilfsmittel nicht mehr brauchen. Die Operationen sind bei allen drei Jungs zu unserer vollen Zufriedenheit verlaufen."

Seit Jahren werden in Bethanien Kinder behandelt, die vom Friedensdorf Oberhausen aus Kriegsgebieten nach Deutschland geholt und betreut werden. Die medizinische Behandlung In Moers wird vom Moerser Lions' Club unterstützt, die übrigen Kosten trägt das Krankenhaus.




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