22.6.2011

Viel Gips für Rüssel und Fangarm

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Im Teddy-Krankenhaus in Bethanien wurden hunderte Stofftiere geheilt



Dem lila Tintenfisch geht's schlecht. Einer der Fangarme hängt schlaff herunter und irgendwie sieht das Plüschtier nicht ganz gesund aus. Auch der rosafarbene Teddy und die bunte Kuh müssen zum Doktor. Ein klarer Fall für das Teddy-Krankenhaus, das wieder drei Tage lang seine Pforten im Park hinter der Kinderklinik Bethanien geöffnet hatte. Rund tausend Kinder nutzten die Gelegenheit und ließen ihre liebsten Schmusetiere von erfahrenen Stofftierdoktoren auf Herz und Nieren untersuchen. In den ersten beiden Tagen der Veranstaltung kamen zunächst angemeldete Kinderartengruppen aus Moers und Umgebung mit insgesamt etwa sechshundert Kindern zu Besuch in die vom Roten Kreuz, der Krankenkasse AOK und dem Bethanien-Krankenhaus aufgebauten Zeltstadt-Klinik. Am vergangenen Samstag (18.6.) dann war das Teddy-Krankenhaus einen Tag lang für alle Kinder aus der Region geöffnet - und natürlich für deren kranke Stofftiere.


Die gute Nachricht: Auch in diesem Jahr konnten alle Stofftiere gesund entlassen werden. "Die häufigsten Diagnosen waren verletzte oder verknackste Pfoten sowie Bauch- und Kopfweh", sagte Sabine Robakowski vom Pflegedienst der Kinderklinik, die das Teddy-Krankenhaus nun bereits zum siebten Mal federführend organisierte. "Es gab im Untersuchungszelt aber auch spezielle Diagnosen, die sicher nur bei Stofftieren vorkommen können", so Robakowski augenzwinkernd. So stellten Kinder Stofftiere mit Verdacht auf "Gehirnbruch" vor. Und statt einer Gehirnerschütterung musste zur Überraschung der Ärzte auch eine mutmaßliche "Geschirrerhütterung" behandelt werden. "Kinder entwickeln eine beachtliche Phantasie bei der Frage, was ihre Stofftiere wohl haben könnten. Dabei fließt irgendwo Aufgeschnapptes immer mit ein", erläutert die gelernte Kinderkrankenschwester Robakowski.



Während in der Gipsstation dem lila Tintenfisch der kranke Fangarm und sogar einem Plüschelefanten der Rüssel eingegipst wurden, standen die Mediziner im Operationszelt vor ganz anderen Herausforderungen. Ein Kind hatte beispspielsweise gegenüber den Ärzten geklagt, dass sein Stoffkamel zwar einen Mund, aber gar keine Zunge habe. Flugs nähten die "Nahtologen" im OP-Zelt dem Wüstentier eine wunderschöne Stoffzunge an - gestreift und somit für alle Zeiten unverwechselbar. "Das war sicher die erste Zungentransplantation in der Geschichte der Stofftiermedizin", mutmaßt Robakowski heiter. Derweil machten in der Röntgenstation zwei Flachbettscanner alles sichtbar, was Knuddelteddy & Co. so verschluckt haben könnten. Die Bilder aus dem Drucker belegten es am Ende schwarz auf weiß: Manches Kuscheltier hatte tatsächlich Schmetterlinge im Bauch, eine Diagnose, die auch bei früheren Teddy-Krankenhäusern merkwürdigerweise häufiger gestellt wurde.

"Das Teddy-Krankenhaus soll Kindern die Angst vor einem Arztbesuch oder einem Klinik-Aufenthalt nehmen", erläutert Dr. Gündüz Selcan als Leitender Oberarzt in der Kinderklinik Bethanien den Zweck der Veranstaltung. Der Kinderarzt hatte im OP-Zelt auch in diesem Jahr wieder Dutzende Stofftiere behandelt und wird sicher auch im kommenden Jahr dabei sein. Dr. Selcan hatte vor dem Teddy-Krankenhaus alle daran beteiligten Schülerinnen und Schüler aus der Krankenpflegeschule Bethanien auf ihren Einsatz als Stofftierdoktoren vorbereitet. Denn die Erstuntersuchung der Stofftiere und das Anamnesegespräch sollte so realistisch wie möglich ablaufen. "Für die angehenden Fachkräfte in der Kranken- und Kinderkrankenpflege war das sicher eine interessante Erfahrung", sagt Dr. Selcan. Mit vielen Freiwilligen hatten auch die AOK, das Rote Kreuz und das Jugendrotkreuz des DRK zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen. Ein Highlight des DRK waren die - echten - Therapiehunde, die von den Kindern gestreichelt und geknuddelt werden konnten.



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