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Presseteam

16.8.2011

Am Rachen immer schön abbiegen

Vor zehn Jahren bezog die Endoskopie-Abteilung im Krankenhaus Bethanien einen eigenen Neubau

Alles unter Kontrolle: Wenn Ärzte mit dem biegsamen Endoskop arbeiten, sorgt das Pflegeteam um (v.r.n.l.) Endoskopie-Leiter Udo Rosshirt, Eva Eilfeld und André Filipiak für einen reibungslosen Ablauf der Untersuchung. (Foto: KBM/ Bettina Engel-Albustin

Ein Grund zu feiern wäre es eigentlich schon, doch die Mitarbeiter winken ab. Alle Hände voll zu tun – und das im Prinzip schon seit 2001. Vor zehn Jahren wurde die Endoskopie-Abteilung im Krankenhaus Bethanien in neuen Räumlichkeiten wiedereröffnet. Dazu hatte das Krankenhaus im Innenhof einen modernen Gebäudekomplex errichtet. Gemeinsam getragen von den beiden Fachabteilungen für Magen- und Darmerkrankungen sowie der Lungen- und Bronchialheilkunde hat in der Endoskopie seit der Wiedererröffnung ganz Moers schon mal „den Schlauch geschluckt“. Zumindest rein rechnerisch, denn gut 100.000 Untersuchungen und Eingriffe führten die Teams um die beiden Chefärzte Dr. Thomas Voshaar von der Lungenklinik und Dr. Rainer Götz von der Gastroenterologie seither durch.

Rund 3,3 Mio. Euro hatten Neubau und Medizintechnik seinerzeit gekostet und Bethanien eine ultramoderne Abteilung beschert. Von einem „Meilenschritt“ schrieben damals die Zeitungen. Nicht ganz zu unrecht, denn manch Endoskopisches Zentrum in Nordrhein-Westfalen kommt gerade einmal auf ein Viertel der in Bethanien vorgenommenen Untersuchungen. Gemessen an der Zahl der Untersuchungen ist die Abteilung in Bethanien sogar eine der größten Endoskopien in ganz Deutschland. Zwar wurde in Bethanien schon seit den 70er Jahrenund ab Angan der 90er Jahre in größerem Umfang endoskopiert, doch erst der neue Gebäudekomplex machte die sehr hohe Zahl der Untersuchungen möglich. Hinzu kommt, dass das Ärzte- und Pflegeteam in der Endoskopie rund um die Uhr im Einsatz ist. Wenn in anderen Kliniken der Region nachts endoskopisch nichts geht, landen die Patienten in Bethanien, wo eine beim Abendessen verschluckte Erbse auch nachts um drei noch aus der Luftröhre geangelt wird. „Die Fachärzte beider Abteilungen arbeiten mit einem hoch motivierten und speziell für die Arbeit in der Endoskopie ausgebildeten Pflegeteam zusammen", sagt Dr. Thomas Voshaar als einer der beiden verantwortlichen Chefärzte der Endoskopie.

Standard in der Medizin

Heute längst Standard in der Medizin, hat der flächendeckende Einsatz der Endoskopie seit den 70er Jahren die Diagnose und später auch die Behandlung von vielen Krankheiten geradezu revolutioniert, sagen die Mediziner. Bei der Endoskopie wird ein biegsamer, dünner Schlauch durch natürliche Körperöffnungen wie Mund oder Nase geschoben. Während Patienten für ein paar Minuten ein kleines Narkose-Nickerchen machen, gleitet ein Endoskop etwa durch die Speiseröhre in den Magen und weiter bis in den Darm, um von dort Videobilder zu liefern. Das geschieht mit Hilfe einer Mini-Kamera, die an der Spitze des Endoskops sitzt. Der Arzt sieht die Bilder aus dem Körperinneren auf einem Monitor. "Heute sind alle Winkel sowohl des Magen- und Darmtraktes als auch der Lunge und des Bronchialsystems mit Endoskopie oder Endosonographie erreichbar“, so Chefarzt Dr. Rainer Götz.

Bei der Endosonographie, einem speziellen Verfahren der Endoskopie, war Bethanien bei der Eröffnung der Endoskopie-Abteilung vor zehn Jahren sogar ziemlich weit vorn: Das Verfahren, bei dem an der Spitze des Schlauchs statt einer Kamera ein winziger Ultraschall-Meßkopf sitzt, wurde im Moerser Krankenhaus als einer der ersten Kliniken in der Region überhaupt eingeführt. „Selbst manche Uniklinik in Nordrhein-Westfalen hatte das damals noch nicht auf dem Programm“, erinnert sich der Magen-Darm-Experte Dr. Götz an die Anfänge. Direkt im Darm kann ein Ultraschall-Messkopf zum Beispiel millimetergenau messen, wie weit ein Tumor in die Darmwand hineingewachsen ist. Das ist wichtig, für die gesamte weitere Behandlung.

Endoskopiker operieren auch

Medizinischer Fortschritt hat inzwischen dazu geführt, dass Endoskopiker mit ihren Instrumenten nicht mehr einfach nur nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Sie können auch direkt operativ eingreifen. Dabei helfen winzige Zangen, Schlingen und Scheren an der Endoskopspitze, die der Operateur von außen steuert. Das ist vor allem bei der Krebsbehandlung von großem Vorteil. Großflächige Tumore im Magen-Darm-Trakt werden immer öfter direkt bei der endoskopischen Untersuchung quasi „von innen“ entfernt. Patienten benötigen dann keine Operation mit Bauchschnitt mehr.

In der Lungen- und Bronchialheilkunde werden Endoskope zwar überwiegend noch zur Diagnostik und weniger zur Operation benutzt. Doch eine Größenreduzierung von Tumoren im Bronchialsystem ist beispielsweise durchaus möglich. Die entsprechenden Endoskope arbeiten mit Laserstrahlen, die den Tumor abtragen. "Die Laser-Methode bringt den an Krebs im Bronchialsystem erkrankten Patienten eine unmittelbare Erleichterung für die Atmung und damit den schwerkranken Patienten eine unmittelbare Verbesserung der Lebensqualität", sagt Dr. Voshaar. Zudem erlaube Kombination aus Endosonographie und Endoskopie eine wesentlich genauere Bestimmung des Entwicklungsstadiums bei bösartigen Erkrankungen. "Eine hochqualifizierte, sämtliche modernen Verfahren anbietende Endoskopie ist ein wesentlicher Bestandteil der Krebszentren am Krankenhaus Bethanien, wie dem zertifizierten Darmzentrum und dem zertifizierten Lungenzentrum".

Sichere Verfahren

Dass Endoskopie und Endosonographie ausgesprochen sichere Untersuchungs- und Operationsverfahren darstellen, ist heute unbestritten. Das war vor zehn Jahren allerdings noch etwas anders. Wenige Wochen vor der Eröffnung der Bethanien-Endoskopie im Sommer 2001 hatte das ARD-Fernsehen berichtet, Endoskopiegeräte seien möglicherweise mit Keimen und Viren belastet und stellten damit ein Ansteckungsrisiko dar. Der Beitrag sorgte für bundesweite Beunruhigung in der Bevölkerung. In einer Presseerklärung gaben die beiden Moerser Krankenhäuser damals umgehend Entwarnung: "Das Ergebnis der Desinfektionen wird nach allgemeinen Qualitätsstandards regelmäßig geprüft." Und daran hat sich bis heute nichts geändert.
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