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26.3.2012

Rege Diskussion über die Sicherheit von Implantaten

Das Brustzentrum Linker Niederrhein in Moers lud zum Infotag

Angeregter Meinungsaustausch mit dem Team des Brustzentrums im Krankenhaus Bethanien (v.l.n.r.): Oberärztin Dr. Almut Geßmann, die speziell ausgebildete 'Brust-Krankenschwester' Anna Waldhof als Breast-Care-Nurse und Frauenärztin Jeanette Klok-Ditges im Gespräch mit Karin Wolk (re.) von der mit dem Brustzentrum kooperierenden Rheinberger Selbshilfegruppe Frauen nach Krebs.
In einem waren sich beim Infotag Brusterkrankungen am vergangenen Dienstag (20.3.) in Bethanien alle Vortragenden einig: Beim Einsatz von Brustimplantaten muss die Sicherheit von Patientinnen immer an oberster Stelle stehen. "Es ist gut, dass nach dem Skandal um gefälschte Brustimplantate im Herbst6 2011 ein Zentralregister geschaffen wurde, in dem die Daten von allen eingesetzten Implantaten gespeichert werden", so Oberärztin Dr. Almut Geßmann von der Frauenklinik Bethanien. Mit der zentralen Speicherung von Serien- und Chargennummern ließe sich in Zukunft schneller herausfinden, welche Implantate schadhaft sind.

Nach dem Skandal um die gefälschten Implantate Anfang des Jahres hatte das Brustzentrum Linker Niederrhein eingeladen, um mit Experten die Frage zu erörtern, wie eine Wiederholung solcher Vorfälle künftig verhindert werden kann. In der Reihe der geladenen Experten taten sich allerdings Lücken auf. "Wir hatten für den heutigen Abend beim Gesundheitsministerium angefragt, dazu bei Krankenkassen - alle Eingeladenen sagten die Teilnahme an einer Diskussion mit betroffenen Frauen leider ab", bedauerte Bethanien-Frauenärztin Dr. Dorit Brunotte, die den Abend im Vortragssaal des Krankenhauses moderierte. Das Brustzentrum wollte die Veranstaltung aber trotzdem durchführen. "Bei Gesprächen mit Patientinnen und mit den in unserem Brustzentrum aktiven Selbsthilfegruppen haben wir gemerkt, dass es bei Frauen viele offene Fragen gibt. Es ist wichtig, dass wir Klinikärzte offene und ehrliche Antworten geben", so Dr. Brunotte. Gut 40 interessierte Frauen waren der Einladung ins Brustzentrum nach Bethanien gefolgt.

Nach einer kurzen thematischen Einführung von Privatdozent Dr. Hans Behling - derzeit kommissarischer Leiter der Frauenklinik Bethanien und zugleich Leiter des dortigen Brustzentrums - konnte Bethanien-Oberärztin Dr. Almut Geßmann in ihrem kenntnisreichen Vortrag viel Licht ins Dunkel um die gefälschten Brustimplantate bringen. Von 2002 bis 2006 waren in Bethanien zum Teil Implantate der französischen Firma PIP verwendet worden. 66 Frauen hatten in der Zeit Implantate erhalten, die sich im Nachhinein nun als möglicherweise gefälscht herausstellten. "Bei einem Drittel der betroffenen Frauen sind die Implantate von uns inzwischen entfernt worden, ein weiteres Drittel der Frauen wird derzeit bei uns untersucht. Mit fast allen Betroffenen sind wir in Kontakt", berichtete die Oberärztin. Seit 2007 werden in Bethanien nur noch Implantate des US-amerikanischen Herstellers Mentor eingesetzt.

Für einen genauen Einblick in die strengen Qualitätskontrollen dieses Unternehmens sorgte anschließend Mentor-Mitarbeiterin Ilona Dicks in ihrem Vortrag. Das Unternehmen unterwirft sich freiwillig umfassenden Kontrollen - anders als der inzwischen Pleite gegangene französische Hersteller, der billiges und gesundheitsschädliches Industrie-Silikon in die Prothesen füllte. Die betroffenen Krankenhäuser konnten davon allerdings nichts ahnen, denn die Implantate trugen ein gültiges TÜV-Siegel. "Man muss es ganz deutlich sagen: Hier war kriminelle Energie am Werk", fasste Karin Wolk von der Rheinberger Selbsthilfegruppe Frauen nach Krebs das Problem in der anschließenden Diskussion zusammen. "Frauen, die sich wegen einer Krebserkrankung oder aus kosmetischen Gründen einer Operation unterzogen haben, aber auch Krankenhäuser, die die gefälschten Implantate ahnungslos einsetzten, sind gleichermaßen Opfer dieser illegalen Machenschaften geworden", so Wolk. Nun käme es darauf an, das Gesundheitsbehörden und der zuständige TÜV die Konsequenzen aus den erwiesenermaßen unzureichenden Qualitätskontrollen zögen. "Alle Verantwortlichen müssen jetzt handeln, damit so etwas nicht noch einmal passiert."

Bei der Diskussion zeigten sich etliche Frauen im Publikum erleichtert, dass wenigstens das Krankenhaus Bethanien mit dem Thema offen umgegangen sei. "Das Krankenhaus, in dem ich behandelt wurde, hat mir weder einen Brief geschrieben noch bei mir angerufen. Ich weiß nicht einmal, welches Implantat mir überhaupt eingesetzt wurde", sagte eine Besucherin der Veranstaltung und merkte an: "Hier in Bethanien würde ich mich besser aufgehoben fühlen." Auch eine andere Frau im Publikum fragte, ob sie das Krankenhaus wechseln und beispielsweise zur Entfernung des Implantats ins Brustzentrum Bethanien kommen könne. "Sie sollten sich immer zuerst an den betreuenden Frauenarzt wenden und in Absprache mit ihm das Krankenhaus auswählen, wenn ein Austausch des Implantats notwendig ist", betonte Dr. Behling als Brustzentrums-Leiter in Moers." Auch um die Kostenfrage ging es in der Diskussion: "Wenn es Schwierigkeiten bei der Kostenübernahme geben sollte, werden wir hier in Bethanien gemeinsam mit ihnen und ihrer Krankenkasse nach einer vernünftigen Lösung suchen", erklärte Oberärztin Geßmann.

Die Veranstaltung endete nach drei Stunden mit einem Imbiss in der Personal-Cafeteria, wo sich zudem zahlreiche Kooperationspartner des Brustzentrums mit Infoständen präsentierten. Auch das Ärzte- und Pflegepersonal aus dem Brustzentrum in Bethanien stand für Gespräche mit den Besucherinnen bereit.
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