29.6.2012

Bethanien baut für 14 Mio. Euro Altenkrankenheim komplett um

Hauptgebäude von 1976 wird kernsaniert, Senioren-Apartments vergrößert


So wird das Gebäude nach dem Umbau aussehen: Große, bis fast zum Fußboden reichende Fenster im französischen Stil sorgen in den Einzel-Apartments dann für eine freundlich-helle Atmosphäre. (Grafik: Carré)

Am Altenkrankenheim Bethanien arbeiten die Kräne: Das ältere und größere der beiden Gebäude wird in den nächsten zwei Jahren komplett saniert. "Kernsanierung und Umbau des 1976 eröffneten Gebäudes werden 14 Mio. Euro kosten", sagt Heimleiter Ingo Ludwig. Mit der Baumaßnahme hat sich Bethanien viel vorgenommen. "Von außen betrachtet wird sich nur die Fassade ändern, allerdings bleibt auch im Inneren kaum ein Stein auf dem anderen." Der vom Duisburger Architektur- und Ingenieurbüro Carré realisierte Umbau soll das Gebäude vor allem den veränderten Bedürfnissen von Bewohnerinnen und Bewohnern anpassen. "Zweibettzimmer, wie sie in den 70er Jahren noch Standard waren, sind heute nicht mehr üblich", erläutert Ludwig. Nach dem Umbau wird das Gebäude zu 80 Prozent aus Einzel-Appartements mit jeweils eigenem Badezimmer verfügen.

Größere Apartments mit französischen Fenstern"Insgesamt wird sich die Anzahl der Apartments pro Wohnbereich durch die Baumaßnahmen von jeweils 42 auf 35 verringern", berichtet Heimleiter Ludwig. Die Wohnqualität steige dadurch deutlich. Für die neuen Apartments sind demnach so genannte französische Fenster geplant, die von der Decke bis fast zum Boden reichen. "Dadurch werden die Zimmer heller, zudem haben dann auch bettlägerige Bewohner immer einen bequemen Blick auf das Parkgelände ums Haus." Standard werden zudem elektrische Rollos an den Fenstern, dazu eigene Kühlschränke, warme Farben an den Wänden und bei den Fußbodenbelägen, dazu Zimmerdecken mit indirekter Beleuchtung über dem Bett. "Indirektes Licht blendet Senioren im Bett nicht." Im Bad wird das Licht über Bewegungsmelder gesteuert werden. "Ältere Menschen finden nachts den Lichtschalter nicht, wenn sie schlaftrunken ins Bad gehen. Mit Bewegungsmeldern lässt sich die Gefahr von Stürzen mindern, die in solchen Situationen im Dunkeln besteht", erklärt Ludwig. Für Sicherheit und Privatsphäre werden Türschloss-Systeme sorgen, wie man sie aus Hotels kennt. Mit einer Chipkarte hat außer der Bewohnerin oder dem Bewohner nur das Pflegepersonal jederzeit ungehinderten Zutritt. "Wichtig für Notfälle", sagt Ludwig.

Indirektes Licht und warme Raumatmosphäre: Heimleiter Ingo Ludwig in dem bereits fertig gestellten Muster-Zimmer, an dem sich die Einrichtung der anderen Apartments orientieren wird. (Foto: KBM: Engel-Albustin)
In jedem Wohnbereich des Gebäudes werden weiterhin voll ausgestattete Wohnküchen mit besonderen Wärmetheken eingerichtet - für gemeinsame Erlebnisse in Kochgruppen, aber auch für die alltäglichen Mahlzeiten. "An den Wärmetheken können die Bewohnerinnen und Bewohner die Mahlzeiten von Servicekräften zusammenstellen lassen. Gerade für desorientierte Menschen, die die Essenszeiten sonst vergessen, sind Gerüche oder Geräusche wie Tellerklappern wichtige Signale, die ihnen sagen: Ach ja, jetzt gibt es Essen! Diese Sinnlichkeit wollen wir unbedingt unterstützen", erklärt Ludwig. Der Umbau bietet dazu nun das richtige Ambiente. "Die Zeit der Essensanlieferung auf fertigen Tabletts mit luft- sowie blickdicht verpackten Mahlzeiten ist damit im Altenkrankenheim Bethanien vorbei", betont Ingo Ludwig. "Die Bewohner sollen die ihnen zu Auswahl stehenden Mahlzeiten riechen, sehen und probieren können, bevor sie sich für die Zusammenstellung ihres persönlichen Wunsch-Menüs entscheiden." Für jeden der insgesamt vier Wohnbereiche in dem Gebäude wird Servicepersonal neu eingestellt werden.

Salon im englischen Stil mit Bibliothek
Während im Erdgeschoss die - derzeit in Container ausgelagerten - Verwaltungsbüros nahezu unverändert bleiben, soll der nur wenige Meter entfernt liegende Eingangsbereich des Hauses ein völlig neues Gesicht bekommen. Ein schöner Empfangstresen ist geplant, dazu ein Salon im englischen Stil mit großer Bibliothek. Außerdem wird ein Kaminzimmer eingerichtet, in dem es wegen geltender Brandschutzauflagen allerdings kein offenes Feuer geben darf. "Zwar müssen wir aus Gründen der Brandsicherheit kleine Kompromisse machen, aber es wird ein Kaminzimmer mit viel Atmosphäre und einem zumindest täuschend echt aussehenden Feuer geben", so Ludwig. "Der Umbau des Gebäudes ermöglicht es uns, die heute geltenden Auflagen in Sachen Fluchtwege und Brandschutz hundertprozentig zu erfüllen. Das ist uns sehr wichtig."

Die für den Transport durchbohrten Beton-Elemente der Fassade des Altenkrankenheims Bethanien hat der Kran schon abgenommen: Heimleiter Ingo Ludwig (re.) und Projektleiter Marcus Eidmann begutachten die Baustelle. (Foto: KBM/Engel-Albustin)
In diesen Tagen wurde mit den Bauarbeiten an der Ostfassade des Gebäudes begonnen. Die Apartments auf dieser Gebäudeseite stehen schon seit ein paar Wochen leer, die Bewohnerinnen und Bewohner waren nach und nach in das kleinere Nebengebäude umgezogen. Von der Fassade des Hauptgebäudes entfernen Kräne jetzt zunächst die großen Betonelemente. In gut zwei Jahren wird das Altenkrankenheim Bethanien dann Neueröffnung feiern, freut sich der Heimleiter. Zeitlich eng abgestimmte Bauarbeiten seinen allerdings immer auch mit ungeplanten Überraschungen und Verzögerungen verbunden, wie jeder Häuslebauer aus eigener Erfahrung wisse. "Das eine oder andere zusätzliche graue Haar habe ich deswegen bereits fest eingeplant", sagt Heimleiter Ludwig mit Augenzwinkern.
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