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Im Notfall...

15.11.2012

Helfen als "Herzensangelegenheit"

Autohaus Nühlen und Kardiologie Bethanien informierten über lebensrettende Soforthilfe im Notfall

Voller Einsatz für das Leben: Viele Besucher nutzten die gemeinsame Veranstaltung

Als es um Leben und Tod ging, wurde es für Minuten mucksmäuschenstill im Autohaus Nühlen. Es war der Moment, als Bethanien-Herzspezialist Prof. Stefan Möhlenkamp zwei Frauen auf die Bühne holte, die berichteten, wie das damals war, als die eine zusammensackte, weil das Herz einfach stehen geblieben war. Das Autohaus Nühlen und das Krankenhaus Bethanien hatten am gestrigen Montag (12.11.) gemeinsam zur Veranstaltung "Herzensangelegenheit" eingeladen, um über die Wichtigkeit einer schnellen Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Notfällen aufzuklären. Auf der Bühne des Autohauses berichteten die beiden Frauen nun von jenem Tag, als beide vom Tennisspiel kamen. Plötzlich wurde der Freundin übel, sie wurde ohnmächtig und lief blau an. "Kein Puls, keine Atmung, da wusste ich, was zu tun war", berichtet die eine der beiden Frauen. "Ich habe nur gerufen: 'Holt den Notarzt!' und sofort mit der Herzmassage angefangen." Sieben Minuten, bis der Notarzt kam, habe sie das gemacht. "Das kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit". Aber genau diese sieben Minuten waren es, die der Tenniskollegin schließlich das Leben retteten. Sie schaffte es lebend ins Krankenhaus Bethanien, wo Prof. Möhlenkamp und sein Team einen Defibrillator eingesetzten. "Es geht mir wieder gut. Ohne die sofortige Herzmassage hätte ich wohl nicht überlebt", sagt die Frau auf der Bühne.

Die Schilderung unterstrich das Anliegen der Veranstaltung: Nicht wegschauen im Notfall, sondern sofort Hand anlegen. "Haben Sie in einer solchen Situation keine Scheu, mit der Herzmassage anzufangen. Sie können nichts falsch machen. Der einzige Fehler, den Sie machen können, ist es, nicht zu helfen!", warb Chefarzt Prof. Möhlenkamp in seinem Vortrag. Dies sei die wichtige Botschaft des Abends. Denn jede Minute, in der nichts geschehe, senke die Überlebenschancen von Betroffenen drastisch. Bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung muss mit beiden durchgesteckten Armen und dem gesamten eigenen Körpergewicht das Brustbein von bewusstlosen Menschen jeweils fünf Zentimeter tief eingedrückt werden - hundert Mal in der Minute. Der Untergrund muss dabei hart sein, auf Betten oder Sofas funktioniert die Wiederbelebung nicht. "Keine Angst, wenn es bei der Herzmassage mal knackt. Sie machen alles richtig, die gebrochene Rippe heilt wieder!", mahnte der Chefarzt ein beherztes bis energisches Druckausüben an. Und er fügt hinzu: "Beatmen Sie nur, wenn Sie es können und sich zutrauen. Wichtiger ist, mit der Massage so lange fortzufahren, bis der Notarzt kommt. Wechseln Sie sich ab, wenn Sie nicht allein sind, denn eine minutenlange Herzmassage kann durchaus auf auch auf Ihre Kondition gehen."

Davon konnten sich die Gäste nach Prof. Möhlenkamps Vortrag selbst überzeugen. Vor einem Krankenwagen hatten die Moerser Notärzte und das Krankenhaus Bethanien spezielle Übungs-Puppen aufgebaut, an denen die Herzmassage unter Anleitung von Ärzten und Rettungskräften geübt werden konnte. Reges Interesse fand auch der Infostand der Deutschen Herzstiftung, der viel Hintergrundwissen zum Mitnehmen bereithielt. Als Gastgeber hatte Autohaus-Chef Dr. Hans Nühlen dem Publikum berichtet, wie ihn ein Todesfall in der Moerser Innenstadt vor ein paar Wochen erschüttert habe. In einem Café am Altmarkt war ein Mann mit einem Herzinfarkt zusammengesackt - und niemand half. "Die Veranstaltung heute soll einen Beitrag dazu leisten, dass so etwas nicht mehr passieren kann", sagte Dr. Nühlen. Der Unternehmer hat sich überdies Gedanken gemacht, was er und sein Unternehmen noch tun kann, um im Fall des Falles Leben zu retten. Ein tragbarer Defibrillator, der beim Herzstillstand einen Stromstoß abgibt, ist ab sofort im Autohaus stationiert und jederzeit griffbereit. Mit der Veranstaltung hatte der Moerser Unternehmer und das Krankenhaus Bethanien offenbar den Nerv des Publikums getroffen. Rund 350 Interessierte waren zu der Veranstaltung gekommen, das Autohaus war bis auf den letzten Platz besetzt.

Blick ins vollbesetzte Autohaus Nühlen bei der Veranstaltung
Bethanienstraße 21
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