Facharztaus- und weiterbildung

28.12.2012

Bethanien bildet ab jetzt Hausärzte weiter

Krankenhaus schloss Kooperation mit niedergelassenen Medizinern / Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein übergab Urkunden

Start für eine zukunftsweisende Kooperation: Bernd Zimmer (m.), Vizepräsident der Ärztekammer überreichte die Kooperationsurkunde an Karl-Heinz Tenter (li.) von der Stiftung Krankenhaus Bethanien und an Dr. Thomas Voshaar (re.), den Ärztlichen Direktor des Krankenhauses (Foto: KBM/Bettina Engel-Albustin)
Einen Hausärztlichen Weiterbildungsverbund haben dieser Tage sieben Arztpraxen aus Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Duisburg und Moers mit dem Krankenhaus Bethanien geschlossen. "Hausärzte, die in den Ruhestand gehen, finden oft keine Nachfolger für ihre Praxen. Mit dem Weiterbildungsverbund wollen wir etwas gegen den drohenden Hausärztemangel in der Region unternehmen", sagte Dr. Thomas Voshaar bei einer kleinen Feierstunde, bei der die Kooperationsurkunden übergeben wurden. Als Ärztlicher Direktor des Krankenhauses hatte sich Dr. Voshaar für die Kooperation besonders stark gemacht. "Der Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin schafft eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Er erleichtert jungen Medizinerinnen und Medizinern den Einstieg in die Allgemeinmedizin", so Dr. Voshaar. Die abgestimmte Weiterbildung zwischen Krankenhaus und Praxen sorge für eine gute örtliche Vernetzung künftiger Hausärztinnen und Hausärzte schon während der Weiterbildung.

Ein Jahr dauerten die Vorbereitungen, um den von der Ärztekammer Nordrhein initiierten Weiterbildungsverbund unter Dach und Fach zu bringen. Die Freude, dass die Vereinbarung jetzt mit Leben gefüllt werden kann, war allen Beteiligten anzumerken. Für Bernd Zimmer, den eigens zu der Feierstunde angereisten Vizepräsidenten der Ärztekammer Nordrhein geht damit einmal mehr ein großer Traum in Erfüllung. Vor zwanzig Jahren schon hatte er solche Kooperationen angeregt. "Wir wollen dem Hausärztemangel mit verschiedenen Angeboten auf allen Ebenen entgegensteuern. Das schaffen wir nur gemeinsam." Inzwischen gibt es in Nordrhein-Westfalen mehr als dreißig solcher Verbünde. "Sie sind ein Baustein, die hausärztliche Versorgung in den nächsten Jahren vor allem in ländlichen Gebieten auf hohem Niveau erhalten zu können. Wir brauchen die angehenden Hausärztinnen und Hausärzte und zwar möglichst schnell. Wir erleichtern den Kolleginnen und Kollegen den Weg zum Hausarztsein, weil die ganze Weiterbildung aus einer Hand, mit einem Vertrag erfolgen kann"

Die jetzt auch in Moers geschlossene Kooperation bedeutet, dass zukünftige Hausärzte drei Jahre der insgesamt fünfjährigen Weiterbildung in verschiedenen Abteilungen des Krankenhaus Bethanien leisten können - nach einem genau festgelegten Plan. Für die angehenden Hausärztinnen und Hausärzte schafft der Weiterbildungsverbund vor allem Planungssicherheit während der gesamten Ausbildung. So stehen die Weiterbildungsstätten - das Krankenhaus und die beteiligten Hausarztpraxen - von Anfang an fest. Die werdenden Hausärztinnen und Hausärzte müssen die notwendigen Weiterbildungsstätten im Krankenhaus und in der Praxis somit nicht nacheinander suchen und auch keinen Wohnortwechsel in Kauf nehmen, denn die Weiterbildung kann komplett in der Region des Verbundes erfolgen. Alles in allem soll mit dem Verbund der Abwanderung junger Allgemeinmediziner in andere Bundesländer wirksam begegnet werden. "Wir dürfen nicht zulassen, dass die Nachwuchskräfte zunehmend nach Baden-Württemberg oder Bayern gehen", sagte Ärztekammer-Vizepräsident Bernd Zimmer in Anspielung auf zum Teil attraktivere Arbeitsbedingungen in anderen Bundesländern. "München ist keine anständige Adresse für einen Hausarzt aus dem Rheinland", fügte er ironisch hinzu.

INFO
Beim Hausärztlichen Weiterbildungsverbund kooperieren mit dem Krankenhaus Bethanien die Hausarztpraxen Dr. Grobe und die Gemeinschaftspraxis Dres. Lenhardt/Grüner/Lenhardt aus Moers. Aus Kamp-Lintfort sind die Praxis Dr. Flür und aus Neukirchen-Vluyn die Gemeinschaftspraxis Dres. Mammes/Pyka mit dabei. Kooperationspartner aus Duisburg sind die Praxis Dr. Borgos sowie die Gemeinschaftspraxen Dr. Bülthoff/Reschke und Dres. Steger/v.d. Boom/Zehres/Schönfeld. Der Beitritt weiterer Hausarztpraxen zum Verbund wird von den Gründungs-Kooperationspartnern ausdrücklich begrüßt.

Ärztekammer-Vizepräsident Bernd Zimmer (vorn Mitte) übergab Urkunden an alle Kooperationspartner, darunter Karl-Heinz Tenter (3.v.l.) und Wilhelm Brunswick (2.v.r.) von der Bethanien-Stiftung als Krankenhausträger, außerdem an alle Bethanien-Chefärzte (vornehmlich in weißen Kitteln) und Vertreter der sieben beteiligten Arztpraxen in Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Duisburg und Moers. (Foto: KBM/Bettina Engel-Albustin)
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