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9.4.2013

Kriegskind aus Afghanistan wieder in Bethanien

Zehnjähriger Junge muss erneut mehrfach am Bein operiert werden

Afghanistan-Kriegskind Ali ist wieder in Bethanien: Kindertraumatologe Dr. Christian Illian (vorn li.) hat die Behandlung übernommen, während die Kinderkrankenschwestern sich um den Jungen kümmern (hinten v.l.n.r.): Eva-Maria Neuhaus, Linda Tersteegen, Helene Neumann, Carmen Beck, Doris Schmiedel und Andrea Otten (vorn re.) von der Kinderstation G0. (Foto: KBM/Bettina Engel-Albustin)

Ali aus Afghanistan ist wieder in Bethanien. Vor gut einem Jahr war das Kriegskind als geheilt aus der Kinderklinik entlassen worden, doch jetzt ist der Junge wieder in die Moerser Kinderklinik eingeliefert worden. "Der Junge hatte sich in Afghanistan durch einen Sturz das linke Bein gebrochen und zwar an einer Stelle, die schon mal gebrochen war und an der er in Afghanistan und Deutschland schon mehrfach operiert worden war", berichtet Kindertraumatologe Dr. Christian Illian von der unfallchirurgisch-orthopädischen Klinik in Bethanien. Kleiner Beinbruch, große Wirkung: Da das Schienbein wegen des vorherigen Bruchs und der Operationen schon ziemlich "angeknackst" ist, muss Ali sich jetzt gleich mehreren Operationen unterziehen. "Der Knochen ist infektbedingt vorgeschädigt, Operationen werden deshalb von mal zu mal schwieriger", sagt Oberarzt Illian, der den Jungen gemeinsam mit Chefarzt Dr. Christoph Chylarecki medizinisch betreut. "Solche aufwändigen Eingriffe können Ärzte im kriegsgeschüttelten Afghanistan nicht durchführen." Deshalb holte das Friedensdorf Oberhausen den Jungen wieder nach Deutschland und brachte ihn in "sein" Kinderkrankenhaus.

Vor genau 12 Monaten war Ali zum ersten Mal nach Moers gebracht und behandelt worden. Bei der genauen Untersuchung fiel Ärzten und Pflegepersonal der oft fragende Blick des Jungen auf. Wie sich damals herausstellte ist der Junge mit gut minus zehn Dioptrien auf beiden Augen extrem stark kurzsichtig. Moerser Augenärzte sorgten unkompliziert für eine Brille, die Ali seither kaum abnimmt. "Die Brille war für den Jungen sicher das größte Geschenk in Deutschland. Zum ersten Mal im Leben konnte er seine Umgebung klar erkennen", sagt Dr. Illian.

Bis zu einem Jahr könnte der Deutschland-Aufenthalt des Jungen diesmal erneut dauern, je nachdem wie gut der Bruch diesmal heilt. "Ein Jahr nach seiner Rückkehr wird Ali dann zudem erneut zur Behandlung nach Deutschland kommen müssen. Der Junge wächst ja noch und das bedeutet, dass wir das kranke Bein gut beobachten müssen", berichtet der Mediziner. Zumindest mit der Verständigung gibt es keine Probleme mehr, da Ali inzwischen gut deutsch versteht und spricht. "Er fühlt sich sehr wohl bei uns und hat sich schnell wieder eingelebt", berichten die Kinderkrankenschwestern Carmen Beck und Andrea Otten, die die Kinderstation G0 leiten.
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