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22.10.2014

Kinderkliniken leisten wichtige medizinische Versorgung vor Ort

Jubiläum: Ärztliche Leiter der Kinderkliniken in der Region treffen sich seit 25 Jahren fachlichen Austausch

Chefärzte der Kinderkliniken am Niederrhein und im westlichen Münsterland treffen sich seit 25 Jahren zum fachlichen Austausch. Beim Jubiläum in Coesfeld waren unter anderem dabei (v.l.n.r.): Prof. Dr. Tim Niehues von den Helios-Kliniken Krefeld, Dr. Jochen Rübo vom St.-Antonius-Hospital Kleve, Dr. Klaus Winter vom St. Agnes-Hospital Bocholt, Prof. Dr. Monika Gappa vom Marien-Hospital Wesel, Dr. Hans-Georg Hoffmann vom Mathias-Hospital Rheine, Dr. Georg Kluitmann vom St. Vinzenz-Hospital Dinslaken und Dr. Hubert Gerleve von den Christophorus-Kliniken Coesfeld. - Nicht im Bild ist Dr. Michael Wallot, Chefarzt der Kinderklinik Bethanien in Moers. (Foto: privat)
Im kommenden Jahr werden sie in Wesel tagen, doch zum 25-jährigen Jubiläum lud man dieser Tage erst einmal nach Coesfeld: Seit einem Vierteljahrhundert treffen sich die Chefärzte der Kinderkliniken der Regionen Niederrhein und westliches Münsterland zum fachlichen Austausch. Mahnende Worte richten die Chefärzte der Kinderkliniken an die Akteure im Gesundheitswesen: "Der Niederrhein und das westliche Münsterland gelten als gesundheitspolitische 'Problemzonen', wenn es um eine ausreichende medizinische Versorgung in der Zukunft geht", stellen die Mediziner fest. Umso wertvoller seien in diesen Regionen die Kinder- und Jugendkliniken, die rund um die Uhr kranke Kinder versorgen. "Dazu gehören Notfallversorgung, Neu- und Frühgeborenenmedizin und viele Spezialgebiete – das Spektrum der Herausforderungen ist groß", betont Dr. Michael Wallot, Chefarzt der Kinderklinik des Bethanien-Krankenhauses in Moers.

Steigende Patientenzahlen, Ärztemangel und die finanzielle Situation der Kliniken seien daher Themen, die auch die Chefärzte der Kinderkliniken immer wieder herausfordern. Auch die Ausbildungssituation in der Kinderkrankenpflege und die gesetzlichen Vorgaben für die Frühgeborenenversorgung und Kinderintensivmedizin werden diskutiert - denn die Sorgen der Kinderkliniken am Niederrhein und im westlichen Münsterland unterscheiden sich nur minimal. „Die Patientenzahlen in unseren Kinderkliniken steigen. Kinder überleben heute oft auch bei schweren Erkrankungen, weil unsere Medizin in den Jahren immer besser geworden ist. Bei Mukoviszidose etwa ist die Lebenserwartung deutlich angestiegen“, so Prof. Tim Niehues, Chefarzt der Kinderklinik in den Helios-Kliniken Krefeld. Komplizierte angeborene Herzerkrankungen oder Stoffwechselerkrankungen sind weitere Beispiele für die rasante Entwicklung in der Kindermedizin. Chefarzt Dr. Hubert Gerleve von den Christophorus-Kliniken in Coesfeld erinnert sich an Neugeborene, denen die Medizin von zwanzig Jahren noch nicht helfen konnte. „Heute haben wir in unserer Herzambulanz viele Kinder mit ähnlichen komplizierten Herzfehlern oder extreme Frühgeborene, denen es gut geht.“

Doch eine Betreuung durch qualifizierte Kinderärztinnen und Kinderärzte sowie Kinderkrankenschwestern und -pfleger kostet Zeit und Geld. Gerade die Ausbildungssituation in der Kinderkrankenpflege macht den Chefärzten Sorge. Chefarzt Dr. Jochen Rübo von der Kinderklinik des St.-Antonius-Hospitals in Kleve erklärt: "Die Nachbarländer beneiden uns um unsere qualifizierten Kinderkrankenschwestern. Wir sollten die gute Ausbildung in der Kinderkrankenpflege nicht gefährden.“ Ein wichtiger Grund für die steigenden Patientenzahlen in den Kinderkliniken sind die veränderten, oft brüchigen, sozialen Strukturen in den Familien. Die Zunahme psychosomatischer Krankheitsbilder wird von den Medizinern auch auf dem Land beobachtet. „Heile Welt gibt es auch bei uns nicht mehr“ sind sich Dr. Hans- Georg Hoffmann, Chefarzt der Kinderklinik des Mathias-Hospitals in Rheine, und Chefarzt Dr. Klaus Winter von der Kinderklink des St.-Agnes-Hospitals einig. Die gesamten Familien seien heute oft der "Patient", der Unterstützung und Hilfe benötige, so die Leitenden Kinderärzte.

Problematisch seien in diesem Zusammenhang lange Wartezeiten gerade bei denen, die die Hilfe für eine gute Kindesentwicklung am nötigsten hätten: In den Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) der Kinderkliniken beispielsweise, die sich besonders um entwicklungsverzögerte Kinder kümmern, betrügen die Wartezeiten derzeit ein Jahr und länger. Eine Besserung sei nicht in Sicht, denn die Finanzierung der SPZ-Einrichtungen durch die Kostenträger folge der demografischen Entwicklung. "Dabei sind die präventiven Maßnahmen der Kinder- und Jugendmedizin eine gute Investition in die Zukunft", unterstreicht Bethanien-Chefarzt Dr. Michael Wallot: „Jeder Euro für Vorbeugung rentiert sich um ein Vielfaches.“ Entscheidungsträger in der Politik und bei den Krankenkassen seien daher aufgefordert, Gesundheitsfürsorge ernst zu nehmen. Die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland (GKind), fordere daher schon seit längerem einen Sicherstellungzuschlag für Kinderkliniken.

INFO
Kinderärztinnen und Kinderärzte der Region treffen sich am Sa, 22.11. in Bethanien zum Moerser Pädiatrie-Symposium "MO-PAED 2014". Organisator ist Bethanien-Oberarzt Dr. Gündüz Selcan.
Bethanienstraße 21
47441 Moers
Tel. 02841/200-0

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