Darmzentrum

5.5.2015

Aktion will Darmkrebs rechtzeitig entdecken

"1.000 Leben retten": Krankenhaus-Beschäftigte in Bethanien ließen sich testen

Erfolgreiche Darmkrebs-Vorsorge fängt in der eigenen Klinik an: Mehr als 100 Bethanien-Beschäftigte ließen sich für die Aktion 1000 Leben retten freiwillig und anonym auf verstecktes Blut im Stuhl testen. Die Chefärzte Dr. Hans-Reiner Zachert (li.) und Prof. Ralf Jürgen Kubitz (re.) vom Darmzentrum Bethanien hatten die Aktion initiiert. (Foto: Bethanien/Engel-Albustin)
Sie wollen möglichst viele Leben retten am Niederrhein und die Darmkrebs-Vorsorge mehr ins Bewusstsein der Menschen bringen: Vor einem halben Jahr brachten die beiden Chefärzte Dr. Hans-Reiner Zachert und Prof. Dr. Kubitz vom Darmzentrum des Bethanien-Krankenhauses die Aktion "1000 Leben retten" an ihre Klinik. Das Ziel der Vorsorgeaktion: Möglichst viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses sollten sich freiwillig und kostenlos auf verstecktes Blut im Stuhl untersuchen zu lassen. Nicht sichtbares Blut im Stuhl könnte ein früher Hinweis auf Darmkrebs sein. "Als Krankenhaus wollten wir in Sachen Vorsorge mit gutem Beispiel vorangehen", so die beiden Chefärzte. Denn Darmkrebs sei vollständig heilbar, wenn er früh entdeckt werde. Der Ablauf bei der Präventionsaktion "1000 Leben retten" ist denkbar einfach: Für die Untersuchung schicken die Freiwilligen eine Stuhlprobe an ein beauftragtes Labor, das die Untersuchung vornimmt. Die geringen Kosten für die Untersuchung zahlt das sich an der Aktion beteiligende Unternehmen, dem die Gesundheit der Beschäftigten am Herzen liegt.

Das Krankenhaus Bethanien ging dabei mit gutem Beispiel voran: Seit Herbst konnten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anonym Test-Sets beim mit der Aktion kooperierenden Labor anfordern und Stuhlproben einschicken. Von den mehr als 1.000 Beschäftigen des Krankenhauses machten genau 122 mit und schickten Stuhlproben ein. "Damit haben sich ungefähr zehn Prozent aller unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Aktion beteiligt. Das ist ein großer Erfolg", so Dr. Zachert und Prof. Kubitz. Bei sieben der 122 Proben konnte verstecktes Blut im Stuhl festgestellt werden. "Bei diesen sieben Personen ist nun eine weitere medizinische Abklärung notwendig, um herauszufinden, wo das Blut herkommt", erläutern die Chefärzte. "Es könnte sich um Polypen handeln, eine noch harmlose Vorstufe von Krebs. Es kann aber auch ganz andere Ursachen geben, die harmlos oder weniger harmlos sein können." Die betreffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben vom Labor ein Schreiben bekommen, mit dem Hinweis auf das entdeckte Blut. "Wird Blut im Stuhl festgestellt, empfiehlt sich immer eine Darmspiegelung zur weiteren Abklärung", so die beiden Darmkrebsspezialisten.

Wer die sieben Beschäftigten sind, bei den Blut im Stuhl nachgewiesen wurde, wissen die Chefärzte und auch Bethanien als Arbeitgeber selbstverständlich nicht. "Die Tests bei der Aktion '1000 Leben retten' werden grundsätzlich anonym von dem mit der Aktion kooperierenden, externen Labor durchgeführt. Die Aktion '1000 Leben retten' setzt auf die Motivation der Leute, etwas für die eigene Gesundheit zu tun und mit den Ergebnissen verantwortungsvoll umzugehen", betonen die Mediziner. Von dem Labor haben die beiden Bethanien-Chefärzte lediglich eine statistische Auswertung der Aktion bekommen, die aus zwei kleinen Tabellen besteht. Demnach haben mit 70 Prozent deutlich mehr Frauen als Männer an der Vorsorgeaktion teilgenommen. Bei den Bethanien-Beschäftigten im Alter zwischen 40 und 60 Jahren war zudem das Interesse am Test größer, als bei den Jüngeren.

Mit Veröffentlichung der Zahlen wollen Prof. Kubitz und Dr. Zachert große und kleine Unternehmen in Moers und Umgebung ermuntern. "Sieben Stuhlproben mit nicht sichtbarem Blut - das sind sieben Menschen allein in unserem Unternehmen, bei denen wir die Entstehung von Darmkrebs rechtzeitig verhindern können", sagen die Ärzte. "Je mehr Unternehmen teilnehmen und je mehr Beschäftige sich freiwillig testen lassen, desto mehr Leben können wir im Fall des Falles retten." Denn das tückische beim Darmkrebs sei, dass er sehr lange keine Beschwerden mache und deswegen oft erst spät bemerkt werde, erläutern die Ärzte. Deswegen stehen die beiden Bethanien-Chefärzte für Vorträge und Informationsveranstaltungen bei ortsansässigen Unternehmen gern zur Verfügung, um über die Aktion "1000 Leben retten" und das Thema Darmkrebsvorsorge aufzuklären.

INFO
An der Aktion "1000 Leben retten" können sich Unternehmen bundesweit beteiligen. Im Raum Rhein und Ruhr haben bereits mehr als 300 Unternehmen teilgenommen. Im Jahr 2013 wurde die Aktion mit dem Felix Burda Award in der Kategorie "Engagement des Jahres" ausgezeichnet. Weitere Infos unter http://www.1000-leben-retten-ruhr.de/
In Moers werben die Chefärzte Dr. Hans-Reiner Zachert und Prof. Ralf Jürgen Kubitz vom Darmzentrum des Bethanien-Krankenhauses für die Aktion und wünschen sich viele teilnehmende Unternehmen. Die Chefärzte stehen für Vorträge über Darmkrebsprävention zur Verfügung (Darmzentrum Bethanien, Tel. 02841/200-20676).
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