Startseite Gefäßchirurgie

9.12.2015

Lymphnetzwerk verbessert Patientenversorgung am Niederrhein

Kooperationsteilnehmer zogen auf Tagung positive Bilanz und berieten neue Projekte

Gebündeltes Fachwissen für eine bessere Versorgung von Menschen mit Lympherkrankungen (v.l.n.r.): Eugen Schmidt von der Firma Arjo, Oberärztin Dr. Meike Finkenrath von der Bethanien-Gefäßchirurgie, Kirsten Schade von der Moerser Generationen-Beratung, Stefanie Goddinger-Gilbers, Lymphologie-Fachberaterin vom Sanitätshaus HODEY und Patientin Beate Graumann, die den Fachleuten von ihrem Leidensweg berichtete. (Foto: KBM/Engel-Albustin)
Die Versorgung und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Lymphödem zu verbessern – dieses Ziel hatte sich das Lymphnetzwerk Linker Niederrhein bei der Gründung vor einem Jahr gesetzt. Dieser Tage zogen die Kooperationspartner des Netzwerks eine positive Bilanz. „Durch eine engere Kooperation von behandelnden Ärzten, Lymphtherapeuten und Sanitätshäusern wollten wir vor einem Jahr eine bessere Patientenversorgung erreichen. Dies ist uns gelungen“, so Dr. Meike Finkenrath. Die Leitende Ärztin der Phlebologie in der Gefäßchirurgie Bethanien hatte das Netzwerk initiiert, weil sie etwas gegen die unzureichende Versorgung der Patienten tun wollte, die sie als Krankenhausärztin täglich sah. Vorbild waren ähnliche Netzwerke in Nord- und Süddeutschland. „In unserer Region gab es bislang keine vergleichbaren Netzwerke. Diesen Zustand wollten wir verändern“, erklärt die dynamische Medizinerin, die somit für die Patientinnen und Patienten echte Pionierarbeit geleistet hat. Dr. Finkenraths fachliche Schwerpunkte in Bethanien sind Gefäßerkrankungen (Phlebologie) und Lympherkrankungen.

Im Lymphnetzwerk arbeiten die vor Ort tätigen Physiotherapiepraxen, Ernährungsberater, Wundspezialisten, Selbsthilfegruppen und die Lymphfachberater der Sanitätshäuser eng mit weiteren Kooperationspartnern zusammen. Sie garantieren die bestmögliche Therapie und schauen sich die Patientinnen und Patienten immer wieder an. „Durch das Netzwerk Linker Niederrhein kann die Behandlung von Lympherkrankungen besser zwischen allen beteiligten Therapeuten abgestimmt werden. Zudem wird die Qualität der Versorgung fortlaufend überprüft“, so die Phlebologin. „Die Zeiten, in denen Lymphpatienten mit Ihren Problemen oft genug allein gelassen wurden, in denen sie ungenügend oder gar falsch behandelt wurden, sind damit definitiv vorbei“, betont die Ärztin. Denn bei Lymphödemen komme es darauf an, sehr früh mit der richtigen Therapie zu beginnen und die Ergebnisse immer wieder genau zu kontrollieren. „Wenn eine Behandlungsmaßnahme nicht den gewünschten Erfolg verspricht, können wir zeitnah eine andere Behandlung beginnen.“

Lymphödeme sind Schwellungen, meist an Armen oder Beinen, die entstehen, wenn das Lymphsystem nicht richtig funktioniert. Oft ist das der Fall, wenn bei einer Krebsoperation die Lymphknoten entfernt werden mussten. „Das Lymphsystem transportiert mit der Lymphe, einer Flüssigkeit zwischen den Zellen, verschiedene Stoffe wie Schlacke, Eiweißkörper, Fette, Bakterien und abgestorbene Zellen in die Vene. Wird die Flüssigkeit nicht abgeleitet, sammelt sie sich im Gewebe und verursacht ein Ödem“, erklärt Oberärztin Dr. Finkenrath. In Deutschland sind rund vier Millionen Menschen von Lymphödemen betroffen – viele davon sind therapeutisch nicht ausreichend versorgt.

Das weiß auch das Lymphnetzwerk Linker Niederrhein und verstärkt deswegen seine Aktivitäten für Patienten und Ärzte. So will das Netzwerk in Zukunft zum Beispiel die Angehörigen von Patienten schulen. „Wir wollen ihnen zeigen, wie die speziellen Kompressionsverbände, die viele Lymphpatienten tragen müssen, richtig angelegt werden“, berichtet die Ärztin. „Die Kompressionsverbände sind ganz wichtig für den Therapieerfolg. Beim Anlegen kommt es darauf an, alles richtig zu machen. Hier kann unser Netzwerk viel Wissen vermitteln.“ Ein weiteres Projekt des Netzwerks richtet sich an die behandelnden Hausärzte. "Wir wollen die Arzthelferinnen der Praxen in Sachen extrabudgetäre Heilmittelverordnung in der Lymphologie und bei der Dokumentation dieser chronisch erkrankten Patientengruppe weiter ausbilden und Hilfe anbieten", sagt Dr. Finkenrath. Die Moerser Hausärzte haben das Projekt bei ihrem Qualitätszirkel-Treffen im November bereits gern angenommen.

INFO
Lymph-Sprechstunde bei Frau Dr. Finkenrath jeden Freitag von 13-15 Uhr. Anmeldung im Sekretariat der Gefäßchirurgie Bethanien unter Tel. 02841 200-2392. Eine Überweisung von einem Facharzt ist notwendig.
Bethanienstraße 21
47441 Moers
Tel. 02841/200-0

© 2019 Bethanien
Datenschutzerklärung
Impressum



Beauftragter für Medizinproduktesicherheit
Kontakt-E-Mail:
marcus.eidmann@bethanienmoers.de