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30.4.2020

Arztbesuche nicht aufschieben

Mediziner des Krankenhauses Bethanien appellieren: Wer sich krank fühlt, soll auch in Corona-Zeiten unbedingt direkt zum Arzt oder direkt ins Krankenhaus

Mehr als 10.000 Menschen verfolgten die Pressekonferenz des Bethanien-Krankenhauses live auf der Facebook-Seite der WDR-„Lokalzeit aus Duisburg“
Während der Corona-Pandemie scheuen viele Patientinnen und Patienten mit Krankheitssymptomen fernab von Covid-19 einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen – sei es aus Angst vor einer möglichen Infektion mit dem Virus oder aus falsch verstandener Rücksicht auf das Gesundheitssystem, das die Patientinnen in der derzeitigen Situation nicht noch mehr belasten wollen.

Bei einem Pressegespräch machte das Krankenhaus Bethanien diese Woche vor Ort auf das Problem aufmerksam. Die Pressekonferenz am 27. April wurde von der WDR-„Lokalzeit aus Duisburg“ wieder live auf seine Facebook-Seite gestreamt – rund 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer haben sich die Übertragung inzwischen bereits angesehen. Der Bedarf an verlässlichen Informationen von versierten Medizinern ist demnach in der Bevölkerung immer noch enorm groß.

„Wir spüren derzeit eine allgemeine Verunsicherung der Menschen, die angesichts von Corona den Weg zum Mediziner scheuen. Die Ängste vor einer Ansteckung mit dem Virus beim Arzt oder im Krankenhaus sind aber völlig unbegründet“, betonte jetzt Dr. Ralf Engels, Vorstand der Stiftung Krankenhaus Bethanien. Patienten mit Verdacht auf Corona würden in separaten Räumen und von separatem Personal behandelt – selbst ein gesonderter Eingang wurde eingerichtet. Damit sei eine Ansteckung im Krankenhaus extrem gering.

„Bethanien hat schon frühzeitig die strengen Hygieneanordnungen des zuständigen Robert-Koch-Instituts umgesetzt, um größtmögliche Sicherheit für die Patienten und das Personal zu gewährleisten“, sagte Dr. Engels. So hätten die Beschäftigten im Krankenhaus in den letzten Wochen zusätzliche Schulungen erhalten. „Es gibt im Bethanien in der gegenwärtigen Situation auch keinen Mangel an Schutzmasken und Schutzkleidung“, so Dr. Engels. Bei den Medizinern bestehe allerdings der Eindruck, dass trotz aller Vorsichtsmaßnahmen im Gesundheitswesen Slogans wie „stay home!“ (Bleib zu Hause) von manchen Menschen offenbar falsch verstanden werden.

Darum appellierte Dr. Christoph Chylarecki, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses, an die gesamte Bevölkerung: Wer sich krank und schlecht fühle, solle unbedingt einen Arzt oder Notarzt konsultieren. Denn hinter harmlos erscheinenden Symptomen können oft schwerwiegende oder sogar lebensbedrohliche Krankheiten stecken, die unbedingt sofort medizinisch abgeklärt werden müssen. „Wir machen uns Sorgen, dass viele Patienten mit Beschwerden einfach zu Hause bleiben.“

Dies gilt auch für internistische Patienten. „In vielen Regionen in Deutschland aber auch weltweit sinkt in dieser Krise die Zahl der Patienten mit Brustschmerzen und Schlaganfällen. Gleichzeitig sehen wir viele Patienten, die einfach zu spät ins Krankenhaus kommen und dadurch mit vermeidbaren Folgeschäden leben müssen. Es gibt sogar Hinweise, dass Patienten zu Hause versterben, weil sie nicht ins Krankenhaus möchten. Das ist wirklich tragisch. Auch diese Patienten sind Opfer der Corona-Pandemie“ berichtete Prof. Dr. Stefan Möhlenkamp, Chefarzt der Kardiologie. „Wir befürchten eine große Bugwelle von nicht versorgten Notfällen, die ihre Symptome verschleppen.“

Die Chirurgin Dr. Petra Hinsenkamp berichtete, dass im ambulanten Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) der Stiftung Krankenhaus Bethanien die Zahl der Patienten, abhängig vom Fachbereich, um 30 bis 50 Prozent zurückgegangen sei. Gleiches gelte auch für die Praxen vieler niedergelassener Mediziner in Moers und Umgebung. Die Praxen des MVZ sowie das OP-Zentrum seien jedoch wie gewohnt geöffnet. „Jeder kann kommen und aufgrund unserer Sicherheitsmaßnahmen unbesorgt untersucht und behandelt werden. Wir bitten lediglich um eine telefonische Voranmeldung,“ so Dr. Hinsenkamp.

„Wir sind von den Bildern aus Spanien, Italien und New York geprägt. Glücklicherweise haben wir in Moers solche Probleme nicht“, konstatierte Prof. Dr. Möhlenkamp. Die Aufforderung, zu Hause zu bleiben gelte niemals für Notfälle oder unklare Beschwerden wie starke Schmerzen im Brust- oder Bauchbereich. Luftnot könne beispielsweise ein Symptom einer schweren Herzschwäche sein. Hier sei schnelles Handeln gefragt. „Rufen Sie in solchen Fällen den Notarzt an oder kommen Sie nach telefonischer Voranmeldung direkt ins Krankenhaus. Wir können Sie hier unter den besten Sicherheitsvorkehrungen versorgen.“

Das gilt übrigens auch im Falle von Schwangerschaft und Geburt. Wie Dr. Peter Tönnies, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe, sagte, ist es im Krankenhaus Bethanien auch in Zeiten von Corona ganz selbstverständlich, dass der Vater bei der Geburt dabei sein darf – selbst dann, wenn ein Elternteil oder beide Eltern vor der Geburt positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. Damit bezog sich der Chefarzt auf eine Stellungnahme des Deutschen Hebammenverbands, der kritisiert hatte, dass einige Geburtshilfen in Deutschland den Vätern derzeit nicht erlaubten, bei der Geburt dabei zu sein. Für Bethanien sei das kein Problem und daher „überhaupt kein Thema“. Es gebe keine Belege dafür, dass das Corona-Virus für werdende Eltern oder Neugeborene in besonderer Weise gefährlich sei. Deswegen können und sollen werdende Väter die werdenden Mütter im Krankenhaus Bethanien bei der Geburt jederzeit weiter unterstützen.

Im Blick auf die Corona-Fallzahlen konstatierte der Ärztliche Direktor Dr. Christoph Chylarecki für Bethanien übrigens eine „ausgeglichene Lage“. Im Krankenhaus wurden in den vergangenen Wochen mehr als 40 Patientinnen und Patienten mit Covid-19 behandelt. Bis auf einen Patienten konnten die meisten schon wieder gesund aus der Klinik entlassen werden. „Wir haben also ausreichend Kapazitäten auch für alle anderen Patientinnen und Patienten.“ Das besondere Behandlungskonzept der Lungenklinik Bethanien von Covid-19 hat inzwischen auch international Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Erfolge, die sie bei alternativen Beatmungsformen zur Intubation bei Covid-19 erzielt, machen auch anderen Experten Hoffnung.
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