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Krankheitsbilder Proktologie

Informationen für Patienten

Haben Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome im Afterbeich?
  • Juckreiz
  • Schmerzen, Brennen
  • Nässen, Ausfluss
  • Blutung
  • Warzenähnliche Hautveränderungen
  • Schwellungen, Tumore
  • Vorfall von Gewebe
  • Stuhlhalte- oder Stuhlentleerungsprobleme
… dann lassen Sie sich am besten von einem proktologisch versierten Kollegen untersuchen. Dies alles sind meist eher unspezifische Anzeichen für verschiedene mögliche Ursachen. Nicht alle Beschwerden im Afterbereich lassen sich auf Hämorrhoiden zurückführen, viele Erkrankungen zeigen sich durch ähnliche Symptome.

  • Akne inversa

    Was ist eine Akne inversa?

    Es handelt sich um eine Entzündung der Talgdrüsen und Haarfollikel, v.a. um After, Genitalien, in Achseln und Leisten. Diese Entzündungen breiten sich im Gewebe aus und können die Schweißdrüsen mit einschließen.

    Wie entsteht eine Akne inversa?

    Die Ursache einer Akne inversa ist noch unbekannt.

    Wie wird eine Akne inversa behandelt?

    Die Therapie besteht in der vollständigen Entfernung des entzündlichen Gewebes. Zuweilen können Gewebedefekte entstehen, die schlecht durch eine Naht zu verschließen sind. Hier ist in diesen Fällen eine offene Wundbehandlung oder ggf. eine Lappenplastik aus umliegendem Gewebe sinnvoll.


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  • Analfissur

    Was ist eine Analfissur und woran erkenne ich sie?

    Eine Analfissur ist ein Längsriss in der Schleimhaut des Analkanals. Da die Schleimhautregion sehr empfindlich ist, ist eine Verletzung hier stark schmerzhaft insbesondere während und eine Weile nach dem Stuhlgang. Die Schmerzen können so stark sein, dass manche Betroffene weniger essen, um Stuhlgang zu vermeiden. Außerdem kann es zu Blutspuren auf dem Toilettenpapier kommen oder Juckreiz um den After.

    Was sind die Ursachen für eine Analfissur?

    Harter, trockener Stuhlgang kann Ursache für einen akuten Riss in der Analschleimhaut sein. Andere Gründe sind zum Beispiel Durchfälle oder Entzündungen im Analbereich.

    Einer chronischen (länger als 4 Wochen bestehenden) Fissur können andere medizinische Probleme wie beispielsweise eine dauerhaft erhöhte Muskelspannung des inneren Schließmuskels zugrunde liegen, die den Stuhlgang erschwert.

    Kommt es erst einmal zu einem Einriss der empfindlichen Analschleimhaut, entsteht ein Teufelskreis. Es schmerzt, Sie „kneifen zu“, der Druck in Ihrem Schließmuskel erhöht sich. Hierdurch nimmt die für eine Wundheilung notwendige Durchblutung im Analbereich ab, da die kleinen Gefäße ebenfalls zugedrückt werden. Zusätzlich kommt es bei jedem erneuten Stuhlgang zu einem Aufdehnen oder gar erneuten Aufreißen der bereits vorhandenen Wunde, was wiederum sehr schmerzhaft ist.

    Im Hinblick auf den o.g. Teufelskreis der Fissurunterhaltung sind Konsistenz des Stuhlganges und Anspannungsgrad des Schließmuskels wichtige Faktoren.

    Wie wird eine Analfissur behandelt?

    Eine frische Fissur (bis ca. 4 Wochen) heilt häufig unter einer konservativen Behandlung aus. Hier steht die Regulation des Stuhlganges mit dem Ziel eines gut geformten Stuhles und die Entspannung des Schließmuskels im Vordergrund. Wichtig ist hier die Ernährung sowie ggf. temporär die Einnahme eines Stuhlweichmachers. Um die Schließmuskulatur zu entspannen sollten Sie mehrmals täglich eine schmerzlindernde Salbe aufgetragen. Bei Bedarf ist zu Beginn zudem ein Schmerzmittel in Tablettenform hilfreich. Ebenso können warme Sitzbäder zur Entspannung beitragen.

    Bei einer chronischen, nicht abheilenden Fissur ist die Behandlung in aller Regel ein kleiner chirurgischer Eingriff. Das schlecht heilende Gewebe wird bis zur Muskulatur entfernt, sodass eine Art Wundanfrischung entsteht. Innerhalb weniger Wochen nach der Operation sollte eine Heilung eintreten, der Schmerz lässt in der Regel schon einige Tage nach der Operation nach. Auch hier sind Stuhlregulierung und Entspannung der Schließmuskulatur essentielle Anteile der Behandlung.

    Sind Analfissuren gefährlich?

    Ein Krebsrisiko besteht bei einer Fissur nicht. Dauerhafte Beschwerden sollten jedoch untersucht werden, da bei anderen Erkrankungen ähnliche Symptome bestehen können.


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  • Analabszess

    Was ist ein Analabszess?

    Ein Abszess beschreibt eine Eiteransammlung im Gewebe. Die üblichen Anzeichen sind Rötung, Schwellung und Überwärmung. Kommt eine derartige Eiteransammlung im Gewebe um den After vor, besteht ein zunehmendes Druckgefühl, das Sitzen fällt zusehends schwerer. Manchmal entwickelt sich ein Abzess zwischen den beiden Schließmuskeln oder mehr in der Tiefe des Gewebes, sodass bei starken Schmerzen zuweilen keine äußerlichen Anzeichen sichtbar sind. Ausgehend ist ein Analabszess meist von einer Entzündung im Bereich der Duftdrüsen in der Tiefe der sogenannten Krypten im Übergangsbereich von Enddarm zum Analkanal. Findet die Eiteransammlung Anschluss an die Haut und kann sich so entlasten, besteht eine Fistel.

    Wie ist die Behandlung eines Analabszesses?

    Wie bei jeder Eiteransammlung muss diese eröffnet und der Eiter abgelassen werden. Dies geschieht operativ.


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  • Analfistel

    Was ist eine Analfistel? Welche Symptome macht sie?

    Von einer Analfistel spricht man bei einem Verbindungsgang zwischen einer analen Duftdrüse innerhalb des Analkanales nach außen zur Haut. In ca. 50% ist eine Analfistel Folge eines Abszesses, wenn dieser Anschluss an die Haut gewonnen hat. Ein Teil der Fisteln ist bei der Operation des Abszesses auffindbar. Ein anderer Teil entwickelt sich erst Wochen bis Monate später. Bis heute ist eine Fistelentstehung im Rahmen eines Analabszesses nicht vorhersagbar. Besteht ein derartiger Gang, kann es zu kontinuierlicher Sekretion aus diesem kommen. Dies merken Sie an einem Nässegefühl, Juckreiz, Brennen oder Ausbildung eines Ekzemes. Heilt die äußere Öffnung ab und verschließt sich, kann sich im Weiteren ein neuer Abszess entwickeln.

    Komplizierte Fistelsysteme mit schlechter Heilungstendenz finden sich bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (M. Crohn). Hier ist die Behandlung der Grunderkrankung essentiell.

    Wie ist die Behandlung einer Analfistel?

    Eine Analfistel heilt nicht von alleine ab, auch wenn sich die innere oder die äußere Öffnung zuweilen verschließen. Die Therapie besteht in der Entfernung des Fistelganges. Bei unteren Fisteln kann dies durch eine Spaltung geschehen. Bei ca. 30% der Patienten besteht eine hohe Analfistel. Hier muss zur Schonung der Schließmuskeln ein anderes Verfahren angewendet werden.

    Ist eine Analfistel gefährlich?

    Bei sehr lange bestehenden Fistelgängen mit lange andauernder chronischer Entzündung ist das Entartungsrisiko in seltenen Fällen erhöht. Daher ist auch diesbezüglich eine komplette Entfernung einer Analfistel anzustreben. Zudem besteht das Risiko einer erneuten Abszessentstehung bei verbleibender Fistel.


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  • Analer Juckreiz (Pruritus ani)

    Woher kommt analer Juckreiz?

    Ursachen gibt es viele für diesen oft nachts oder nach Stuhlgang auftretenden Drang, im Afterbereich zu kratzen. Juckreiz ist keine Erkrankung sondern ein Symptom. Häufiges, starkes Reinigen beispielsweise, insbesondere die Nutzung fertiger Feuchttücher, zerstört den schützenden Fettfilm der Haut. Feuchtigkeit um den After durch ständiges Schwitzen oder Undichtigkeiten des Afters mit Entweichen von Sekret, wie möglicherweise bei einem Tumor (gut- wie bösartig), Marisken, einer Fistel, Fissur oder Hämorrhoiden führen zu einer Dauerreizung der Haut bis zur Entwicklung eines Ekzemes. Einige Getränke und Nahrungsinhaltsstoffe (z.B. Koffein, Citrushaltiges, Bier…), eine Wurmerkrankung, Pilzbefall (Tinea, Candidose), Feigwarzen, Erythrasma (bakterielle Erkrankung) oder Hauterkrankungen wie Psoriasis inversa und ein Lichen können weitere Ursachen für Juckreiz sein.

    Wie wird er behandelt?

    Zunächst einmal steht die Ursachensuche im Vordergrund. Findet sich eine der o.g. speziellen Ursachen, ist gegebenenfalls eine besondere Behandlung notwendig. Grundsätzlich sollten die o.g. Nahrungsmittel und Getränke möglichst gemieden werden. Es ist wichtig, die Haut um den After trocken zu halten. Als Schutz der bereits angegriffenen Haut kann zunächst „Babypopocreme“ mehrfach täglich aufgetragen werden. Verwenden Sie zur Reinigung nur Wasser und tupfen Sie trocken. Hautläsionen durch eine übermässige Manipulation sowie die Verwendung von Fertig-Feuchttüchern sollte ebenfalls vermieden werden. Versuchen Sie, nicht zur kratzen, falls es Sie juckt - hierdurch unterhalten Sie einen Teufelskreis aus zusätzlicher Ausschüttung von körpereigenen Substanzen (Histamin), die wiederum vermehrten Juckreiz verursachen.

    Der Juckreiz sollte sich innerhalb von 1-2 Wochen bessern. Eine Kontrolluntersuchung im Verlauf ist empfehlenswert, um den Behandlungserfolg zu sichern und gegebenenfalls eine der möglichen zugrunde liegenden Ursachen ausfindig zu machen.


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  • Analpolyp

    Was ist ein Analpolyp?

    Ein Analpolyp oder Analfibrom ist ein harmloses gestieltes „Anhängsel“, eine Hypertrophie, d.h. Vergrößerung der im Bereich der Linea dentata gelegenen Analpapillen.

    Was für Beschwerden werden durch einen Analpolypen verursacht? Muss er behandelt werden?

    Im Allgemeinen macht ein Analpolyp keine Beschwerden. Je nach Größe kann er durch Vorfallen in den Analkanal oder gar nach außen vor den After zu Undichtigkeit mit Nässen, Jucken und Ekzem führen. Ist dies der Fall, ist eine operative Entfernung und feingewebliche Untersuchung zu empfehlen. Die Nachbehandlung erfolgt mit Schmerzmitteln, Schmerzsalbe, Stuhlregulation und Sitzbädern.


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  • Analcarcinom

    Was ist ein Analcarcinom?

    Von einem Analcarcinom spricht man, wenn Zellen des Analkanales oder des direkten Analrandes (Haut oder Schleimhautzellen) entarten. Es handelt sich um eine seltene Krebserkrankung. Bei unspezifischen, einer Hämorrhoidalerkrankung ähnlichen Symptomen, wird ein Analcarcinom jedoch häufig als solche verkannt.

    Woran erkenne ich ein Analcarcinom?

    Die Symptome sind unspezifisch. Blutung, Fremdkörpergefühl, Nässen, Jucken, Schmerzen, Änderung des Stuhlverhaltens, „Bleistiftstühle“, Ausfluss oder geschwollene Leisten-Lymphknoten können Hinweise sein und sollten abgeklärt werden.

    Gibt es Risikofaktoren?

    Ja. Risikosteigernde Faktoren sind laut Literatur Alter über 50, Feigwarzen (Papillomavirus), ds Vorliegen einer Immunschwäche, stattgehabte lokale Bestrahlung, lokale chronische Entzündungen unterschiedlicher Genese (Fisteln, Wunden) sowie häufiger Analverkehr.
    Zur Vorsorgeuntersuchung gehört die rektale Untersuchung, ein Test auf Blut im Stuhl sowie die Durchführung einer Vorsorgecoloscopie ab dem 50. Lebensjahr.

    Wie ist die Behandlung?

    In aller Regel wird ein Analcarcinom mit Bestrahlung und Chemotherapie behandelt. Dies bringt heutzutage bezüglich der Erkrankung ebenso gute Ergebnisse wie eine operative Entfernung. Der große Vorteil hierbei ist der Erhalt der Schließmuskeln, sodass in aller Regel die Kontinenz bewahrt werden kann. Bei kleinen, zunächst unklaren Befunden oder sehr selten als ultima ratio-Behandlung ist eine operative Entfernung sinnvoll. Wie bei allen Krebserkrankungen ist die Nachsorge wichtig, um ein erneutes Auftreten so früh wie möglich zu erkennen.


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  • Darmkrebs

    Dickdarm- und Mastdarmkrebs gehören zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Bei frühzeitiger Diagnose ist häufig eine Heilung möglich. Da in aller Regel insbesondere in der Frühphase der Darmkrebsentwicklung keine Beschwerden auftreten, ist eine Vorsorgeuntersuchung mit der Suche nach Blut im Stuhlgang (Haemoccult-Test), eine sogenannte rektal-digitale Untersuchung (die „Hafenrundfahrt“) sowie eine Dickdarmspiegelung (Coloscopie) zu empfehlen. Insbesondere also wenn sie Blut im Stuhl oder eine Veränderung des Stuhlverhaltens bemerken, sollte eine weiterführende Untersuchung stattfinden.

    Wie entsteht Darmkrebs?

    Die meisten Dickdarmkrebse entstehen mit der Zeit aus gutartigen Veränderungen. Im Rahmen einer Vorsorgedarmspiegelung wird nach derartigen Adenomen geschaut. Sind sie nicht zu groß, können sie meist entfernt werden.

    Gibt es Risikofaktoren für die Erkrankung an Darmkrebs?

    Ja. Zum einen spielt das Alter eine Rolle. Sich im Darm ausbildende Adenome können mit der Zeit entarten. Zudem ist die eigene Krankengeschichte wichtig. Besteht beispielsweise eine Colitis ulcerosa? Lagen andere Krebserkrankungen vor? Welcher Art sind die vorhandenen Polypen? Gab es in Ihrer Familie bereits Darmkrebs?

    Wie ist die Behandlung?

    Bei Dickdarmkrebs ist nach der Diagnose in aller Regel zunächst eine Operation durchzuführen, um den Krebs-tragenden Darmanteil zu entfernen. Nach der Operation ist je nach Ausdehnung der Erkrankung ggf. eine Chemotherapie zu empfehlen.
    Bei Enddarmkrebs ist je nach Befund vor der Operation eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie sinnvoll.


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  • Ekzem

    Was ist ein Ekzem?

    Auch hierbei - ähnlich wie beim Analen Juckreiz - handelt es sich um ein Symptom, d.h. verschiedene zugrunde liegende Ursachen sind möglich.
    Undichtigkeiten des Afters, sodass Schleim oder Stuhlanteile abgehen und die Haut um den After befeuchten, Pilze oder Wurmerkrankungen, Virusleiden (Warzen), Bakterielle Besiedlung (Erythrasma) oder Hauterkrankungen (Psoriasis…) können neben allergischen Reaktionen auf Medikamente, Waschmittel, Inhaltsstoffe von Seifen etc., ernährungsbedingte Reize (z.B. Bier, Säfte, Koffein, Obst, Popcorn…) oder übermäßige Analhygiene ursächlich sein.

    Wie wird ein Ekzem behandelt?

    Die Therapie richtet sich, wie beim Juckreiz, zum einen nach der Grunderkrankung. Zum anderen ist das Trockenhalten der Haut und das Abdecken mit Babypopocreme, das Vermeiden übermäßiger Reinigungsmaßnahmen sowie das Credo „nur Wasser und trocken tupfen“ das A und O.


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  • Feigwarzen (Afterwarzen, Condylomata accuminata)

    Was sind Afterwarzen? Was machen sie und woher kommen sie?

    Afterwarzen können einzeln oder beetartig vorkommen. Mit der Zeit werden sie größer und vermehren sich. Da die einzelne Warze keine Beschwerden im eigentlichen Sinne macht, kommt es oft erst bei starkem Befall zu Nässen, Jucken oder Blutspuren, eine adäquate Reinigung kann behindert sein.

    Ursächlich ist eine Infektion mit einem Humanen Papillomavirus (HPV), der von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Dies geschieht häufig durch Geschlechtsverkehr. Daher sind ungeschützter Verkehr und ein häufiger Partnerwechsel neben einer Immunschwäche als wesentliche Risikofaktoren zu sehen. Sie können sich jedoch auch im Schwimmbad oder in der Sauna beispielsweise anstecken.

    Müssen die Warzen behandelt werden?

    Ja, da sie an Anzahl und Größe zunehmen. Zudem besteht ein Entartungsrisiko nach langem Verlauf.

    Wie sieht die Therapie aus?

    Unerlässlich ist die Mituntersuchung des Partners!
    Handelt es sich um einzelne und äußerliche Warzen, kann ggf. Imiquimod (Aldara 5%) Creme angewendet werden. Diese Behandlung muss sehr präzise durchgeführt und oft mehrfach wiederholt werden, d.h. es handelt sich um eine Behandlung über Wochen.

    Bestehen größere, mehrere oder beetartige Herde oder finden sich intraanale Condylome, sollte zu einer der verschiedenen operativen Techniken gegriffen werden.
    Ganz wichtig sind engmaschige regelmäßige Kontrollen bis einige Monate nach der Behandlung. Das Virus kann in tieferen Gewebsschichten oder an anderen Körperstellen überleben und daher erneut Warzen bilden, sodass die Rezidivgefahr sehr hoch ist.


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  • Hämorrhoiden

    Was sind Hämorrhoiden?

    Hämorrhoiden sind natürliche Schwellkörper, bestehend aus einem Gefäßgeflecht von Venen und Arterien, am Ende des unteren Enddarmes am Übergang zum Analkanal, Diese Gefäßpolster sind mit Enddarmschleimhaut überzogen. Jeder hat sie. Jeder braucht sie. Neben den Schließmuskeln (grobe Kontinenz) sind sie für die „Feinabdichtung“ notwendig. Dies ist ein komplexer Mechanismus. Spannt der Schließmuskel an, kann das Blut nicht mehr abfließen. Dadurch schwillt das Gefäßgeflecht an und dichtet zusätzlich ab. Wird der Muskel zur Darmentleerung entspannt, fließt Blut ab und der Stuhl kann sich entleeren.

    Was ist das Hämorrhoidalleiden?

    Im Volksmund spricht man von Hämorrhoiden, meint hingegen eigentlich das Hämorrhoidalleiden. Durch die Vergrößerung der o.g. normalerweise vorhandenen Gefäßpolster und das langsame „nach außen drücken“ derselben kann es zu verschiedenen Symptomen - Blutungen, Nachschmieren, Jucken, Nässen, Brennen, ein Schwellungsgefühl im Afterbereich, selten Schmerzen - kommen. Diese Vergrößerung und Lageveränderung der Gefäßpolster wird je nach Ausprägung des „Tiefertretens“ in den Analkanal eingeteilt in vier Grade. Allerdings sieht man meistens eine Mischform nebeneinander.
    I. nicht zu tasten, nur im Proktoskop sichtbar
    II. bei Pressen kurz hervorkommend, spontan zurückgehend
    III. bei Pressen hervorkommend, digital reponibel
    IV. dauerhaft außen liegend

    Was sind die Ursachen für die Entwicklung eines Hämorrhoidalleidens?

    Ursächlich für die Entwicklung einer Vergrößerung und Verlagerung der normalen Gefäßpolster sind Blutabflussstörungen (z.B. bei schwangeren Frauen) und Lageveränderung durch Bindegewebsschwäche. Ballaststoffarme Ernährung und harter Stuhlgang beispielsweise führen zu viel und starkem Pressen, wodurch ständig Druck aufgebaut wird. Bei Verstopfung wirkt ebenso permanent ein großer Druck gegen die verschlossenen Schließmuskeln. Hierdurch kommt es zu einem Überanschwillen der Gefäßpolster und in der Folge zu einer Vorwölbung der Hämorrhoiden. Auch eine regelmäßige Nutzung von Abführmitteln begünstigt die Entwicklung eines Hämorrhoidalleidens.

    Welche Beschwerden machen Hämorrhoiden? Woher kommt das?

    Die häufigsten Symptome sind Blutungen, Nachschmieren, Jucken, Nässen, Brennen, ein Schwellungsgefühl im Afterbereich, selten Schmerzen. Eine Störung des Feinverschlusses hat den Abgang von Darmschleim zur Folge, was zu Stuhlschmieren und dadurch Nachschmieren und Nässen führt. Hierdurch kann es zu einer lokalen Hautreizung um den After kommen mit Jucken, Brennen und der Entwicklung eines Ekzems. Kommt es zu einer oberflächlichen Verletzung der Gefäßpolster, beispielsweise durch harten Stuhlgang und starkes Pressen, kann es zu Blutabgängen, meist hellrot auf dem Toilettenpapier zu bemerken, kommen. Fällt Gewebe schließlich vor, spüren Sie eventuell eine Schwellung und ein Druckgefühl.

    Diese Beschwerden sind häufig und oft aus Scham verschwiegen. Zudem sind sie sehr unspezifisch, d.h. es sind die gleichen Symptome wie bei anderen, auch bösartigen, Erkrankungen des Afterbereiches. Daher ist eine proktologische Untersuchung notwendig.

    Wie werden Hämorrhoiden behandelt?

    Grundsätzlich und dauerhaft ist zu beachten, dass es nicht zu wiederholtem starken Pressen beim Stuhlakt kommt. Stattdessen ist das Ziel, eine gut geformte Stuhlsäule zu erreichen. Hierzu sind eine ausgewogene ballaststoffreiche Kost, eine Trinkmenge von 2-3 Litern täglich und körperliche Betätigung wichtig.

    Eine gezielte Behandlung der Hämorrhoiden unterscheidet sich je nach Ausprägung und Vorhandensein von Beschwerden. Bei symptomatischen erstgradigen Hämorrhoiden ist eine Sklerosierung möglich. Hier wird ein Mittel in die Gefäßpolster und knapp oberhalb gespritzt, sodass diese verkleben und schrumpfen. Dieses Verfahren muss mehrfach durchgeführt werden und ist daher ein langwieriges Procedere. Im Stadium können Gummibandligaturen zur Anwendung kommen. Außerdem ist die Durchführung einer schmerzarmen Operation, der Hämorrhoidalarterienligatur mit Anlage von Raffnähten (rectoanales Repair), möglich. Da es häufig Mischformen mit Übergang von erst- und zweitgradigen Hämorrhoidalvergrößerungen gibt, sehen wir hier den Vorteil in der sehr wenig invasiven operativen Versorgung. Bei dritt- und viertgradigen Hämorrhoiden ist eine operative Maßnahme notwendig. Die Verfahren hierzu sind die besagte Verknotung der in die Gefäßpolster ziehenden Gefäße (HAL), die Anlage von Raffnähten (RAR), das Wegschneiden der Hämorrhoidalpolster mit oder ohne Verschluss der Wunde im Analkanal (Milligan Morgan und Modifikationen) oder eine Versorgung mit einem Rundklammernahtgerät (nach Longo). Am allerwichtigsten ist die gute Indikationsstellung zu einer Maßnahme. Verschiedene Verfahren können problemlos kombiniert werden.


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  • Marisken

    Was sind Marisken und woher kommen sie?

    Marisken sind überschüssige Hautläppchen um den After. Sie entstehen oft als Residuen nach einer Analvenenthrombose. Ähnlich aussehend, jedoch auf ein anderes Krankheitsbild hinweisend, sind sogenannte Vorpostenfalten wie sie bei einer chronischen Fissur vorkommen.

    Sind Marisken gefährlich?

    Marisken haben keinen Krankheitswert. Sie können jedoch die Analhygiene stören, Ursache von Nässen und somit von Juckreiz und Ekzem sein. Ist dies der Fall oder stören sie das ästhetische Empfinden, kann eine operative Entfernung aus kosmetischen oder hygienischen Gründen erwogen werden.


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  • Mastdarmvorfall (Rectumprolaps)

    Was ist ein Mastdarmvorfall?

    Von einem Mastdarmvorfall spricht man, wenn sich das oberhalb des Analkanals liegende Darmgewebe in sich einstülpt und im Maximalfall nach außen vor den After vorfällt. Dies kann beim Husten, Niessen, Heben schwerer Lasten, während des Stuhlganges (beim Pressen) oder auch spontan geschehen.

    Je nachdem, wie tief und wie lange das Mastdarmgewebe vorfällt, kann man eine Einteilung vornehmen. Bei einem Mastdarmvorfall ersten Grades handelt es sich um eine innere Einstülpung des Darmes. Die Beschwerden sind eher die einer Stuhlentleerungsstörung. Ist die Mastdarmschleimhaut sichtbar, geht jedoch spontan zurück, handelt es sich um einen Vorfall zweiten Grades. Muss die Schleimhaut mit Hilfe der Finger zurückgedrückt werden, besteht ein Vorfall dritten Grades. Ist diese Reposition nicht mehr möglich, die Schleimhaut äußerlich fixiert, kann sie anschwillen und stark schmerzen. In der Folge kann Darmgewebe schlecht durchblutet sein und absterben.
    Zu unterscheiden hiervon ist ein sogenannter Analprolaps, wie er bei einem ausgeprägten Hämorrhoidalleiden vorkommt. Hier handelt es sich um Gewebe des Analkanales, welches nach außen vorfällt.

    Was sind die Ursachen für einen Mastdarmvorfall?

    Neben langem Pressen (z.B. chronische Verstopfung) oder chronischem Durchfall sind v.a. bei Frauen höheren Alters eine Kombination aus stattgehabten Geburtstraumata mit Verletzungen des Schließmuskels, eine Beckenbodenschwäche durch Verlust elastischer Fasern und Ersatz derselben durch kollagenhaltige Strukturen sowie eine Schwächung bandartiger Strukturen, die den Mastdarm im Becken befestigen ursächlich. Auch eine Gebärmutterentfernung destabilisiert das Becken. Zudem ist anatomisch im Bereich des Darmausganges ein größerer Durchmesser zu finden als in den oberen Abschnitten.

    Wie sind die Beschwerden eines Mastdarmvorfalles?

    Zum einen kommt es durch das vorfallende Gewebe zu einem Druck- und Schwellungsgefühl im Afterbereich, Sitzen kann ein starkes Druckgefühl nach sich ziehen und sehr unangenehm sein. Je nach Ausprägungsgrad des Vorfalles kann das Gewebe teils mit Hilfe der Finger zurück nach innen gedrückt werden. Verbleibt Schleimhaut im Bereich des Analkanales oder außerhalb des Afters, ist die Schließfunktion der Muskulatur gestört, es kommt zu unkontrollierbarem Schleim- oder Stuhlabgang und damit zur Inkontinenz. Sie spüren gegebenenfalls ein Nässen oder Jucken, ein Ekzem kann sich durch die Hautreizung ausbilden. Ebenso kann das außenliegende Schleimhautgewebe durch Reibung bluten, Geschwüre können sich ausbilden. Bei lange bestehendem Mastdarmvorfall kann es zu einer Schließmuskelschwäche kommen durch dauerhafte Überdehnung. Bei Vorhandensein eines inneren, also inkompletten, Vorfalles können sich die Beschwerden in Form von Stuhlentleerungsstörungen zeigen.

    Wie stellt man einen Mastdarmvorfall dar?

    Zunächst einmal wird die normale proktologische Untersuchung durchgeführt. Nach einem Gespräch über Beschwerden und gezielte Nachfragen wird der Afterbereich angeschaut - in Ruhe sowie während des Pressens. Bei großen Befunden sieht man hier bereits eindeutig den Vorfall. Gegebenenfalls wird eine kleine Spiegelung des Analkanales und des Mastdarmes, sowie eine Messung des Schließmuskeldruckes angeschlossen. Zur Klärung des genauen Stuhlverhaltens wird häufig die Durchführung einer Defäkographie veranlasst. Hier wird die Mechanik des Stuhlgangsprozesses nachvollzogen.

    Wie wird ein Mastdarmvorfall behandelt?

    Im Stadium III und IV ist eine operative Versorgung notwendig, im Stadium II ist je nach Beschwerdebild ebenfalls eine Operation sinnvoll. Hierzu kommen verschiedene Verfahren von afterwärts oder abdominell (durch den Bauch) in Frage. Je nach Größe des Vorfalles, Beschwerdebild und Zustand des Patienten ist eine passende Behandlung zu besprechen. Begleitende Maßnahmen wie Stuhlregulation, Schließmuskeltraining (Biofeedback), Beckenbodentraining und ggf. Ernährungsumstellung sind in jedem Falle wichtig. Eine ausführliche Aufklärung über die Entstehung von Rezidiven, d.h. dem Wiederauftreten eines Vorfalles, der Demaskierung einer Inkontinenz bei Schließmuskelschwäche, die erst nach Entfernen des vorfallenden Gewebes auffällig wird, sowie der möglichen Notwendigkeit von Folgeoperationen ist ebenso essentiell.


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  • Morbus Crohn

    Was ist Morbus Crohn?

    Es handelt sich beim M. Crohn um eine entzündliche Darmerkrankung, die im Bereich des gesamten Verdauungssystemes, häufig jedoch am Übergang des Dünndarmes zum Dickdarm, vorkommen kann. In der Darmwand findet eine starke Abwehrreaktion statt, wodurch es zu einer Entzündung kommt, die sich in alle Darmwandschichten ausbreiten, die Wand schädigen, verdicken, dadurch das Darmrohr verengen und auch Verbindungsgänge (Fisteln) von Darm zu Darm oder zu anderen Organen ausbilden kann.

    Woher kommt der Morbus Crohn?

    Die genaue Ursache dieser Erkrankung ist weiterhin unklar. In der Diskussion sind immunologische und auch bakteriologische Ursachen, eine psychosomatische Beteiligung wird ebenfalls diskutiert. Am häufigsten tritt ein M. Crohn zwischen dem 16.-40. Lebensjahr auf. Dies geschieht mit familiärer Häufung und v.a. in der nördlichen Klimazone.

    Woran erkenne ich einen Morbus Crohn?

    Die Symptome können sehr vielfältig sein, da unterschiedliche Darmbereiche befallen sein können. Häufig ist ein schubartiger Verlauf mit Bauchschmerzen und Durchfällen. Gewichtsreduktion und Mangelerscheinungen können bei einer starken Entzündung im Nahrungsmittel-resorbierenden Dünndarm auftreten. Ebenso sind wiederkehrende Fisteln und Abszedierungen im Analbereich hinweisend auf die Möglichkeit einer Crohnerkrankung. Bei Verdacht auf eine Crohnerkrankung ist eine gastroenterologische sowie ggf. chirurgische Abklärung angebracht.

    Wie behandelt man den Morbus Crohn?

    Es ist wichtig zu wissen, dass eine Heilung der Erkrankung bis zum heutigen Tag nicht möglich ist, da der gesamte Verdauungstrakt betroffen sein kann. Eine medizinische Behandlung mit Entzündungshemmern, Cortisonpräparaten, bei schweren Verläufen Immunsuppressiva und eine gastroenterologische Anbindung steht im Vordergrund. Chirurgische Maßnahmen sollten nur bei Auftreten nicht zu beherrschender Komplikationen nach interdisziplinärer Absprache durchgeführt werden. Dies wären beispielsweise ein Darmverschluss durch eine starke Verengung des Darmrohres, die nach Anbehandlung keine Besserung zeigt, bei Anämie durch rezidivierende Blutungen auf Basis der Entzündung und Fistelungen zu anderen Darmbereichen oder Organen sowie Abszedierungen. Insgesamt gilt: so wenig Chirurgie wie möglich.


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  • (Peri-) Analvenenthrombose

    Was ist eine (Peri-) Analvenenthrombose und woran erkenne ich sie?

    Ursache einer Analvenenthrombose ist ein plötzlich auftretendes Blutgerinnsel (Thrombose) in den Unterhautfettgewebs-Venen des Analrandes. Ausgelöst werden kann die Entwicklung eines solchen Gerinnsels durch starkes Pressen bei hartem Stuhl, Durchfälle, in der Schwangerschaft, bei schwerem Heben, bei körperlicher Anspannung (oft mit „Zukneifen“ des Afters) oder ohne erkennbare Ursache.
    Innerhalb kurzer Zeit entwickelt sich ein (oder mehrere) sehr schmerzhafter harter, oft bläulich aussehender Knoten am Analrand. Bei oberflächlichen Verletzungen dieses Knotens kann es zu Blutabgängen kommen. Analvenenthrombosen bilden sich in aller Regel innerhalb von 3-4 Wochen zurück. Insbesondere bei großen Analvenenthrombosen kann ein überschüssiges Hautläppchen, eine sogenannte Mariske, verbleiben, da die im Rahmen der Schwellung ausgedehnte Haut nicht immer komplett „zurückschrumpft“.

    Wie behandelt man Analvenenthrombosen?

    Meist ist eine konservative Behandlung ausreichend. Der Körper baut ein solches Blutgerinnsel in aller Regel im Laufe einiger Wochen selbst ab, so, wie Sie es bei Blutergüssen kennen. Zur Unterstützung ist zu Beginn eine Behandlung mit Schmerztabletten, die lokale Anwendung von Schmerzsalbe sowie einer die Resorption unterstützenden Salbe im Bereich der Schwellung und die Unterstützung der Stuhlregulation durch Weichmacher wie Paraffinöl, faserreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr sinnvoll. Ebenso können Sitzbäder Beschwerden lindern. Je nach Größe der Analvenenthrombose und Stärke der Beschwerden kann im Einzelfall eine operative Therapie angewandt werden.

    Wichtig zu unterscheiden von einer Analvenenthrombose ist eine (teil)thrombosierte Hämorrhoide. Diese kann ähnlich starke Schmerzen und auch Blutungen verursachen. Das Gerinnsel findet sich jedoch nicht in den oberflächlichen Analrandvenen sondern im Bereich des Hämorrhoidalpolsters. Hier ist eine operative Behandlung indiziert.


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  • Rectovaginale Fistel

    Was ist eine rectovaginale Fistel?

    Eine rectovaginale Fistel ist eine Verbindung zwischen dem Mastdarm und der Scheide. Da eine derartige Verbindung immer von Krankheitswert ist und bei den Patientinnen meist einen hohen Leidensdruck erzeugt durch unkontrollierbare Luft- oder Stuhlabgänge über die Scheide, ist die Behandlung der operative Verschluss. Hier gibt es verschiedene Verfahren, je nach Lokalisation der Fistel. Nach der Operation ist der Darm für etwa eine Woche ruhigzustellen, um der Naht Ruhe zum Heilen zu verschaffen. Aus diesem Grunde ist auch eine Nahrungskarenz von einer Woche mit kalorienhaltiger Ernährung durch eine Vene zu empfehlen.


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  • Rectumpolypen

    Was sind Rectumpolypen / Adenome?

    Rectumpolypen sind gutartige Wucherungen, die sich im Rectum, also dem Mastdarm, befinden. Sie können in gestielter Form (ca. 90%),villös, das heißt breitbasiger (10%), oder als eine Mischform (1%) vorkommen.

    Sind diese Polypen gefährlich?

    Es besteht ein Entartungsrisiko dieser Polypen. Dieses ist beispielsweise umso höher, je größer sie sind. Auch gibt es vererbbare Erkrankungen mit erhöhtem Risiko, Polypen auszubilden, die zu 100% entarten werden (FAP, Peutz-Jeghers Syndrom, Gardner Syndrom).

    Wie zeigen sie sich

    ?In aller Regel bestehen keine Symptome, sodass Sie die Polypen meist nicht bemerken. Blutabgang aus dem After ist eine mögliche Auffälligkeit, die daher unbedingt weiter abzuklären ist. Bei villösen Polypen kann es zu Schleimproduktion und dadurch Durchfall kommen. Wenn Polypen sehr groß sind, können sie bei Pressen aus dem After heraustretenn oder gegebenenfalls das Darmlumen verlegen. Festgestellt werden Polypen im Rahmen einer Dickdarm- oder Mastdarmspiegelung. So können sie in aller Regel in gleicher Sitzung auch entfernt werden. Bei Bedarf kann eine operative Entfernung des lokalen Befundes oder des polypentragenden Dickdarmanteiles notwendig sein.


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  • Reizdarmsyndrom

    Was ist das Reizdarmsyndrom?

    Von einem Reizdarmsyndrom spricht man, wenn sich immer wieder die gleichen Symptome zeigen, die keiner bekannten Erkrankung zugeordnet werden können. Ganz wichtig ist daher, eine definierte, insbesondere entzündliche oder bösartige Erkrankung auszuschließen, bevor man von einem Reizdarmsyndrom spricht.

    Dies bedeutet, die Ursache der Beschwerden ist letztlich unklar. Das ist nicht gleichzusetzen mit „Sie haben keine Beschwerden und bilden sie sich nur ein“. Es werden Ernährungsfaktoren diskutiert. Daneben ist auch schon im Sprachgebrauch durch Sätze wie „Schiss in der Hose“ eine Verbindung von psychischen Faktoren wie Angst oder Stress und dem Nervensystem und Darm beschrieben.

    Was sind die Symptome beim Reizdarmsyndrom?

    Meist nach schneller oder großer Mahlzeit werden Bauchschmerzen, Verstopfungsempfinden, imperativer Stuhldrang mit schleimigem Durchfall oder vor allem tagsüber viele Winde beschrieben. Der Bauch rumort häufig sehr. Dies, sowie der Abgang von Durchfall, können durch eine gesteigerte Darmtätigkeit erklärt werden, die die Nahrung demnach auch zügiger vorantreibt. Nach Wind- oder Stuhlabgang sind die Beschwerden gelindert. Wichtig ist: Bei Auftreten von Blut im Stuhl sollte eine Abklärung erfolgen, da dies nicht zu den Symptomen eines Reizdarmsyndromes gehört.
    Insgesamt sind Frauen etwa dreimal häufiger betroffen.

    Wie kann die Diagnose gestellt werden?

    Die körperliche Untersuchung ist in aller Regel wenig ergiebig. In einer Ultraschalluntersuchung des Bauches, einer Dickdarmspiegelung sowie weiteren bildgebenden Verfahren findet sich kein Nachweis einer definierten, die Beschwerden erklärenden Erkrankung bei jedoch in der Beobachtung konstant vorhandenen Symptomen. Erst wenn dieser Ausschluss bekannter Erkrankungen erfolgt ist, kann man von einem Reizdarmsyndrom sprechen. Eine psychologische bzw. psychosomatische Unterstützung ist oft hilfreich.

    Kann man das Reizdarmsyndrom behandeln?

    Da die Ursache bisher unklar ist, ist auch eine gezielte Behandlung schwierig. Wichtig scheint, im Körper eine Balance zu schaffen. Schlecht verträgliche Lebensmittel, inbesondere stark blähende, wie z.B. Kohl, rohe Zwiebeln etc, sollten gemieden werden. Eine ausgeglichene Diät ohne große Exzesse mit häufigen, kleinen, faserreichen Mahlzeiten scheint angenehm. Darmberuhigende und verlangsamende Substanzen wie beispielsweise Fenchel- oder Kümmeltee sind hierzu ebenso anzuraten. Eine regelmäßige körperliche Aktivität und Stressreduktion durch Entspannungstraining führen ebenfalls zur Balance von Körper und Geist. Rauchen scheint für das Reizdarmsyndrom förderlich. Ees gibt Hinweise auf Besserung der Beschwerden unter Hypnotherapie.

    Ist ein Reizdarmsyndrom gefährlich?

    Nein. Jedoch sollte bei Veränderung der Beschwerden, insbesondere bei Blut im Stuhl, eine erneute Abklärung zum Ausschluss einer unabhängigen Erkrankung erfolgen.


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  • Steißbeinfistel-Entzündung (infizierter Sinus pilonidalis)

    Was ist eine Steißbeinfistel?

    Eine Steißbeinfistel-Entzündung ist eine Hautentzündung in der Gesäßfalte. Ursächlich ist wahrscheinlich ein in das Unterhautgewebe eingewandertes, abgebrochenes Haar. Männer sind etwa 3x häufiger betroffen als Frauen. Der Verlauf kann unterschiedlich sein. Manche Patienten zeigen eine kleine lokale „pickelartige“ Schwellung, bei manchen Patienten entleert sich Flüssigkeit. Wenn es zu einer Entzündung kommt, entwickelt sich eine schmerzhafte, gerötete und überwärmte Schwellung im Steißbeinbereich, es kommt zu Eiterentwicklung, einem Steißbeinabszess.

    Wie ist die Behandlung, welche Verfahren gibt es?

    Ein Steißbeinabszess kann nur durch chirurgische (oder spontane) Entlastung des Eiters zur Besserung gelangen. Auch eine Steißbeinfistel heilt nicht definitiv aus, ohne in einer der diversen möglichen operativen Verfahren entfernt zu werden. Hier ist es wichtig, in welcher Ausprägung sich die Fistel zeigt. Handelt es sich um eine Akutsituation mit Eiterverhalt, sollte dieser zeitnah abgelassen werden. Besteht eine Fistelöffnung ohne jeglichen Flüssigkeitsaustritt oder Beschwerden, besteht kein zwingender Handlungsbedarf. Jedoch ist das Risiko, eine Eiteransammlung zu entwickeln, erhöht. Bei wiederkehrenden Beschwerden wie beispielsweise Nässen oder Schwellungen lokal sollte ebenfalls eine operative Maßnahme ergriffen werden. Wichtig ist, dass der Fistelgang sowie die zystenartige Höhle im Unterhautfettgewebe komplett entfernt werden.

    Ein auch heute noch sehr gängiges Verfahren ist das spindelförmige Ausschneiden des Befundes mit Offenbelassen der Wunde, damit sie sich langsam aus der Tiefe heraus verschließt. Dies dauert oft 2-3 Monate, in denen Sie die Wunde gut sauber halten müssen.

    Wir führen, wenn es der Befund erlaubt, in der Akutsituation eine lokale Entlastung durch und dann in der Folge, bei zur Ruhe gekommenem Gewebe die Exzision mit Verschluss der Wunde in gleicher Sitzung. Eine Wundheilungszeit von etwa 3 Wochen sowie eine Entlastung der Verschiebeplastik ist notwendig. Falls in der Region um die Rima ani eine starke Behaarung besteht, sollten Sie sich auch nach der Operation regelmäßig dort „enthaaren“, um so gut wie möglich einem Wiederauftreten entgegenzuwirken. Eine Laserhaarentfernung ist oft sinnvoll.


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  • Stuhlgang

    Was ist normal? Wie soll er sein?

    Medizinisch „normal“ ist ein Stuhlgang 3x täglich bis 3x pro Woche. Wichtiger als die Frequenz ist die Stuhlbeschaffenheit, die Konsistenz des Stuhlganges. Ist er zu hart, müssen Sie stark pressen. Geschieht dies regelmäßig, erhöht sich das Risiko, eine Hämorrhoidalerkrankung auszubilden oder z.B. eine Analfissur zu erleiden. Ebenso zu vermeiden ist Durchfall, da auch hierdurch anale Beschwerden ausgelöst und unterhalten werden können. Wünschenswert ist eine gut geformte Stuhlsäule, die man ohne zu pressen entleeren und auch problemlos halten kann.

    Was kann ich für einen „guten Stuhlgang“ tun?

    Um diese Art der Stuhlsäule zu erreichen, ist bei den meisten Menschen eine ballaststoffhaltige Ernährung mit 25-30g Ballaststoffen pro Tag (bei uns gängig sind eher 15g pro Tag) und das Trinken von etwa 2 Litern Flüssigkeit täglich hilfreich. Regelmäßige körperliche Aktivität ist außerdem für eine gute Verdauung unterstützend.

    Was kann den Stuhlgang verändern?

    Für Veränderungen des Stuhlverhaltens können verschiedenste Ursachen gefunden werden. Ändert sich Ihr Ernährungsverhalten bzw. die von Ihnen täglich aufgenommene Flüssigkeitsmenge, zum Beispiel während einer Diät, auf Reisen oder im Rahmen einer Schwangerschaft, ändert sich auch die Stuhlbeschaffenheit. Darmtumore werden häufig durch Wechsel von Durchfall und Verstopfung auffällig. Ebenso kann es medikamentös bedingt zu Veränderungen des Stuhlganges und insbesondere der Darmtätigkeit kommen. Hier sind beispielhaft Antidepressiva, Schmerzmittel, Entwässerungstabletten, Psychopharmaka oder die übermäßige Anwendung von Abführmitteln zu nennen. Des Weiteren können Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose oder ein Lupus erythematodes Darmträgheit bedingen. Auch Stress beeinflusst die Stuhlregulation. Sprichworte wie „aus Angst macht man sich in die Hose“ kommen nicht von ungefähr.


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  • Stuhlinkontinenz

    Was ist Stuhlinkontinenz?

    Stuhlinkontinenz entspricht der Unfähigkeit, Darminhalt willkürlich zu halten. Hier gibt es verschiedene Ausprägungen, je nachdem, ob Winde, flüssiger oder auch fester Stuhl abgehen. Stuhlinkontinenz wird oft aus Scham lange ertragen und kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Frauen sind häufiger betroffen, doch auch bei Männern kommt Stuhlinkontinenz vor.

    Was sind die Ursachen für Stuhlinkontinenz?

    Die Ursachen sind vielfältig. Am häufigsten sind Schließmuskel- oder auch Nervenverletzungen während des Geburtsaktes. Diese kommen oft erst im Alter zum Tragen, wenn der sich altersgemäß entwickelnde Gewebeumbau des Schließmuskels sowie eine Schwächung der bandartigen Haltestrukturen des Beckenbodens hinzukommen. Zudem können Operationen, Entzündungen oder Verletzungen im Bereich des Afters, stattgehabte Dickdarmteilentfernungen mit in der Folge aufgetretenen Sensibilitätsstörungen (Rezeptoren der Darmschleimhaut etc.), Nervenschädigung, Medikamente oder innere Erkrankungen ursächlich sein.

    Was kann man tun bei Stuhlinkontinenz?

    Zunächst einmal ist eine gründliche Erhebung der Beschwerden sowie eine Untersuchung des Afterbereiches sinnvoll. Zusätzlich sind oft die Messung der Schließmuskeltätigkeit sowie ein Ultraschall durch den After zur Darstellung der Muskulatur wichtig, um weitere Hinweise auf die Ursache der Inkontinenz zu erhalten.

    Grundsätzlich ist bei Stuhlinkontinenz eine Ernährungsumstellung zur Eindickung des Stuhles, gegebenenfalls auch die Anwendung „stopfender“ Medikamente und das Training der vorhandenen Schließ- und Beckenbodenmuskulatur durch Beckenbodengymnastik und Biofeedback sinnvoll. Zudem gibt es, je nach Ursache der Inkontinenz, verschiedene operative Möglichkeiten. Hierunter fallen die Schließmuskelrekonstruktion, Muskel“ersatz“verfahren, die Implantation eines Schrittmachers (Sakrale Nervenstimulation), das Einbringen von Schließmuskel-unterfütternden Implantaten (Gatekeeper, Sphinkeeper) und in letzter Konsequenz die Anlage eines künstlichen Darmausganges.


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  • Verstopfung

    Was bedeutet Verstopfung?

    Sie hatten länger als drei Wochen kaum Verdauung und das ist für Sie ungewöhnlich? Dies sollten Sie abklären lassen. Falls Sie zusätzlich Blut im Stuhl bemerkt haben sollten, umso zügiger. Denn es ist wichtig, eine ernstere zugrunde liegende Erkrankung auszuschließen. Für Verstopfung kann es die verschiedensten Ursachen geben. Änderungen der Ernährungsgewohnheiten, zum Beispiel auf Reisen oder in Stressphasen, die Einnahme bestimmter Medikamente wie Antidepressiva, Entwässerungstabletten, Psychopharmaka, auch manche Schmerzmittel oder eine sehr häufige Verwendung von Abführmitteln können die Stuhlkonsistenz oder die Darmtätigkeit verändern. Ebenso könnten diverse Erkrankungen von einem Darmtumor über Anismus bis zu einem obstipationsdominanten Reizdarmsyndrom vorliegen. Die Behandlung einer Verstopfung ist in aller Regel konservativ.

    Außerdem gibt es Menschen, bei denen der Darm langsamer arbeitet. Im Extremfall kommt es zu Beschwerden wie einer Verstopfung bzw. einer Entleerungsstörung. Hier kann mit röntgendichten Markern ein sogenannter „slow-Transit“ des Dickdarmes nachgewiesen werden. Auch hier ist die Behandlung in aller Regel konservativ.
    Abzugrenzen von der Verstopfung (Obstipation) ist eine Entleerungsstörung, das sogenannte Obstructive Outlet Syndrom (ODS). Hierfür ist zum Beispiel der sich in sich selbst einstülpende Mastdarm bei einem Mastdarmvorfall ursächlich. Je nach Ursache kann eine operative Maßnahme Abhilfe schaffen.


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